Bei Multiple Sklerose (MS) zählt Zeit – je früher Risiken erkennbar sind, desto eher kann Prävention oder Therapie ansetzen. Genau hier setzen zwei neue Entwicklungen an: ein Bluttest zur Früherkennung und ein Wirkstoff, der Progression bremsen kann.
Bluttest: Hinweise Jahre vor dem ersten Symptom
Forschende berichten von einem Test, der nach Autoantikörpern gegen das Epstein-Barr-Virus-Protein EBNA-1 sucht. In ausgewerteten Proben waren diese Marker im Durchschnitt 5,4 Jahre vor dem Krankheitsbeginn messbar – in einzelnen Fällen sogar deutlich früher.
Therapie: Fortschritt auch ohne akute Entzündung
Parallel zeigen internationale Phase-III-Studien zu Tolebrutinib, dass sich MS-Verläufe nicht nur über Schubkontrolle beeinflussen lassen. Besonders auffällig: Das Medikament bremste den Fortschritt auch in Phasen ohne sichtbare akute Entzündungsaktivität – ein Effekt, der für viele Betroffene entscheidend sein könnte.
Beide Ansätze sind noch Teil wissenschaftlicher Prüfung – zusammen zeigen sie jedoch, wie schnell sich Diagnostik und Therapie weiterentwickeln.

