Eugen Boger aus Lippstadt lebt seit 2013 mit einer seltenen Herzmuskelerkrankung. Bei ihm wurde eine Arrhythmogene Rechtsventrikuläre Kardiomyopathie, kurz ARVC, diagnostiziert. Über mehrere Jahre verlief die Erkrankung zunächst vergleichsweise stabil. Seit etwa 2023 hat sich sein Zustand jedoch zunehmend verschlechtert.
Defibrillator musste mehrfach eingreifen
Aufgrund schwerer Herzrhythmusstörungen wurde Boger ein ICD, also ein implantierter Defibrillator, eingesetzt. Im Februar 2025 kam es zu einem sogenannten elektrischen Sturm. Dabei musste der Defibrillator mehrfach lebensrettend eingreifen. Anschließend wurde eine mehrstündige Katheterablation durchgeführt und die medikamentöse Behandlung angepasst.
Aktuell ist Boger seit der Ablation und medikamentösen Stabilisierung frei von weiteren schweren Rhythmusstörungen. Dennoch bleibt die Situation ernst: Die rechtsventrikuläre Ejektionsfraktion liegt bei etwa 15 bis 20 Prozent. Das entspricht einer deutlich eingeschränkten Herzfunktion.
Alltag mit klaren Einschränkungen
Nach außen wirkt sein Alltag oft weitgehend normal. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern versucht Boger, das Familienleben so gut wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig ist sein Alltag inzwischen von klaren medizinischen Grenzen geprägt.
- keine körperlich schweren Belastungen
- kein Sport oder intensive Aktivität
- Vermeidung von körperlichem und emotionalem Stress
Schwere Herzerkrankungen sind für Außenstehende oft schwer zu erkennen. Wer Boger auf der Straße begegnet, würde vermutlich nicht vermuten, dass er schwer herzkrank ist und einen implantierten Defibrillator trägt.
Mögliche weiterführende Therapie in Deutschland
Boger informiert sich derzeit über weiterführende Therapieansätze im Bereich der Herzstammzelltherapie und regenerativen Behandlungen. Ziel ist es, eine mögliche Behandlung in Deutschland durchführen zu lassen. Aktuell befindet er sich in der Recherche- und Kontaktphase mit Kliniken und spezialisierten Einrichtungen.
Die Kosten für eine solche Behandlung werden nach aktuellem Stand nicht regulär von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Einschließlich Diagnostik, Voruntersuchungen, Therapie, möglicher Reise- und Aufenthaltskosten sowie Nachsorge rechnet Boger mit einem Betrag von etwa 30.000 bis 50.000 Euro. Hinzu könnten Einnahmeausfälle kommen, da er als selbstständiger Musiker tätig ist.
Online-Kampagne gestartet
Um die mögliche Behandlung finanzieren zu können, hat Eugen Boger eine Online-Spendenkampagne gestartet. Die Kampagne läuft über die Plattform GoFundMe und wird von ihm persönlich organisiert. Die Mittel sollen ausschließlich für die medizinische Behandlung und damit verbundene Kosten verwendet werden.
Bereits jetzt gibt es laut Boger eine große Resonanz und viel Engagement aus der Bevölkerung. Ihm geht es neben der finanziellen Unterstützung auch darum, mehr Bewusstsein für schwere Herzerkrankungen zu schaffen, die auch junge und äußerlich gesund wirkende Menschen betreffen können.
Einordnung
Grundlage des Beitrags sind die Informationen von Eugen Boger, die öffentlich einsehbaren Angaben der Kampagnenseite sowie medizinische Unterlagen, die der Redaktion zur Einordnung vorliegen.
Foto: Eugen Boger

