Lippstadt, 25. September 2025 – Kurz vor der Stichwahl um das Bürgermeisteramt sorgt eine neue Entwicklung im Wahlkampf für Diskussionen: Der unabhängige Kandidat Alexander Tschense hat eingeräumt, zwischen April und August mit einem gefälschten Nutzerprofil auf Social‑Media‑Plattformen aktiv gewesen zu sein.
Zugeständnis via Videostatement
Auf seiner Homepage veröffentlichte Tschense ein Video, in dem er sein Vorgehen offenlegte und um Entschuldigung bat. Er erklärte, dass er unter dem Pseudonym „Frank Hintermwald“ Kommentare gepostet habe, darunter auch kritische Äußerungen gegenüber seinem Gegenkandidaten.
Er räumte ein, dass dies ein Fehler gewesen sei, der nicht seiner üblichen Haltung entspreche, und betonte, er wolle in Zukunft weiterhin transparent und offen im Wahlkampf auftreten.
Reaktion der unterstützenden Parteien
Die sogenannte Dreier‑Koalition aus SPD, Grünen und Linken, die bereits eine Wahlempfehlung für Tschense ausgesprochen hatte, zeigte sich trotz der Enthüllung bemüht, ihre Unterstützung aufrechtzuerhalten.
- Von Seiten der SPD heißt es in einem Interview mit Hellweg Radio: „Ja, es war ein Fehler – aber wir stehen weiter hinter ihm.“
- Die Grünen verweisen auf ein vorheriges Mitgliedervotum und betonen, dass die Empfehlung weiterhin gelte. Auch dies wurde im Gespräch mit Hellweg Radio bestätigt.
- Die Linke bewertet das Vorgehen als „missglückte Aktion“, sieht jedoch keinen Grund, ihre Position zu ändern – so die Aussage gegenüber dem Sender.
Damit bleiben die politischen Vorbehalte gering, zumindest formal: Die Empfehlung für Tschense durch die genannten Parteien bleibt bestehen.
Bedeutung im Wahlkampf
Der Zeitpunkt des Geständnisses – wenige Tage vor der Stichwahl – macht den Vorfall politisch heikel. Einerseits könnte dies das Vertrauen mancher Wählerinnen und Wähler beeinträchtigen, andererseits könnte sein offenes Zugeben und die Bereitschaft zur Rechenschaft als Zeichen von Fehlerkultur gewertet werden.
Dass die unterstützenden Parteien nicht zurückrudern, könnte Tschense helfen, Schlagseite in den öffentlichen Debatten zu vermeiden. Andererseits erhöht diese Episode die Anforderungen an sein weiteres Verhalten im Wahlkampf: jede neue Aktion wird genauer beobachtet werden.
Ausblick
Am Wahltag wird sich zeigen, ob das Bekanntwerden des Fake‑Profils – trotz Entschuldigung und parteipolitischer Rückendeckung – Einfluss auf den Wahlausgang hat. Tschense selbst kündigte an, dass er in Gesprächen und Dialogformaten künftig noch transparenter auftreten wolle.
Ob diese Strategie genügt, um Vertrauen zu festigen und kritische Stimmen zu besänftigen, bleibt im Endspurt entscheidend.
Foto: Videoausschnitt (https://www.für-lippstadt.de)

