7. August 2025 / Kreis Soest

Zwischen Jugendhilfe, Forensik und Betreuungsbehörde - Inken Rödiger gibt Einblicke in das duale Studium Soziale Arbeit

Jugendhilfe, Vormundschaften, forensische Psychiatrie und Betreuungsbehörde – die Stationen von Inken Rödiger...

Veröffentlicht am 7. August 2025 um 10:00 Uhr

Meldungsdatum: 07.08.2025

Jugendhilfe, Vormundschaften, forensische Psychiatrie und Betreuungsbehörde – die Stationen von Inken Rödiger zeigen, wie vielseitig das duale Studium der Sozialen Arbeit beim Kreis Soest ist. Seit September 2023 studiert die 20-Jährige aus Marsberg Soziale Arbeit im Bereich Jugend und Familie. In ihren Praxisphasen hat sie bereits Einblicke in unterschiedlichste Lebensrealitäten bekommen.

Aktuell ist die Studentin in der Betreuungsbehörde im Gesundheitsamt der Kreisverwaltung tätig. Dort lernt sie alles rund um die gesetzliche Betreuung für Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr eigenständig regeln können. Ob 40-Jährige mit schweren Depressionen, Seniorinnen im Altenheim oder 18-Jährige mit einer Behinderung: Inken Rödiger arbeitet mit Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen. Sie führt Gespräche, schreibt Berichte und begibt sich eigenständig auf die Suche nach Betreuern für die hilfesuchende Person. „Da ich schon rund zwei Drittel meines Studiums geschafft habe, kann ich mittlerweile vieles selbstständig erledigen“, freut sich die 20-Jährige. Das Vorgehen wird dabei zuvor mit der fallverantwortlichen Praxisanleitung abgesprochen.

Auf die eigenständige Arbeit haben sie die vorherigen Stationen gut vorbereitet. Einen ersten Praxisabschnitt absolvierte sie in der Jugendhilfe im Strafverfahren. Dort werden Jugendliche unter 21 Jahren im Rahmen strafrechtlicher Verfahren begleitet. Besonders schätze sie, dass sie auch hier schnell Verantwortung übernehmen durfte und erste Erfahrungen im Führen eigener Gespräche und Schreiben von Berichten sammeln durfte, sagt Inken Rödiger. Besonders positiv habe sie erlebt, dass sie oft direkt erleben konnte, wie die Hilfe ankommt: „Gerade Jugendliche haben oft Angst vor dem Verfahren. Es ist schön, wenn man unterstützen kann und merkt, dass man auch Ängste nehmen kann.“

Es folgte ein Praxisblock im Bereich Vormundschaften, wo sie viel im Außendienst unterwegs war, um gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen die Kinder zu besuchen, über die das Jugendamt die Vormundschaft hat. Wieder andere Eindrücke sammelte Inken Rödiger während eines externen Praxissemesters. In der forensischen Psychiatrie in Marsberg arbeitete sie mit erwachsenen Straftätern im Maßregelvollzug. Von Schuldnerberatung über Klärung von Umgangsrechten bis zur Vorbereitung von Entlassungen war sie in vielfältige Aufgaben eingebunden. „Ich hatte großen Respekt vor dieser Station. Aber es war wichtig, auch andere Perspektiven kennenzulernen“, resümiert die Studentin. Der Vergleich zum Jugendstrafrecht sei für sie besonders spannend gewesen.

Die vielen Einblicke helfen Inken Rödiger dabei herauszufinden, was zu ihr passt. „Ich weiß jetzt, dass mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mehr liegt als die mit Erwachsenen.“ Die Praxisphasen seien dabei nicht nur ein Blick in verschiedene Arbeitsbereiche, sondern zeigten ihr auch, wo ihre Stärken und Interessen liegen. 

Ihr Highlight des dualen Studiums der sozialen Arbeit sind die vielen persönlichen Begegnungen. „Menschen vertrauen sich mir an, lassen mich teilhaben an ihrem Leben – das ist etwas Besonderes.“ Sie weiß die unterschiedlichen Einblicke sehr zu schätzen, denn durch die Arbeit habe sich auch ihre Menschenkenntnis verbessert. „Man lernt Menschen in ganz verschiedenen Wohn- und Lebenssituationen kennen. Das erweitert den eigenen Horizont.“

Weitere Vorteile sieht Inken Rödiger in den geregelten Arbeitszeiten, der Möglichkeit zum mobilen Arbeiten, der finanziellen Unabhängigkeit sowie der engen Betreuung durch die Kreisverwaltung. Besonders hervor hebt sie das Team Ausbildung und den Austausch mit anderen Azubis: „Man wird gefördert, bekommt regelmäßig Feedback und wird nicht allein gelassen.“

Der Studentin ist bewusst, dass sie nach dem Studium viel Verantwortung übernehmen wird im Umgang mit Menschen, die Hilfe brauchen. Dafür fühlt sie sich durch das Studium gut vorbereitet. „Man muss belastbar sein, offen auf Menschen zugehen und auch damit umgehen können, dass nicht jeder Hilfe annehmen will. Aber genau das lernt man – in der Theorie und in der Praxis“, betont sie.

Das duale Studium der Sozialen Arbeit verbindet Theorie und Praxis. Inhalte wie Gesprächsführung oder rechtliche Grundlagen, die an der Hochschule vermittelt werden, kann Inken Rödiger direkt in den Praxisphasen anwenden. „Manchmal sitze ich in der Vorlesung und denke: Genau so einen Fall hatte ich auch schon.“ Ihre Studienabschnitte absolviert sie an der Hochschule in Heidenheim in Baden-Württemberg. Künftig werden die Studierenden der Kreisverwaltung das Studium an der Hochschule für Ökonomie und Management in Dortmund absolvieren und an zwei Tagen der Woche an der Uni und an drei Tagen in der Kreisverwaltung sein. 

Bevor es soweit ist, stehen neben weiteren Semestern an der Uni Stationen im Sozialpsychiatrischen Dienst, der Netzwerkkoordination Kinderschutz und im Regionalen Sozialen Dienst an. Die Studentin ist gespannt, welche Menschen, Geschichten und Aufgaben ihr dort begegnen werden. Wer sich ein Bild über die Arbeit von Inken Rödiger machen möchte, findet ein Video auf dem Instagram-Kanal des Kreises Soest.

Hintergrund: Azubi-Serie – Karrierestart beim Kreis Soest
In einer mehrteiligen Serie stellen wir Ausbildungsberufe beim Kreis Soest vor. Ob Verwaltung, IT, Vermessung, Rettungswesen oder Soziales – der Kreis Soest bietet jungen Menschen eine Vielzahl spannender Einstiegsmöglichkeiten mit Zukunft. Dabei stehen moderne Arbeitsformen, eine intensive Betreuung sowie vielfältige Entwicklungschancen im Mittelpunkt. Mehr Infos gibt es im Internet unter www.kreis-soest.de/ausbildung.

Diesem Text sind zwei Fotos zugeordnet!

Pressekontakt: Pressestelle Kreis Soest, Kira Hönicke, Telefon 02921/302249

Quelle: Pressestelle Kreis Soest (www.presse-service.de)


Bildnachweis: © ©Kira Hönicke/ Kreis Soest

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