17. Februar 2026 / Kreis Soest

Wichtige Vorbereitung auf Afrikanische Schweinepest - 150 Landwirte bei Infoveranstaltung von Veterinärdiensten und WLV

Sorgfältige Vorsorge vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und bestmögliche Vorbereitung für den Fall der Fälle...

Veröffentlicht am 17. Februar 2026 um 10:00 Uhr

Meldungsdatum: 17.02.2026

Sorgfältige Vorsorge vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und bestmögliche Vorbereitung für den Fall der Fälle – das ist das erklärte Ziel. Deshalb hatten die Kreis-Veterinärbehörden Soest und Unna gemeinsam mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) zur Informationsveranstaltung eingeladen. Die Resonanz war mehr als erfreulich: Rund 150 Landwirte aus beiden Kreisen und der Stadt Hamm ließen sich auf Haus Düsse von Fachleuten über die Tierseuche informieren.

Der ernste Hintergrund liegt bereits greifbar nah: Die ASP ist nur noch knapp 60 Kilometer Luftlinie vom Kreis Soest entfernt. Das Auftreten der Tierseuche im Sommer 2025 in Kirchhundem im Kreis Olpe war für die Organisatoren Anlass, an die bekannten Vorsorgemaßnahmen zu erinnern. Außerdem ging es schwerpunktmäßig um die Vorbereitung der Landwirtschaft mit Schweinehaltung für den Ernstfall. Die gesamte Wertschöpfungskette von der Ferkelzucht über die Mast bis hin zum Schlachthof und die Weitervermarktung im Handel wurden bei der Informationsveranstaltung unter dem Aspekt eines ASP-Seuchenausbruchs beleuchtet. Maßnahmen, die die Landwirtschaft bereits jetzt ergreifen kann, um einen erfolgreichen Absatz von Schweinen - auch im ASP-Seuchenfall - sicherzustellen, wurden aufgezeigt: „Um dann nicht vor massiven wirtschaftlichen Problemen zu stehen, können Betriebe schon jetzt eine Menge tun“, erklärt Dr. Martina Poppe, Leiterin des Kreisveterinärdienstes Soest.

Zusammen mit ihrem Amtskollegen des Kreises Unna, Dr. Tobias Kirschner, erläuterte sie, wie Betriebe den so genannten Compliant-Status erhalten, der einen Verkauf von Schweinen auch im ASP-Seuchenfall sichert. Ein wichtiges Element ist die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen und, wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, die Teilnahme am ASP-Früherkennungsprogramm. „Wer freiwillig die Biosicherheitsmaßnahmen dokumentiert und sich dazu von den Veterinärämtern beraten lässt, hat auch im ASP-Seuchenfall die größte Hürde zur Vermarktung von Schweinen genommen“, sagt Dr. Tobias Kirschner.

Über die große Resonanz freuten sich sowohl die beiden Veterinäre als auch die Vorsitzenden der Landwirtschaftlichen Kreisverbände, Josef Lehmenkühler (Soest) und Thomas Döring (Unna). Rund 500 schweinehaltende Betriebe gibt es im Kreis Soest, knapp 300 im Kreis Unna und in der Stadt Hamm.

Auch wenn die ASP für den Menschen ungefährlich ist, wären die Folgen eines Falles gravierend: Landwirte, Jäger und alle Menschen, die sich in der freien Natur bewegen, müssten bei einem Auftreten mit spürbaren Einschränkungen rechnen. Die Veterinärdienste beobachten die Lage deshalb genau und bereiten sich schon seit Jahren auf ein mögliches Ausbruchsgeschehen auch in der hiesigen Region vor. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des Kreises Soest www.kreis-soest.de (Suchbegriff: ASP).

Hintergrund: Afrikanische Schweinepest
Bei der für den Menschen ungefährlichen Afrikanischen Schweinepest (ASP) tritt bei Schweinen sehr hohes Fieber auf. Erkrankte Schweine sterben in der Regel innerhalb von sieben bis zehn Tagen. Eine ASP-Impfung existiert nicht. Menschen können sich mit dem Virus nicht infizieren oder daran erkranken. Auch der Verzehr kontaminierter Lebensmittel ist für den Menschen ungefährlich.

Ursprünglich war das Vorkommen der Tierseuche auf Afrika begrenzt. Nachdem die ASP 2007 nach Georgien eingeschleppt worden war und sich von dort in die Nachbarländer ausgebreitet hatte, trat sie 2014 das erste Mal in den baltischen Staaten und Polen auf. In Deutschland wurde die ASP erstmals am 10. September 2020 in Brandenburg bei einem Wildschwein festgestellt. 2025 ist sie in Südwestfalen angekommen.

Dieser Meldung sind zwei Fotos zugeordnet!

Pressekontakt: Pressestelle, Birgit Kalle, Telefon 02921/303200

Quelle: Pressestelle Kreis Soest (www.presse-service.de)


Bildnachweis: © ©Burkhard Schröer/ WLV

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Kreative Aktion zur Sonnenfinsternis - Familienbüro lädt Kinder zum Basteln ein
Stadt Lippstadt

Lippstadt. Am Mittwoch, 12. August, erwartet Himmelsbegeisterte ein besonderes Naturereignis: Eine partielle...

weiterlesen...
#FitFürKrisen: Mit guter Vorsorge stark im Stromausfall - Schon kleine Vorkehrungen helfen, die erste Zeit des Blackouts gut zu meistern
Kreis Soest

Grundsätzlich ist das Stromnetz in Deutschland sehr stabil. Dennoch ist ein länger anhaltender Stromausfall nicht...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Vulkanausbruch: Flughafen Jakarta streicht Dutzende Flüge
Aus aller Welt

Im Inselstaat Indonesien gibt es mehr aktive Vulkane als in jedem anderen Land der Welt. Nach einem Ausbruch in der Meerenge von Sunda hat der Wind Vulkanasche nun bis nach Jakarta gebracht.

weiterlesen...
An Kälte gewöhnte Arten verschwinden von Europas Berggipfeln
Aus aller Welt

Steigende Temperaturen seit den 1980er Jahren führen dazu, dass die Pflanzenwelt in europäischen Gebirgen artenreicher wird. Allerdings gibt es auch Verlierer, wie Wissenschaftler nachgewiesen haben.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Bundesverdienstkreuz für Doris Keysselitz aus Ense - Landrat überreicht Orden während Feierstunde am 11. September
Kreis Soest

Der Bundespräsident hat Doris Keysselitz aus Ense das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik...

weiterlesen...