3. Juni 2026 / Kreis Soest

Vertrauliche Spurensicherung im Kreis Soest gestartet - Klinikum Lippstadt sichert Beweise nach sexualisierter Gewalt

Von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen schaffen es häufig nicht, direkt nach der Tat zur Polizei zu gehen – zu...

Veröffentlicht am 3. Juni 2026 um 11:00 Uhr

Meldungsdatum: 03.06.2026

Von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen schaffen es häufig nicht, direkt nach der Tat zur Polizei zu gehen – zu groß können Schock, Angst und Scham sein. Das Klinikum Lippstadt bietet deshalb seit Anfang Juni eine vertrauliche Spurensicherung an. Ärztliches Personal dokumentiert dort auf Wunsch Verletzungen und sichert Tatspuren, die dann für ein mögliches späteres Strafverfahren als Beweismittel zu Verfügung stehen. Betroffene können sich so auch später für eine Anzeige entscheiden.

„Das Erleben sexualisierter (häuslicher) Gewalt bringt Menschen häufig in eine seelische Ausnahmesituation, in der sie handeln sollten, es aber oft aus Gründen wie Scham oder Traumatisierung nicht können. Die Folge: Nur ein Bruchteil der Täter oder Täterinnen wird angezeigt, Beweise für erlittene Taten werden nicht gesichert“, weiß Dr. Margitta Neufeld, ärztliche Leiterin des Kreisgesundheitsamts. 

Die vertrauliche Spurensicherung gibt Betroffenen eine Handlungsoption, auch ohne eine vorherige Anzeige bei der Polizei im geschützten Rahmen Spuren sichern zu lassen und Hilfe zu erfahren. Über eine spätere Anzeige entscheidet ganz ohne Zeitdruck ausschließlich der oder die Geschädigte. 

Ein erstes Angebot zur vertraulichen Spurensicherung im Kreis Soest gibt es nun seit Anfang Juni im Klinikum Lippstadt am Standort Wiedenbrücker Straße und richtet sich an Frauen. Die Ärztinnen und Ärzte der Abteilung für Gynäkologie haben hierfür spezialisierte Schulungen in der Anwendung des „intelligenten Gewaltopfer-Beweissicherungs- und -Informationssystems“ absolviert. In diesem System können Spuren für eine gerichtsfeste Dokumentation archiviert werden. Ein Angebot für männliche Betroffene befindet sich gerade im Aufbau. 

Warum sollte ich Beweise sichern? Wie läuft eine vertrauliche Spurensicherung genau ab? Welche Unterstützungsangebote gibt es noch? Fragen wie diese beantwortet der Kreis Soest auf der Internetseite www.vertrauliche-spurensicherung.de. Dort können sich Betroffene im Detail informieren. Auch mit Flyern und Plakaten macht die Kreisverwaltung auf das neue Angebot aufmerksam. Interessierte Institutionen wie Beratungsstellen, Schulen oder Verwaltungen, die das Angebot unterstützen möchten, können kostenfreies Infomaterial per Mail an die Adresse PF_gesundheit@kreis-soest.de anfordern. 

Die vertrauliche Spurensicherung ist ein gemeinsames Projekt der Kreiskooperationsrunde „Häusliche Gewalt und Kinderschutz“ des Kreises Soest. In der Runde sind Akteurinnen und Akteure aus dem Jugendhilfe-, Gesundheits-, und Sozialbereich, der Justiz, den Beratungsinstitutionen, den Gleichstellungsstellen, der Frauenhilfe und der Polizei vertreten. 

In einem eigenen Netzwerk „Vertrauliche Spurensicherung (VSS)“ findet ein regelmäßiger fachlicher Austausch statt. Ziel ist es, weitere Anlaufstellen im Kreis Soest zu etablieren. Ein Angebot am Christlichen Klinikum Soest-West ist bereits in Planung.

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Pressekontakt: Pressestelle, Mathias Keller, Telefon 02921/30-2250

Quelle: Pressestelle Kreis Soest (www.presse-service.de)


Bildnachweis: © ©Celine Longerich/Kreis Soest

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