16. Juni 2025 / Kreis Soest

Projekt soll schulische Integration junger Flüchtlinge verbessern - Europa-Agentur entwickelt mit Partnern aus Soest, Österreich und Polen nachhaltige Strategie

„Refugees are Welcome“ – Flüchtlinge sind willkommen – heißt ein aktuelles Projekt der Europa-Agentur der...

Veröffentlicht am 16. Juni 2025 um 10:00 Uhr

Meldungsdatum: 16.06.2025

„Refugees are Welcome“ – Flüchtlinge sind willkommen – heißt ein aktuelles Projekt der Europa-Agentur der Bildungsregion Kreis Soest. Es wird für zwei Jahre aus dem EU-Programm Erasmus+ gefördert und verfolgt das Ziel, die schulische Integration junger Flüchtlinge nachhaltig zu verbessern. Die Partner kommen aus Soest, Polen und Österreich. Im Kreishaus fand jetzt die Auftaktveranstaltung statt.

Sascha Kudella, Dezernent für Jugend, Bildung und Soziales, und Christoph Niggemeier von der Europa-Agentur begrüßten die Projektpartner des Hubertus-Schwartz-Berufskollegs und der Christian-Rohlfs-Realschule aus Soest, der Steirischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft und der Polytechnischen Schule Graz (Österreich) sowie des Schulzentrums Rypin (Polen) im Sitzungssaal. Vom Kreis Soest treiben neben der Europa-Agentur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunalen Koordinierungsstelle „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) und das Kommunale Integrationszentrum (KI) das Projekt aktiv voran.

„Unser gemeinsames Ziel ist ambitioniert und zugleich gesellschaftlich hoch relevant: Wir wollen jungen Geflüchteten dabei helfen, ihre Bildungswege erfolgreich zu gestalten, berufliche Perspektiven zu entwickeln und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Aufenthaltsstatus“, steckte Sascha Kudella die inhaltlichen Schwerpunkte der Zusammenarbeit ab.

Diese konkretisieren sich darin, den Bildungsstand, die Sprachkenntnisse sowie die beruflichen und interkulturellen Kompetenzen junger Flüchtlinge zu verbessern, um ihre Ausbildungs- und Beschäftigungschancen auf den Arbeitsmärkten der Aufnahmeländer zu steigern und die Chancen zur persönlichen Weiterentwicklung zu erhöhen. Im Zentrum steht die Ausarbeitung eines differenzierten schulischen und beruflichen Übergangsmanagements.

Das Treffen im Kreishaus bildete dazu den Auftakt, in dessen Rahmen unter anderem die Konzepte zur schulischen Integrationsarbeit von Flüchtlingen beleuchtet wurden. „Diese Konzepte variieren in den Aufnahmeländern. Die Unterschiede zu analysieren und die jeweiligen Vorteile der Systeme herauszuarbeiten, darin sehen wir eine große Chance. Wir können hier voneinander lernen“, betont Christoph Niggemeier. So werden geflüchtete Kinder und Jugendliche teils in Willkommensklassen – also Sprachförderklassen –, teils im Rahmen des regulären Unterrichts beschult. Andere Schulen wiederum haben spezielle muttersprachliche Angebote entwickelt.

Zum Start des Projekts „Refugees are Welcome“ lernten die Projektpartner auch das Unterstützungsnetzwerk für Geflüchtete im Kreis Soest kennen. Sowohl der Verein Soester Entwicklungsnetz (SEN) als auch die Initiative für Jugendhilfe, Bildung und Arbeit (INI) stellten ihre Arbeit vor. Beide Organisationen kooperieren eng mit KAoA. Im November soll das nächste Treffen der Projektpartner stattfinden, dann in Graz. Das dritte Treffen folgt im Frühjahr 2026 in Rypin.

„Integration kann nur gemeinsam gelingen. Aus diesem Grund ist eine engere Vernetzung aller am schulischen Integrationsprozess Beteiligten zentrales Thema von ‚Refugees are Welcome‘“, hebt Christoph Niggemeier die Bedeutung des Projekts heraus.

Hintergrund: Europa-Agentur
Die Internationalisierungsstrategie der Bildungsregion Kreis Soest zielt darauf ab, den internationalen Austausch zu fördern, interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und die Möglichkeit zu nutzen, sich in der Auseinandersetzung mit Bildungssystemen und -ansätzen in anderen Ländern weiterzuentwickeln. Zur Unterstützung aller Schulen im Kreisgebiet wurde im Handlungsfeld „Nach Europa ausrichten“ der Bildungsregion die Europa-Agentur geschaffen. Sie unterstützt alle Maßnahmen zur Förderung des internationalen Austauschs und der interkulturellen Zusammenarbeit von Schulen und des Schulamts. Dazu gehören die Unterstützung von internationalem Schüler- und Lehreraustausch, die Entwicklung internationaler Partnerschaften, die Unterstützung internationaler Schulprojekte, die Förderung der Teilnahme an interkulturellen Trainings und die Förderung der Fremdsprachenkompetenz.

In der vergangenen Förderperiode von ERASMUS+ hatte die Europa-Agentur einen Antrag für das Partnerschaftsprojekt „Refugees are Welcome“ gestellt, der positiv bewertet worden ist. Der Förderzeitraum läuft vom 1. Dezember 2024 bis 30. November 2026. Die Fördersumme beträgt 60.000 Euro.

Dieser Meldung sind zwei Fotos zugeordnet!

Pressekontakt: Pressestelle, Susanne Schulte-Nölle, Telefon 02921/302546

Quelle: Pressestelle Kreis Soest (www.presse-service.de)


Bildnachweis: (C) ©Susanne Schulte-Nölle/ Kreis Soest

Meistgelesene Artikel

Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Aus aller Welt

Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.

weiterlesen...
Neue Bauordnung NRW: Was Bauherren in Lippstadt jetzt wissen müssen
Politik & Rathaus

Seit dem 1. September gilt in NRW eine neue Bauordnung: kürzere Fristen, Bauantrag nur noch digital, Dachausbau oft ohne Genehmigung.

weiterlesen...
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Lokalnachrichten Lippstadt

Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".

weiterlesen...

Neueste Artikel

Behörde: Laborantin in Sibirien starb nicht an Pest
Aus aller Welt

Nach dem Tod einer jungen Frau in einem sibirischen Krankenhaus steht der Verdacht auf Lungenpest im Raum. Die zuständige staatliche Stelle dementiert. Doch Vorsichtsmaßnahmen gelten.

weiterlesen...
Zwei Tote bei schwerem Schulbus-Unfall in Florida
Aus aller Welt

Bei einem schweren Unfall mit einem Schulbus in Florida sterben zwei Menschen, darunter eine Schülerin. Zahlreiche weitere Menschen werden verletzt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

„Historische Erfahrungen zusammenführen und nicht gegeneinander ausspielen“ - Rund 180 Gäste wohnen Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit in Geseke-Störmede bei
Kreis Soest

Rund 180 Gäste haben am Tag der Deutschen Einheit im Kuppelsaal des Ritterguts Störmede an die Wiedervereinigung...

weiterlesen...
Hausarzt-Versorgung von morgen stärken - Fünf angehende Medizinerinnen und Mediziner sammeln Praxis-Erfahrung im Kreis Soest
Kreis Soest

Fünf Medizinstudierende, ein Monat Praxiserfahrung und viele neue Perspektiven: Das Famulaturprogramm „Hands On –...

weiterlesen...