14. Juli 2026 / Kreis Soest

Gedenktag lenkt Blick auf verstorbene Drogenabhängige - Gesundheitsamt und Diakonie machen auf Folgen des Konsums illegaler Substanzen aufmerksam

Im Jahr 2024 sind in Deutschland 2.137 Menschen im Zusammenhang mit dem Konsum illegaler Drogen gestorben. Damit hat...

Veröffentlicht am 14. Juli 2026 um 10:00 Uhr

Meldungsdatum: 14.07.2026

Im Jahr 2024 sind in Deutschland 2.137 Menschen im Zusammenhang mit dem Konsum illegaler Drogen gestorben. Damit hat sich ihre Zahl im Vergleich zu den Fallzahlen vor zehn Jahren – da waren es 1.032 – mehr als verdoppelt. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen: durch Aufklärung, Angebote zur Risikominimierung und Überlebenshilfe.

Darauf machen zum Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige am 21. Juli der Suchtkoordinator des Kreises Soest Christoph Straub, Alexa Krause, Fachkraft für Suchtprävention, sowie Stefanie Gernhold, Leiterin der Suchtberatungsstellen der Diakonie Ruhr-Hellweg, aufmerksam. Denn auch vor dem Kreis Soest macht die traurige Entwicklung nicht Halt: Im Jahr 2022 gab es hier vier Drogentote. 2023 stieg die Zahl sprunghaft an auf 13, 2024 lag sie bei sechs und 2025 bei elf Personen.

Das durchschnittliche Alter der 2024 deutschlandweit an den Folgen ihres Drogenkonsums Verstorbenen betrug laut Bundeskriminalamt 41 Jahre. Christoph Straub betont: „Die Betroffenen werden im Vergleich zu früher zwar deutlich älter, sterben aber dennoch viel zu früh.“ Gründe hierfür sieht das Bundeskriminalamt zum einen im gestiegenen Wirkstoffgehalt der Substanzen – vor allem bei Heroin und Ecstasy –, zum anderen in den stark gesunkenen Preisen vor allem bei Crystal Meth. Hinzu kommt, dass viele Konsumenten nicht nur eine Substanz zu sich nehmen, sondern der Trend zu einer großen Bandbreite der konsumierten Drogen geht.

„Insbesondere synthetische Drogen gewinnen an Bedeutung“, weiß Alexa Krause. Die Substanzen werden über Online-Handelsplattformen und Messenger-Dienste vertrieben und sind damit leicht verfügbar. Auch der Trend zu synthetischen und halbsynthetischen Cannabinoiden in Form von Kräutermischungen, Liquids, Lebensmitteln (Edibles) oder mit dem Wirkstoff getränkten Papier hält an. Mit Sorge beobachtet die Suchtexpertin die Zunahme hochpotenter synthetischer Opioide, die als „Forschungschemikalien“ zum Kauf angeboten werden. Die Gefahr: Schon kleinste Mengen dieser Betäubungsmittel reichen aus, um eine lebensgefährliche Atemdepression hervorzurufen.

Mit Prävention schon im Kindergarten starten

Substanzanalysen in sicheren Drogenkonsumräumen – sogenanntes Drug Checking – können die gesundheitlichen Risiken für die Konsumentinnen und Konsumenten mindern. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat hierzu im September 2025 eine entsprechende Verordnung erlassen. Ein Schritt, den Suchtkoordinator Christoph Straub ausdrücklich begrüßt: „Beim Drug Checking werden Betäubungsmittel auf ungewöhnliche Inhaltsstoffe und Stoffkonzentrationen geprüft. Damit können Todesfälle durch verunreinigte Substanzen reduziert und Überdosierungen vermieden werden“, erklärt er.

Grundsätzlich gilt jedoch: Am besten ist es, erst gar nicht mit dem Drogenkonsum anzufangen. Präventive Maßnahmen sollten deshalb so früh wie möglich starten. Suchtpräventionskraft Alexa Krause ist bereits in den Kindergärten unterwegs und bietet dort unter anderem das sogenannte FREUNDE-Programm für Erzieherinnen und Erzieher an. Im Rahmen des Programms lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mit den Mädchen und Jungen über deren Umgang mit Gefühlen ins Gespräch zu kommen. Außerdem wird vermittelt, was Kinder tun können, wenn es ihnen mal nicht so gut geht, oder wie sie einen Streit hilfreich auflösen können.

Hilfe für Suchtkranke, Angehörige und andere Bezugspersonen

Ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Sucht sind auch die Suchtberatungsstellen der Diakonie Ruhr-Hellweg mit Sitz in Lippstadt, Soest, Warstein und Werl. Das Angebot richtet sich sowohl an Menschen mit einer Suchtproblematik als auch an Angehörige und andere Bezugspersonen. Auch Hausbesuche sind möglich. Leiterin Stefanie Gernhold erklärt: „Wir hören zu, beraten, begleiten und vermitteln bei Bedarf in ambulante und stationäre Therapien. Jeder Todesfall im Zusammenhang mit Drogenkonsum ist aus unserer Sicht traurig und drastisch. Wir wünschen uns, dass Beteiligte, Angehörige sowie Ratsuchende in Suchtfragen frühzeitig den Kontakt zu uns suchen, Scham und Schwellenangst überwinden und sich Unterstützung holen.“

Weitere Informationen zum Gedenktag gibt es online unter www.gedenktag21juli.de. Ratsuchende können sich an Alexa Krause und Stefanie Gernhold wenden. Erreichbar sind sie unter den Telefonnummern 02921/30-2137 (Alexa Krause) und 02902/91089-21 (Stefanie Gernhold) oder per E-Mail an alexa.krause@kreis-soest.de und sgernhold@diakonie-ruhr-hellweg.de.

Dieser Meldung ist ein Foto zugeordnet!

Pressekontakt: Pressestelle, Susanne Schulte-Nölle, Telefon 02921/302546

Quelle: Pressestelle Kreis Soest (www.presse-service.de)


Bildnachweis: © ©Susanne Schulte-Nölle/ Kreis Soest

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Kreative Aktion zur Sonnenfinsternis - Familienbüro lädt Kinder zum Basteln ein
Stadt Lippstadt

Lippstadt. Am Mittwoch, 12. August, erwartet Himmelsbegeisterte ein besonderes Naturereignis: Eine partielle...

weiterlesen...
100 Jahre Herbstwoche: Attraktive Fahrgeschäfte sorgen vom 16. bis 25. Oktober für Kirmesvergnügen
Stadt Lippstadt

Die Vorfreude wächst: Die Herbstwoche feiert vom 16. bis 25. Oktober ihr 100-jähriges Bestehen. Jetzt stehen auch die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Neuer Vorfall nach Vietnam-Boeing - A380 setzt zu früh auf
Aus aller Welt

Zwei Zwischenfälle in kurzer Zeit auf derselben Landebahn am Münchner Flughafen: Wie reagieren Airlines und Behörden auf die aktuellen Ereignisse? Viele Fragen sind offen.

weiterlesen...
Lufthansa-Airbus setzt bei Landung in München zu früh auf
Aus aller Welt

Erneut beschädigt ein Großraumjet die Landebahn in München. Menschen kommen aber nicht zu Schaden. Die Suche nach den Ursachen hat begonnen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Umfrage zur Arbeitsmarktintegration gestartet - Erfahrungen von Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte gefragt
Kreis Soest

Beschäftigung ist eine gute Grundlage für gelingende Integration. Denn wer eine Arbeit hat, nimmt automatisch am...

weiterlesen...
Zweithöchste Gefahrenstufe für Waldbrände erreicht - Feuerwehren und Kreisbrandmeister mahnen zu umsichtigem Verhalten
Kreis Soest

Viel Sonne und wenig Niederschlag: Die Böden sind sehr trocken, das Risiko für Wald- und Flächenbrände hoch. Der...

weiterlesen...