4. Juni 2025 / Aus aller Welt

Zweiter Weinstein-Prozess in New York vor Ende

Nach wochenlangen Zeugenaussagen über mutmaßlichen Missbrauch ist der Prozess gegen Weinstein auf der Zielgeraden. Der Ex-Filmmogul will einen Freispruch - doch auf Freiheit kann er nicht hoffen.

Weinstein geht es im aktuellen Verfahren darum, seinen Namen reinzuwaschen. (Archivbild)
Veröffentlicht am 4. Juni 2025 um 01:07 Uhr von dpa

Der neu aufgerollte New Yorker Strafprozess gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen steht vor dem Abschluss. Nach gut sechs Wochen langen Verhandlungen starteten in dem Gerichtssaal in Manhattan die Schlussplädoyers von Anklage und Verteidigung, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Der Fall könnte schon heute an die Geschworenen gehen. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 73-Jährigen vor, drei Frauen zwischen 2006 und 2013 sexuell missbraucht zu haben. Der frühere Medienmogul bestreitet die Vorwürfe und hat auf nicht schuldig plädiert. Weinstein war in dem Fall bereits vor rund fünf Jahren wegen Vergewaltigung und kriminellen sexuellen Handlungen zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde jedoch im vergangenen Frühjahr überraschend aufgehoben, woraufhin der Fall neu aufgerollt wurde.

Die Staatsanwaltschaft rief die Geschworenen auf, Weinstein erneut für schuldig zu befinden. Der Ex-Filmmogul habe seine Macht und seinen Einfluss benutzt, um Frauen zu missbrauchen. Die Verteidigung argumentierte hingegen, die Frauen hätten Weinstein verführt und benutzt, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. 

Weinstein bleibt in Haft - so oder so

Die Anklage stützte sich in dem seit etwa sechs Wochen laufenden Verfahren auf die Aussagen der Frauen Mimi Haleyi, Jessica Mann und Kaja Sokola. Sie schilderten, wie sie Weinstein in jungen Jahren in der Filmbranche kennengelernt und sich Hoffnungen auf eine Karriere gemacht hatten - und dieser dann seine Macht als führender Filmproduzent als Druckmittel für sexuelle Übergriffe nutzte.

Weinstein geht es in dem Verfahren eigenen Aussagen zufolge darum, seinen Namen reinzuwaschen. Eine Serie von Vorwürfen wegen schwerer sexueller Übergriffe gegen ihn hatte 2017 die weltweite «MeToo»-Bewegung maßgeblich ins Rollen gebracht; unter diesem Schlagwort hatten zahlreiche Menschen in sozialen Netzwerken über eigene Erfahrungen als Opfer sexueller Übergriffe berichtet.

In einem weiteren Prozess in Kalifornien war Weinstein 2023 zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Er wird also selbst im Falle eines Freispruchs durch die New Yorker Geschworenen in Haft bleiben.


Bildnachweis: © Olga Federova/EPA Pool via AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Kreative Aktion zur Sonnenfinsternis - Familienbüro lädt Kinder zum Basteln ein
Stadt Lippstadt

Lippstadt. Am Mittwoch, 12. August, erwartet Himmelsbegeisterte ein besonderes Naturereignis: Eine partielle...

weiterlesen...
#FitFürKrisen: Mit guter Vorsorge stark im Stromausfall - Schon kleine Vorkehrungen helfen, die erste Zeit des Blackouts gut zu meistern
Kreis Soest

Grundsätzlich ist das Stromnetz in Deutschland sehr stabil. Dennoch ist ein länger anhaltender Stromausfall nicht...

weiterlesen...

Neueste Artikel

 Rücknahme der Öffentlichkeitsfahndung nach dem 60-jährigen Markus F.
Polizeimeldung

Soest (ots) - Die Öffentlichkeitsfahndung nach dem vermissten Markus F. aus Soest wird hiermit zurückgenommen. Der...

weiterlesen...
Korruptionsaffäre in Monaco zieht weitere Kreise
Aus aller Welt

Ein geplatztes Großprojekt, Ermittlungen und gegenseitige Vorwürfe: Die Korruptionsaffäre in Monaco nimmt weiter Fahrt auf.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Korruptionsaffäre in Monaco zieht weitere Kreise
Aus aller Welt

Ein geplatztes Großprojekt, Ermittlungen und gegenseitige Vorwürfe: Die Korruptionsaffäre in Monaco nimmt weiter Fahrt auf.

weiterlesen...
Prozess um Tod dreier Kinder in den USA endet ohne Urteil
Aus aller Welt

Eine Mutter räumt ein, ihre Kinder getötet zu haben und wäre laut Berichten trotzdem fast freigesprochen worden. Ein einzelner Geschworener soll ein einstimmiges Urteil verhindert haben.

weiterlesen...