Ein Mann schreit laut, seine Rufe hallen bei Mittagshitze durch ein Wohnviertel im Norden Bremens. Anwohner werden auf ihn aufmerksam: Sie finden den Mann mit schweren Stich- und Schnittverletzungen und setzen einen Notruf ab. Doch für den Verletzten kommt jede Hilfe zu spät, er stirbt auf dem Gehweg. Ganz in der Nähe finden Einsatzkräfte noch eine Leiche. Eine Frau liegt tot im Keller eines Mehrparteienhauses. Die Mordkommission übernimmt die Ermittlungen – und sucht mit Hochdruck nach dem Täter. Der Notruf erreichte die Beamten gegen 14 Uhr. Anwohner wiesen auf einen schreienden, schwer verletzten Mann auf der Straße hin, wie ein Polizeisprecher sagt. Einsatzkräfte hätten versucht, den Mann zu reanimieren, jede Hilfe sei aber zu spät gekommen. Im Keller des Mehrfamilienhauses, vor dem der Mann lag, habe die Polizei dann eine Frau gefunden, «die ebenfalls getötet wurde». Wenige Stunden später ist der Tatort in einer Wohnsiedlung im Ortsteil Fähr-Lobbendorf weiträumig abgeriegelt. Weiße Planen schützen die Leiche des Mannes vor Schaulustigen. Die Polizei ist mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, Beamte mit Maschinenpistolen sichern die Umgebung. Ihre Hoffnung: Der Täter könnte noch in der Nähe sein. «Der Täter ist aktuell auf der Flucht. Nach ihm fahnden wir mit Hochdruck», sagte der Polizeisprecher am Nachmittag. Auf der Suche nach dem Unbekannten setzen die Ermittler auch Drohnen ein. «Die Einsatzmittel, die uns zur Verfügung stehen, die nutzen wir natürlich. Ob das jetzt Drohnen sind, ob das Hunde sind, ob das Einsatzkräfte sind, also die ganze Bandbreite natürlich», sagt der Polizeisprecher. Viele Fragen bleiben kurz nach der Tat noch offen: Ob es erste Hinweise zum Angreifer gibt? In welcher Beziehung die Toten möglicherweise zueinander standen? Welche Tatwaffe im Raum steht? Wie lange die Frau schon im Keller lag? Und vor allem: Wer ist der Angreifer und wo hält er sich auf? Das alles lässt die Polizei mit Hinweis auf die Ermittlungstaktik zunächst offen. Derweil nimmt die Spurensicherung ihre Arbeit auf. Beamte in weißen Anzügen sichten den Tatort und nehmen Proben. Die Ermittler müssen sich selbst erst einen Überblick verschaffen. Doch sie geben vorsichtig Entwarnung für die Bevölkerung: «Nach derzeitigen Erkenntnissen liegen keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr für unbeteiligte Personen vor», teilte die Polizei mit.Wie die Polizei den Tatort absichert
Noch viele offene Fragen
Bildnachweis: © Hüneke/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Bluttat in Bremen – Zwei Leichen, ein Täter auf der Flucht
Ein Mann stirbt auf offener Straße, eine Frau wird tot im Keller entdeckt – und der Täter verschwindet spurlos. Erste Eindrücke von dem Gewaltverbrechen im Bremer Norden.
Meistgelesene Artikel
- 13. Juli 2026
Feierabend trifft Sommerfeeling: Neue Konzertreihe der KWL startet im Kurpark Bad Waldliesborn
Wenn die Temperaturen angenehm bleiben, die Sonne langsam untergeht und der Arbeitstag geschafft ist, gibt es kaum etwas...
- 11. Juli 2026
Polizei beendet Geiselnahme in Berlin - Frau gerettet
Kurz vor Feierabend bringt ein Mann in einem Supermarkt eine Frau in seine Gewalt. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg. Die Polizei verhandelt - dann stürmt sie das Gebäude.
- 22. Juli 2026
100 Jahre Herbstwoche: Attraktive Fahrgeschäfte sorgen vom 16. bis 25. Oktober für Kirmesvergnügen
Die Vorfreude wächst: Die Herbstwoche feiert vom 16. bis 25. Oktober ihr 100-jähriges Bestehen. Jetzt stehen auch die...
Neueste Artikel
- 10. August 2026
Mehr Übergriffe auf Bahn-Personal in Regionalzügen
Beschäftigte in Pendlerzügen kontrollieren Fahrscheine und bekommen viel Frust bei Verspätungen ab. Für mehr Schutz vor Aggressionen soll auch zusätzliche Technik sorgen.
- 10. August 2026
Marius Borg Høiby bleibt mit Fußfessel im Hausarrest
Das Bezirksgericht in Oslo verlängert die Untersuchungshaft für Marius Borg Høiby um vier Wochen, er bleibt im Hausarrest. Eine Freilassung ist damit erst einmal vom Tisch.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 10. August 2026
Mehr Übergriffe auf Bahn-Personal in Regionalzügen
Beschäftigte in Pendlerzügen kontrollieren Fahrscheine und bekommen viel Frust bei Verspätungen ab. Für mehr Schutz vor Aggressionen soll auch zusätzliche Technik sorgen.
- 10. August 2026
Marius Borg Høiby bleibt mit Fußfessel im Hausarrest
Das Bezirksgericht in Oslo verlängert die Untersuchungshaft für Marius Borg Høiby um vier Wochen, er bleibt im Hausarrest. Eine Freilassung ist damit erst einmal vom Tisch.

