Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines tödlichen Ebola-Ausbruchs in Demokratischen Republik Kongo einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. Die seltene Bundibugyo-Variante des Virus, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwer einzudämmen. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC sprach zuletzt von 336 Verdachtsfällen und 88 Todesfällen – einen davon im angrenzenden Uganda. Die WHO hat eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Alle zehn Nachbarländer des Kongo seien einem hohen Risiko ausgesetzt. Mit diesem Schritt will die UN-Behörde in Genf unter anderem Nachbarländer in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft mobilisieren. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sieht nach dem schweren Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo derzeit keinen Handlungsbedarf in Deutschland. In der Bundesrepublik ist das Risiko «als äußerst gering einzuschätzen», sagte die CDU-Politikerin im ARD-«Bericht aus Berlin». «Im Land braucht es derzeit keine Vorkehrungen.» Eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für «nahezu ausgeschlossen». Warken sagte, die internationale Gesundheitsnotlage solle vor allem die Behörden in den betroffenen Regionen unterstützen und Maßnahmen zur Eindämmung erleichtern. Zugleich betonte sie, es handle sich um ein örtlich begrenztes Geschehen. «Es ist aus meiner Sicht nahezu ausgeschlossen, dass es jetzt noch weitere Warnstufen geben muss.» Bislang ist von dem Ausbruch vor allem die Provinz Ituri im Nordosten des Kongo betroffen. Ein Mann aus dem Kongo war mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins benachbarte Uganda gereist und dort in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Kampala an Ebola gestorben. Die Leiche des Mannes war laut Africa CDC anschließend – wiederum mit öffentlichen Verkehrsmitteln – zurück in den Kongo transportiert und dort beerdigt worden. Zusätzlich sei eine weitere infizierte Person aus dem Kongo nach Uganda gereist, so die WHO. Die WHO hatte zunächst auch von einem Fall in der Metropole Kinshasa berichtet, doch in einem weiteren Lagebericht wurde klargestellt, dass die Person doch nicht infiziert war. Der ansteigende Trend von Verdachts- und Todesfällen weise darauf hin, «dass der Ausbruch möglicherweise viel größer ist als bislang entdeckt und berichtet», hieß es von der WHO. Man habe es in dem am stärksten betroffenen Gebiet mit einer fragilen Sicherheitslage, einer humanitären Krise und starken Bevölkerungsbewegungen zu tun. Es handle es sich um ein «außergewöhnliches Ereignis». Deshalb bestehe ein beträchtliches Risiko für eine lokale und regionale Ausbreitung des Virus. Die Provinz Ituri grenzt an Uganda und den Südsudan. Ein weiteres Nachbarland, Ruanda, schloss am Sonntagmorgen seine Grenze zum Kongo. Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verkündete, sie bereite einen Großeinsatz vor. «Die Zahl der Fälle und Todesfälle, die wir in so kurzer Zeit beobachten, ist äußerst besorgniserregend», sagte die Leiterin des Nothilfeprogramms von Ärzte ohne Grenzen, Trish Newport. Dazu komme die Ausbreitung über mehrere Gesundheitszonen innerhalb des Kongo hinweg sowie über die Grenze nach Uganda. Die Lage sei zusätzlich dadurch erschwert, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung in der Region schwierig sei, so Newport. Die Organisation stelle derzeit Teams zusammen, die Erfahrung im Umgang mit Ausbrüchen von viralem hämorrhagischem Fieber hätten und mobilisiere lebenswichtige Hilfsgüter. Bei früheren Ausbrüchen der lebensbedrohlichen Krankheit hatte es sich laut Africa CDC hauptsächlich um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus gehandelt, für den ein Impfstoff entwickelt wurde. Allerdings habe die nun in mehr als einem Dutzend Fällen bestätigten Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese bei bis zu 90 Prozent. Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor hat es laut Africa CDC Ausbrüche der Bundibugyo-Variante gegeben, 2007 in Uganda sowie 2012 im Kongo. Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.Warken: Gefahr von Ebola in Deutschland ist «äußerst gering»
Gefahr einer schnellen Ausbreitung
Nach Angaben der WHO trat der erste bekannte Verdachts- und Todesfall bereits gegen Ende April in der Stadt Bunia auf. Es handelte sich um eine Person, die im Gesundheitswesen tätig war. Die WHO geht aber davon aus, dass der Ausbruch nicht dort begann, sondern in einem Bergbaugebiet. Von dort seien Infizierte wohl unter anderem nach Bunia gekommen, hieß es in einem Lagebericht der WHO am Sonntag.Ärzte ohne Grenzen plant Großeinsatz
Seltene Ebola-Variante ohne Impfstoff
Bildnachweis: © Hajarah Nalwadda/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
WHO warnt: Ebola im Kongo mit hoher Ausbreitungsgefahr
In der Demokratischen Republik Kongo ist eine seltene Ebola-Variante ausgebrochen. Es gibt hunderte Verdachtsfälle, aber keinen Impfstoff. Die WHO warnt zehn Länder vor einer Ausbreitung.
Meistgelesene Artikel
- 3. Oktober 2026
Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.
- 28. September 2026
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".
- 2. Oktober 2026
Schülerin bricht in Unterricht zusammen und stirbt
Eine 16-Jährige bricht während des Unterrichts zusammen und stirbt. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gibt es laut Polizei nicht. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln zur Todesursache.
Neueste Artikel
- 11. Oktober 2026
Mann stirbt in Tigergehege in England
In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - für ihn kommt jede Hilfe zu spät.
- 11. Oktober 2026
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Mehrere Menschen kommen ums Leben. In den Metropolen an der Ostküste dürfte es sehr nass werden.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 11. Oktober 2026
Mann stirbt in Tigergehege in England
In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - für ihn kommt jede Hilfe zu spät.
- 11. Oktober 2026
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Mehrere Menschen kommen ums Leben. In den Metropolen an der Ostküste dürfte es sehr nass werden.

