24. Juli 2026 / Aus aller Welt

WHO: Mehrere Fälle von West-Nil-Fieber in Südeuropa

Die meisten Infizierten merken nach einem Mückenstich nicht einmal, dass sie angesteckt wurden. Doch zuletzt gab es in Südeuropa etliche schwere Krankheitsfälle - vor allem in einem Land.

Eine Mücke sticht zu
Veröffentlicht am 24. Juli 2026 um 13:13 Uhr von dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft wegen mehrerer Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Südeuropa zu verstärkter Wachsamkeit auf. Insbesondere in Griechenland und Italien habe die Zahl der Erkrankungen durch das von Mücken übertragene Virus in den letzten Wochen zugenommen, teilte das WHO-Regionalbüro für Europa in Kopenhagen mit. Die Krankheitssaison beginne gerade erst.

In Griechenland wurden allein in der vergangenen Woche laut WHO 14 Erkrankungen bestätigt. Damit stieg die Gesamtzahl seit Jahresbeginn auf 21 Fälle. 13 der Erkrankten waren demnach noch in Krankenhäusern, 3 davon nach Angaben der griechischen Nationalbehörde für öffentliche Gesundheit auf Intensivstationen. 

Italien meldete der WHO zufolge 21 Fälle in 17 Regionen. Jeweils zwei Fälle wurden in Spanien, Rumänien und Nordmazedonien festgestellt.

Zwei Erkrankungen im laufenden Jahr in Deutschland registriert

Das West-Nil-Virus wird nach WHO-Angaben meist zwischen Mücken und Vögeln übertragen. Infizierte Mücken können aber auch Menschen stechen und diese anstecken, am häufigsten zwischen Juli und September. Die meisten Infizierten bemerken die Ansteckung dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge nicht. Forscher gehen deshalb von einer hohen Dunkelziffer aus.

In Deutschland wurden im laufenden Jahr bis Ende vergangener Woche nach RKI-Angaben zwei Fälle von West-Nil-Fieber registriert. Beide Infektionen wurden dem Institut zufolge auf Reisen erworben.

Tipps zum Schutz vor Mückenstichen

Etwa ein Fünftel der Infizierten entwickelt laut RKI grippeähnliche Symptome, die 2 bis 14 Tage nach der Infektion beginnen. In schweren Fällen kann es zu Erkrankungen des Nervensystems kommen, darunter Enzephalitis und Hirnhautentzündung. Es gibt weder einen Impfstoff noch ein Gegenmittel. Ärzte können nur die Symptome behandeln.

Die WHO erklärte, das Risiko einer schweren Erkrankung sei für die meisten Menschen gering, doch wegen der längeren und heißeren Sommer erhöhe sich die Möglichkeit einer Ansteckung. «Wer nach einem Mückenstich hohes Fieber, Hautausschlag oder Nackensteifigkeit entwickelt, sollte unverzüglich einen Arzt aufsuchen», mahnte WHO-Regionaldirektor Hans Henri Kluge. Die WHO rät Reisenden, sich unter anderem durch Kleidung und Repellentien das Risiko für Mückenstiche zu senken.


Bildnachweis: © Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Aus aller Welt

Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.

weiterlesen...
Schülerin bricht in Unterricht zusammen und stirbt
Aus aller Welt

Eine 16-Jährige bricht während des Unterrichts zusammen und stirbt. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gibt es laut Polizei nicht. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln zur Todesursache.

weiterlesen...
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Lokalnachrichten Lippstadt

Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".

weiterlesen...

Neueste Artikel

Lawine in Chile: Drei Tote bei Ausflug in gesperrtem Gebiet
Aus aller Welt

Viel Schnee, steigende Temperaturen und ignorierte Warnungen: In den chilenischen Anden endet ein unerlaubter Ausflug tödlich.

weiterlesen...
Messerangriff im Seniorenheim: Verdächtiger saß im Rollstuhl
Aus aller Welt

Ein 72-jähriger Bewohner soll in einem Seniorenheim im Münsterland mehrere Frauen mit einem Messer angegriffen haben. Eine starb. Die Ermittler versuchen, Antworten zu finden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Lawine in Chile: Drei Tote bei Ausflug in gesperrtem Gebiet
Aus aller Welt

Viel Schnee, steigende Temperaturen und ignorierte Warnungen: In den chilenischen Anden endet ein unerlaubter Ausflug tödlich.

weiterlesen...
Messerangriff im Seniorenheim: Verdächtiger saß im Rollstuhl
Aus aller Welt

Ein 72-jähriger Bewohner soll in einem Seniorenheim im Münsterland mehrere Frauen mit einem Messer angegriffen haben. Eine starb. Die Ermittler versuchen, Antworten zu finden.

weiterlesen...