Nach der folgenschweren Autofahrt durch eine Fußgängerzone mit mehreren Verletzten im nordhessischen Hofgeismar versucht die Polizei weiter, mehr zu dem Hergang und den Hintergründen herauszufinden. Dabei waren am Freitag nach Angaben der Polizei acht Passanten verletzt worden. Die Behörden und Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) gehen von einem Unfall aufgrund eines medizinischen Notfalls aus. Vier der Verletzten waren vorsorglich in Krankenhäuser gebracht worden, sie hatten nach Polizeiangaben Schürfwunden, Prellungen oder Schocks davongetragen. Schwere Verletzungen sollen bei keinem der verletzten Passanten vorgelegen haben. Wie hoch der bei dem Zwischenfall entstandene Schaden ist, blieb zunächst unklar. Eine erste Schadensschätzung der Polizei könnte es am Wochenende geben, möglicherweise aber auch erst am Montag, wie die Beamten auf Anfrage mitteilten. Poseck hatte am Freitag deutlich gemacht, dass er keine vorsätzliche Tat sieht. «Nach allen mir vorliegenden Informationen ist in Hofgeismar von einem tragischen Unfallgeschehen infolge eines medizinischen Notfalls auszugehen», hatte er laut Mitteilung erklärt. Seine Gedanken seien bei den Verletzten «und denjenigen, die durch den Vorfall in Angst und Schrecken versetzt wurden. Ich wünsche ihnen, dass sie schnell und vollständig genesen», so der Minister, der sich auch bei den Einsatzkräften bedankte. Der Vorfall hatte in der Kleinstadt mit knapp 16.000 Einwohnern große Aufregung ausgelöst. Laut Hauptamtsleiter Chris Dworak war sofort die Frage aufgekommen, welchen Hintergrund der Vorfall haben könnte. Das Telefon habe nicht mehr stillgestanden. Mit Blick auf den Schutz vor solchen und anderen Vorfällen mit Autos erklärte Poseck, die Sicherheitsmaßnahmen seien in den Innenstädten in Hessen bereits allgemein hoch. «Fußgängerzonen sind häufig bereits durch Poller abgesichert», so der Minister. «Das Unfallgeschehen in Hofgeismar bietet aus meiner Sicht keinen Anlass, weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und noch mehr Poller einzusetzen.» Es handele sich um einen tragischen Einzelfall. «So etwas lässt sich leider niemals und nirgendwo komplett ausschließen. Innenstädte müssen auch grundsätzlich erreichbar bleiben.» Das Auto war nach Polizeiangaben nach einer mehrere Hundert Meter langen Irrfahrt gegen ein Kaufhaus-Schaufenster geprallt. Der Fahrer des Wagens, bei dem es sich laut Polizei um einen 68 Jahre alten Mann aus Hofgeismar (Landkreis Kassel) handelt, wurde von einem Notarzt behandelt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und befand sich laut Polizei in einem kritischen Zustand. Passanten hätten zuvor bei dem Mann in seinem Auto Erste Hilfe geleistet. Offizielle Statistiken, wie häufig es zu medizinischen Notfällen hinter dem Steuer von Autos kommt, gibt es derweil laut Automobilclub ADAC nicht. Im konkreten Fall sei auch nicht bekannt, um welche Art Notfall es sich handelte. Ganz allgemein gelte aber, dass Autofahrer, die gesundheitliche Beeinträchtigungen bei sich feststellen, ihren Wagen möglichst rasch und sicher zum Stillstand bringen und bei Bedarf - sofern ihnen dies möglich ist - den Notruf verständigen sollten, wie ein Sprecher des ADAC Hessen-Thüringen sagte. Auf Autobahnen etwa sollte das Fahrzeug möglichst auf den Seitenstreifen oder einen Parkplatz gelenkt werden, sofern der Autofahrer oder die -fahrerin dazu in der Lage ist. Es gehe um den Schutz der eigenen Gesundheit, aber auch den anderer Verkehrsteilnehmer. Medizinische Notfälle könnten letztlich jeden Autofahrenden treffen.Wohl keine vorsätzliche Tat
Hohe Sicherheitsmaßnahmen in Hessens Innenstädten
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Ermittlungen nach Irrfahrt mit Verletzten in Hessen laufen
Hessens Innenminister Poseck spricht von einem tragischen Einzelfall. Einen Anlass, noch mehr Poller in Städten aufzustellen, biete der Vorfall nicht.
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