Die Wald- und Flächenbrände auf der Insel Borneo haben einem Orang-Utan offenbar das Leben gekostet. Das erwachsene Männchen namens Sampurna war zuvor schwer geschwächt auf einer Palmölplantage in der indonesischen Provinz West-Kalimantan gefunden worden, wie das Forstministerium mitteilte. Wenige Stunden nach seiner Rettung starb der Menschenaffe an schweren Atemproblemen. Eine Obduktion habe unter anderem Schäden an der Lunge ergeben, die mit längerer Rauchbelastung und akutem Sauerstoffmangel zusammenhängen könnten, schrieb die Behörde. Auf Borneo wüten seit Wochen immer wieder schwere Waldbrände, die bereits andere Orang-Utans in Gefahr gebracht hatten. Anwohner hatten Sampurna am Sonntag im Bezirk Ketapang völlig entkräftet entdeckt. Als ein gemeinsames Rettungsteam der Naturschutzbehörde BKSDA und der Natur- und Tierschutzorganisation YIARI eintraf, konnte der Orang-Utan nicht mehr aufstehen und rang nach Luft. Tierärzte versorgten ihn zunächst mit Sauerstoff und Infusionen und brachten ihn anschließend in ein Rehabilitationszentrum von YIARI. Das YIARI-Zentrum gehört zu den wichtigsten Einrichtungen für den Schutz von Orang-Utans in Indonesien. Dort werden seit vielen Jahren beschlagnahmte, verletzte und verwaiste Tiere medizinisch versorgt und auf eine Rückkehr in ihren natürlichen Lebensraum vorbereitet. Sampurnas Zustand verschlechterte sich jedoch rapide. Kurze Zeit später starb das etwa 20 Jahre alte Männchen. «Wir bedauern zutiefst, dass Sampurna nicht gerettet werden konnte», sagte Murlan Dameria Pane von der örtlichen Naturschutzbehörde laut Ministerium. Die bei der Obduktion festgestellten Lungenschäden könnten den Behörden zufolge mit einer längeren Rauchbelastung und akutem Sauerstoffmangel zusammenhängen. Schwere Verbrennungen seien bei dem Tier nicht festgestellt worden, hieß es. Die Tierärzte beobachteten jedoch Atemprobleme und Erbrechen. In der Nähe fanden die Helfer zudem keine Wasserquelle. Den Angaben zufolge war Sampurna noch am 16. August von der Orang-Utan-Schutzeinheit von YIARI beobachtet worden und hatte sich demnach noch normal bewegt. Rund zwei Wochen später ist er nun gestorben. Der Tod des Orang-Utans verdeutlicht die Gefahr, die Brände für die stark bedrohten Tiere darstellen. Feuer vernichten Nahrung und Rückzugsgebiete und treiben die Tiere auf Plantagen und in andere Gebiete, wo sie starkem Rauch ausgesetzt sind und häufiger mit Menschen in Konflikt geraten können. Die faszinierenden «Waldmenschen» mit dem rotbraunen Fell leben in der Wildnis nur noch auf Borneo und Sumatra - und verlieren jeden Tag ein Stück mehr ihres Dschungelreichs. Gerodet wird für Palmölplantagen, Papier und seltene Erden. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft Orang-Utans mittlerweile als «vom Aussterben bedroht» ein. Auch Wilderei macht den Primaten schwer zu schaffen. Gleichzeitig erlebt Indonesien derzeit eine schwere Trockenperiode. Nach Regierungsangaben brannten allein im Juli fast 95.000 Hektar Wald und Land in Kalimantan und auf Sumatra.Was war passiert?
Lungenschäden und Atemprobleme
Vom Aussterben bedroht
Bildnachweis: © -/Yayasan Inisiasi Alam Rehabilitasi Indonesia (YIARI)/dpa
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Waldbrände auf Borneo: Orang-Utan stirbt an Atemproblemen
Auf Borneo wüten Waldbrände. Für die ohnehin bedrohten Orang-Utans wird die Feuer-Saison zur zusätzlichen Gefahr: Ein Tier wird erst gerettet und stirbt dann doch – vermutlich an der Rauchbelastung.
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