3. Juni 2026 / Aus aller Welt

Wal-Obduktion am Strand: Nichts für schwache Nerven

Am Strand der Insel ist schon einiges für die Untersuchung des toten Buckelwals vorbereitet. Hat das Rätselraten um die Todesursache des Tiers bald ein Ende?

Der Buckelwal soll am Donnerstag obduziert werden.
Veröffentlicht am 3. Juni 2026 um 15:26 Uhr von dpa

Der Strand der dänischen Insel Anholt wird am Donnerstag Schauplatz für die Obduktion des als «Timmy» bekannten Buckelwals. Tierärzte und Wal-Experten wollen den Kadaver untersuchen und wissenschaftliche Proben entnehmen. Presse und Öffentlichkeit dürfen zusehen. Der dänische Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen warnte: Das werde nichts für schwache Nerven. «Der Wal hat jetzt schon sehr lange in der Sonne gelegen und wird sehr stinken», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Ein Bergungsteam hatte den Kadaver am Wochenende aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Der Wal hatte da bereits zwei Wochen tot vor der Insel gelegen. Mit Hilfe eines Radladers wurde Anfang der Woche der sandige Untergrund rund um den Wal geglättet. Anschließend wurden einige Metallplatten ausgelegt und Container bereitgestellt. 

So wird die Obduktion ablaufen

Am Donnerstagnachmittag soll das Untersuchungsteam mit der Fähre auf der kleinen Urlaubsinsel ankommen. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern. Vor allem wollen die Experten herausfinden, woran der Wal gestorben ist. «Das Tier wird zunächst vermessen, sein Geschlecht wird bestimmt werden, und dann wird man Hautproben für einen DNA-Test entnehmen», erklärte Wal-Experte Madsen. Das Team werden äußere Verletzungen dokumentieren und nach Anzeichen für Krankheiten und Parasiten schauen.

«Dann wird man den Kadaver mit einem langen Messer punktieren, eine Art Loch hineinschneiden», sagte Madsen. «Das wird heftig: Man kann sich das vorstellen, als wenn man in einen Ballon sticht - da ist wirklich Druck drauf.» Durch Fäulnisgase war der Kadaver in den vergangenen Wochen stark aufgebläht. 

Anschließend werden die Organe und andere Teile des Tiers gründlich untersucht, etwa auf innere Blutungen. Wasser in der Lunge könnte ein Indiz dafür sein, dass der Wal ertrunken ist. «Weil das Tier schon so lange tot ist, könnte es aber schwierig werden, dazu etwas zu sagen.»

Überreste des Kadavers: Mit der Fähre aufs Festland

Im Darm des Buckelwals werden die Experten nach Plastik und Fischereimaterial suchen. «Vier der sechs letzten in Dänemark gestrandeten Buckelwale hatten zuvor Kontakt zu Fischernetzen - und wir wissen sicher, dass die zu ihrem Tod beigetragen haben», sagte Madsen, der in den letzten 25 Jahren nach eigenen Angaben bei jeder Wal-Obduktion in Dänemark dabei war.

Dass die Untersuchungen direkt am Strand von Anholt stattfinden, war eigentlich nicht so geplant. Ursprünglich hatten die dänischen Behörden versucht, den Kadaver in einen Hafen zu ziehen. Das missglückte aber. Nun sollen die Überreste nach der Obduktion in eine Verwertungsanlage auf dem Festland gebracht werden.


Bildnachweis: © Kai Moorschlatt/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Aus aller Welt

Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.

weiterlesen...
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Lokalnachrichten Lippstadt

Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".

weiterlesen...
Neue Bauordnung NRW: Was Bauherren in Lippstadt jetzt wissen müssen
Politik & Rathaus

Seit dem 1. September gilt in NRW eine neue Bauordnung: kürzere Fristen, Bauantrag nur noch digital, Dachausbau oft ohne Genehmigung.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufigste Todesursache
Aus aller Welt

Herzinfarkte und Schlaganfälle bleiben die tödlichsten Erkrankungen. Die Fallzahlen sinken seit dem Jahr 2022 aber deutlich.

weiterlesen...
Tote bei Waffenkontrolle: Was wissen wir und was nicht
Aus aller Welt

Bei einer Kontrolle im Landkreis Neumarkt werden zwei Behördenmitarbeiter erschossen. Ein 60-Jähriger verschanzte sich stundenlang – was geschah bei dem Einsatz?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufigste Todesursache
Aus aller Welt

Herzinfarkte und Schlaganfälle bleiben die tödlichsten Erkrankungen. Die Fallzahlen sinken seit dem Jahr 2022 aber deutlich.

weiterlesen...
Tote bei Waffenkontrolle: Was wissen wir und was nicht
Aus aller Welt

Bei einer Kontrolle im Landkreis Neumarkt werden zwei Behördenmitarbeiter erschossen. Ein 60-Jähriger verschanzte sich stundenlang – was geschah bei dem Einsatz?

weiterlesen...