31. Juli 2025 / Aus aller Welt

Statistik: Fast 12.000 E-Scooter-Unfälle im Jahr 2024

E-Scooter-Unfälle geschehen immer öfter: Besonders häufig verunglücken junge Menschen in Großstädten – oft spielt auch Alkohol eine Rolle.

Mehr als die Hälfte aller E-Scooter-Unfälle registrierte die Polizei in großen Städten. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 31. Juli 2025 um 15:57 Uhr von dpa

Mehr Tote, mehr Verletzte: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Unfälle von E-Scootern deutlich gestiegen. Von rund 9.400 Unfällen im Jahr 2023 erhöhte sie sich um mehr als 26 Prozent auf 11.944 im Jahr 2024, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Insgesamt starben dabei 27 Menschen – 2023 waren es noch 22 gewesen. Ein Großteil der Verletzten und alle bei den Unfällen Getöteten waren selbst Fahrer oder Fahrerin des E-Scooters, wie es von den Statistikern hieß. Nicht in der Statistik enthalten sind Unfälle, die durch unachtsam abgestellte E-Scooter verursacht werden. In manchen Städten ist das Abstellen mittlerweile nur noch auf Sammelparkplätzen erlaubt.

Falsche Benutzung oft Grund für Unfälle

Zwar könnten Unfälle nicht immer auf einen einzigen Grund zurückgeführt werden, hieß es vom Bundesamt. Häufig registrierte die Polizei deshalb mehrere Fehlverhalten als Grund für Unfälle. Am häufigsten: die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege (21,2 Prozent).

Die E-Scooter-Nutzenden müssen, so weit vorhanden, Fahrradwege oder Schutzstreifen nutzen. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen, das Fahren auf Gehwegen ist verboten.

Besonders häufig stellte die Polizei 2024 bei E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrern zudem Alkoholeinfluss fest (12,4 Prozent der Fälle). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren es bei Fahrradfahrern 7,8 Prozent und bei zulassungsfreien Krafträdern wie Mofas oder Pedelecs 5,9 Prozent.

Alter ungleich verteilt

Insbesondere junge Menschen sind laut Bundesamt in Unfälle mit E-Scootern verwickelt. Im vergangenen Jahr war knapp die Hälfte der verunglückten Fahrerinnen und Fahrer jünger als 25 Jahre. 82 Prozent von ihnen waren jünger als 45 Jahre. Ein Grund für die Unterschiede dürfte nach Angaben der Statistiker sein, dass jüngere Menschen im Allgemeinen mehr mit E-Scootern unterwegs sind als ältere.

Unfälle mit E-Scootern geschehen zudem besonders häufig in Großstädten. So wurden 2024 mehr als die Hälfte der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern registriert. Bei Unfällen mit Pedelecs (29,6 Prozent) oder Fahrrädern ohne Hilfsmotor (45,1 Prozent) war der Anteil deutlich geringer.

Insgesamt spielten E-Scooter im Unfallgeschehen allerdings eine vergleichsweise geringe Rolle: 2024 registrierte die Polizei insgesamt 290.701 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. An lediglich 4,1 Prozent der Fälle war ein E-Scooter-Fahrer oder eine E-Scooter-Fahrerin beteiligt. Im Vergleich zu 2023 (3,2 Prozent) stieg der Anteil dennoch.

Versicherer: Private Scooter sicherer

Laut Gesamtverband der Versicherer hängt die Unfallgefahr bei E-Scootern auch vom Fahrverhalten ab – E-Scooter in Privatbesitz verursachen demnach deutlich seltener Unfälle als solche, die ausgeliehen werden können. «Wer einen eigenen Scooter hat, ist in der Regel Vielfahrer, nutzt den Scooter oft für den Arbeitsweg», sagte die Leiterin der Unfallforschung des Verbands, Kirstin Zeidler. «Nutzer von Leih-Scootern sind hingegen jünger, fahren meist in der Freizeit, oft ohne Helm, sind weniger geübt und fahren öfter auf dem Gehweg, obwohl das nicht erlaubt ist», sagte sie.


Bildnachweis: © Christian Charisius/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Aus aller Welt

Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.

weiterlesen...
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Lokalnachrichten Lippstadt

Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".

weiterlesen...
Schülerin bricht in Unterricht zusammen und stirbt
Aus aller Welt

Eine 16-Jährige bricht während des Unterrichts zusammen und stirbt. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gibt es laut Polizei nicht. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln zur Todesursache.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mann stirbt in Tigergehege in England
Aus aller Welt

In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - für ihn kommt jede Hilfe zu spät.

weiterlesen...
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
Aus aller Welt

In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Mehrere Menschen kommen ums Leben. In den Metropolen an der Ostküste dürfte es sehr nass werden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mann stirbt in Tigergehege in England
Aus aller Welt

In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - für ihn kommt jede Hilfe zu spät.

weiterlesen...
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
Aus aller Welt

In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Mehrere Menschen kommen ums Leben. In den Metropolen an der Ostküste dürfte es sehr nass werden.

weiterlesen...