3. Oktober 2025 / Aus aller Welt

Sean Combs bittet vor Gericht um Gnade

Seit rund einem Jahr sitzt Sean Combs in New York im Gefängnis. Im Juli wurde er wegen Sexualstraftaten verurteilt. Jetzt erfährt der Rapper sein Strafmaß. Im Gericht ergreift er selbst das Wort.

Das Strafmaß für den US-Rapper soll heute verkündet werden. (Archivbild)
Veröffentlicht am 3. Oktober 2025 um 22:39 Uhr von dpa

Kurz vor der Verkündung des Strafmaßes gegen Sean Combs hat der US-Rapper vor Gericht in New York das Wort ergriffen. In einer emotionalen Ansprache bat er zuständigen Richter Arun Subramanian um Gnade. 

Combs dankte dem Richter für die Möglichkeit, sich endlich selbst äußern zu können. Es sei sehr schwierig gewesen, nicht ausdrücken zu können, wie sehr ihm seine früheren Handlungen leidtun würden, sagte der 55-Jährige übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge. 

Er wollte sich erneut bei seiner Ex-Freundin Cassie Ventura für zugefügtes Leid entschuldigen. Er entschuldigte sich auch bei seiner Mutter und seinen Kindern. Sein früheres Verhalten sei widerlich, beschämend und krank gewesen, sagte Combs. Er habe unter Einfluss von Drogen völlig die Kontrolle verloren.

Kinder unterstützen ihren Vater 

Er würde sich jetzt selbst hassen, doch er sei kein schlechter Mensch. Er könne die Vergangenheit nicht ändern, aber er könne die Zukunft ändern. Er habe viel gelernt und könne ein besserer Mensch werden. 

Zuvor hatten sechs seiner Kinder den Rapper vor Gericht unterstützt. Die Zeit im Gefängnis habe seinen Vater «völlig verändert», sagte sein Sohn Quincy Brown. Die Kinder baten den Richter um eine zweite Chance für ihren Vater, den sie damit zu Tränen rührten. 

Während die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von elf Jahren und drei Monaten anvisiert, fordert die Verteidigung des Rappers eine Höchststrafe von 14 Monaten. 

In dem aufsehenerregenden Prozess hatten Geschworene den Musiker Anfang Juli teilweise schuldig gesprochen. Sie befanden Combs nur im Zusammenhang mit Prostitution schuldig – dem am wenigsten schwerwiegenden Anklagepunkt. Zu den Anklagepunkten der Verschwörung zur organisierten Kriminalität und des Menschenhandels entschieden die Geschworenen auf unschuldig. Wäre der Rapper in allen Punkten für schuldig befunden worden, hätte ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe gedroht.


Bildnachweis: © Mark Von Holden/Invision via AP/dpa
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