Nach der schweren Explosion in einem Munitionslager der ethnischen Rebellengruppe TNLA im Nordosten Myanmars ist die genaue Zahl der Todesopfer noch immer unklar. Die Hilfsorganisation Let Phat Nyunt Social Assistance Association sprach am Morgen (Ortszeit) von bislang 46 geborgenen Leichen, darunter seien mindestens sechs Kinder. Örtliche Rettungskräfte und Anwohner berichteten dagegen von bis zu 55 Toten. Etwa 70 weitere Menschen sollen verletzt worden sein. «Die Verwundeten brauchen dringend Blut», sagte der Augenzeuge Mai Chit der Deutschen Presse-Agentur. «Die Explosion hat einen großen Teil des Dorfes zerstört. Die Menschen benötigen Unterkünfte und Lebensmittel, und Bewohner aus den Nachbardörfern helfen den Betroffenen», fügte er hinzu. Das Unglück ereignete sich am Sonntagmittag in einem Dorf bei Namkham nahe der chinesischen Grenze. Das Lager gehörte nach Angaben der TNLA der Gruppe selbst. Die Detonation richtete schwere Schäden an Wohnhäusern und anderen Gebäuden an. Rettungskräfte suchten weiter nach möglichen Überlebenden und Vermissten. Ein weiterer Dorfbewohner, Min Myo, schilderte die Wucht der Detonation: «Wir hörten das lauteste Geräusch unseres Lebens, und dann sahen wir den Rauch.» Die TNLA erklärte in einer Stellungnahme, in dem Lager seien kommerzielle Sprengstoffe aufbewahrt worden, die für den Betrieb eines Steinbruchs bestimmt gewesen seien. Diese Angabe ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Die Gruppe sprach den Familien der Toten und Verletzten ihr Mitgefühl aus und kündigte eine Untersuchung an. Was die Explosion auslöste, ist bislang nicht bekannt. Die TNLA teilte mit, die Ermittlungen zur Unglücksursache seien noch nicht abgeschlossen. Seit dem Militärputsch von 2021 wütet im früheren Birma ein blutiger Bürgerkrieg. Die Junta steht einem breiten Bündnis aus demokratischen Kräften und bewaffneten ethnischen Gruppen gegenüber. Die TNLA (Ta'ang National Liberation Army) ist eine mächtige Rebellenarmee, die im nördlichen Shan-Staat operiert und dort faktisch eigene Regierungsstrukturen aufgebaut hat.«Lautestes Geräusch unseres Lebens»
Ursache noch unklar
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Trauer nach gewaltiger Explosion in Myanmar - bis zu 55 Tote
Plötzlich fliegt in Myanmar ein Munitionslager in die Luft. Am Tag nach der Tragödie ist klar: Bis zu 55 Menschen sind tot, darunter Kinder. Was sagen Augenzeugen?
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