1. Juni 2026 / Aus aller Welt

Trauer nach gewaltiger Explosion in Myanmar - bis zu 55 Tote

Plötzlich fliegt in Myanmar ein Munitionslager in die Luft. Am Tag nach der Tragödie ist klar: Bis zu 55 Menschen sind tot, darunter Kinder. Was sagen Augenzeugen?

Die Zerstörungen im Dorf sind verheerend.
Veröffentlicht am 1. Juni 2026 um 07:58 Uhr von dpa

Nach der schweren Explosion in einem Munitionslager der ethnischen Rebellengruppe TNLA im Nordosten Myanmars ist die genaue Zahl der Todesopfer noch immer unklar. Die Hilfsorganisation Let Phat Nyunt Social Assistance Association sprach am Morgen (Ortszeit) von bislang 46 geborgenen Leichen, darunter seien mindestens sechs Kinder. Örtliche Rettungskräfte und Anwohner berichteten dagegen von bis zu 55 Toten. 

Etwa 70 weitere Menschen sollen verletzt worden sein. «Die Verwundeten brauchen dringend Blut», sagte der Augenzeuge Mai Chit der Deutschen Presse-Agentur. «Die Explosion hat einen großen Teil des Dorfes zerstört. Die Menschen benötigen Unterkünfte und Lebensmittel, und Bewohner aus den Nachbardörfern helfen den Betroffenen», fügte er hinzu.

Das Unglück ereignete sich am Sonntagmittag in einem Dorf bei Namkham nahe der chinesischen Grenze. Das Lager gehörte nach Angaben der TNLA der Gruppe selbst. Die Detonation richtete schwere Schäden an Wohnhäusern und anderen Gebäuden an. Rettungskräfte suchten weiter nach möglichen Überlebenden und Vermissten.

«Lautestes Geräusch unseres Lebens»

Ein weiterer Dorfbewohner, Min Myo, schilderte die Wucht der Detonation: «Wir hörten das lauteste Geräusch unseres Lebens, und dann sahen wir den Rauch.» 

Die TNLA erklärte in einer Stellungnahme, in dem Lager seien kommerzielle Sprengstoffe aufbewahrt worden, die für den Betrieb eines Steinbruchs bestimmt gewesen seien. Diese Angabe ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Die Gruppe sprach den Familien der Toten und Verletzten ihr Mitgefühl aus und kündigte eine Untersuchung an. 

Ursache noch unklar

Was die Explosion auslöste, ist bislang nicht bekannt. Die TNLA teilte mit, die Ermittlungen zur Unglücksursache seien noch nicht abgeschlossen.

Seit dem Militärputsch von 2021 wütet im früheren Birma ein blutiger Bürgerkrieg. Die Junta steht einem breiten Bündnis aus demokratischen Kräften und bewaffneten ethnischen Gruppen gegenüber. Die TNLA (Ta'ang National Liberation Army) ist eine mächtige Rebellenarmee, die im nördlichen Shan-Staat operiert und dort faktisch eigene Regierungsstrukturen aufgebaut hat.


Bildnachweis: © -/Palaung Land/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Feierabend trifft Sommerfeeling: Neue Konzertreihe der KWL startet im Kurpark Bad Waldliesborn
Stadt Lippstadt

Wenn die Temperaturen angenehm bleiben, die Sonne langsam untergeht und der Arbeitstag geschafft ist, gibt es kaum etwas...

weiterlesen...
Polizei beendet Geiselnahme in Berlin - Frau gerettet
Aus aller Welt

Kurz vor Feierabend bringt ein Mann in einem Supermarkt eine Frau in seine Gewalt. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg. Die Polizei verhandelt - dann stürmt sie das Gebäude.

weiterlesen...
100 Jahre Herbstwoche: Attraktive Fahrgeschäfte sorgen vom 16. bis 25. Oktober für Kirmesvergnügen
Stadt Lippstadt

Die Vorfreude wächst: Die Herbstwoche feiert vom 16. bis 25. Oktober ihr 100-jähriges Bestehen. Jetzt stehen auch die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mehr Übergriffe auf Bahn-Personal in Regionalzügen
Aus aller Welt

Beschäftigte in Pendlerzügen kontrollieren Fahrscheine und bekommen viel Frust bei Verspätungen ab. Für mehr Schutz vor Aggressionen soll auch zusätzliche Technik sorgen.

weiterlesen...
Marius Borg Høiby bleibt mit Fußfessel im Hausarrest
Aus aller Welt

Das Bezirksgericht in Oslo verlängert die Untersuchungshaft für Marius Borg Høiby um vier Wochen, er bleibt im Hausarrest. Eine Freilassung ist damit erst einmal vom Tisch.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mehr Übergriffe auf Bahn-Personal in Regionalzügen
Aus aller Welt

Beschäftigte in Pendlerzügen kontrollieren Fahrscheine und bekommen viel Frust bei Verspätungen ab. Für mehr Schutz vor Aggressionen soll auch zusätzliche Technik sorgen.

weiterlesen...
Marius Borg Høiby bleibt mit Fußfessel im Hausarrest
Aus aller Welt

Das Bezirksgericht in Oslo verlängert die Untersuchungshaft für Marius Borg Høiby um vier Wochen, er bleibt im Hausarrest. Eine Freilassung ist damit erst einmal vom Tisch.

weiterlesen...