18. Mai 2026 / Aus aller Welt

Mädchenleiche im Main hat nach 25 Jahren einen Namen

Vor einem Vierteljahrhundert wird ein totes Mädchen im Frankfurter Main entdeckt. Nun führen neue Hinweise in dem Fall zu einer Festnahme: Der eigene Vater soll die Jugendliche getötet haben.

Laut Frankfurter Staatsanwaltschaft und LKA führte eine Fahndungskampagne zum Ermittlungserfolg. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 18. Mai 2026 um 13:17 Uhr von dpa

Fahndungserfolg nach einem Vierteljahrhundert: 25 Jahre nach dem Fund einer Frauenleiche in Frankfurt ist die Identität der Toten geklärt und ihr Vater festgenommen worden. Der 67-Jährige werde dringend verdächtigt, im Jahr 2001 seine damals 16-jährige Tochter getötet und deren Leichnam in den Main geworfen zu haben, teilten die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Hessische Landeskriminalamt mit. 

«Wir konnten nach 25 Jahren das sogenannte Mädchen aus dem Main identifizieren und ihm endlich einen Namen geben: Das Mädchen hieß Diana», sagte Oberstaatsanwalt Dominik Mies.

Der deutsche Staatsangehörige, der in Pakistan geboren wurde, war nach der Festnahme in der vergangenen Woche direkt einem Haftrichter vorgeführt worden. Er sitzt nun in Untersuchungshaft. Er sei des Mordes verdächtig, sagte Mies. Ob oder inwiefern sich der Tatverdächtige zu den Vorwürfen geäußert hat, wollte Mies nicht sagen.

«Identify Me» ist Kampagne zur Identifizierung von Frauen

Die Leiche der 16-Jährigen war am Nachmittag des 31. Juli 2001 im Fluss treibend von Passanten entdeckt worden. Ihre Identität war jahrzehntelang unbekannt geblieben – bis jetzt. «Die entscheidenden Hinweise ergaben sich durch die internationale Kampagne "Identify Me", im Rahmen derer im Oktober 2024 dazu aufgerufen wurde, Hinweise auf die Identität des "Mädchens aus dem Main" und zur Ermittlung des Täters zu geben», hieß es.

Den Ermittlungen zufolge soll der 67-Jährige seine Tochter zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 in der damaligen Familienwohnung in Offenbach durch eine Vielzahl brutaler Schläge getötet haben. Danach soll er den Leichnam der 16-Jährigen in ein Bettlaken mit Leopardenmuster eingewickelt, verschnürt und an einem Sonnenschirmständer befestigt haben – und diesen dann in Frankfurt in den Main geworfen haben. 

Jugendliche war vor dem Tod jahrelang misshandelt worden

Nach dem Fund der Leiche war auch über die Fernsehsendung «Aktenzeichen XY» nach dem Täter gefahndet worden. Eine Sonderkommission namens «Leopard» war mit dem Fall beschäftigt und zahlreichen Hinweisen und Spuren nachgegangen. Die damalige Obduktion hatte ergeben, dass die Jugendliche mit Schlägen gegen Brust und Bauch getötet und zuvor mehrere Jahre misshandelt worden war. 

«Nach den derzeitigen Ermittlungsergebnissen ist es so, dass die 16-Jährige wohl auch vor der hiesigen Tat schon erheblichen Misshandlungen ausgesetzt worden ist», sagte der Oberstaatsanwalt. Er rief mögliche weitere Zeugen dazu auf, sich zu melden: «Wenn Sie irgendetwas zu dieser Tat sagen können, bitte helfen Sie uns.»

«Kein Täter kann sich je sicher fühlen, ungestraft davonzukommen»

«Kein Täter kann sich je sicher fühlen, ungestraft davonzukommen», sagte Hessens Justizminister Christian Heinz. «Unsere Strafverfolgungsbehörden lassen nicht nach und tun alles dafür, die Straftaten aufzuklären und die Täter vor Gericht zu bringen. Das belegt der jüngste Ermittlungserfolg sehr eindrücklich.»

«Identify Me» ist eine internationale Fahndungskampagne zur Identifizierung von Frauen, deren Leichen in sechs europäischen Ländern gefunden wurden und von denen viele vermutlich einem Tötungsdelikt zum Opfer fielen. Die meisten Fälle sind ungeklärte Altfälle, sogenannte Cold Cases. Ihre Leichen wurden in Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Spanien gefunden.


Bildnachweis: © Boris Roessler/dpa
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