9. April 2026 / Aus aller Welt

Tod von Matthew Perry – Lange Haft für «Ketamin-Königin»

2023 wurde «Friends»-Star Matthew Perry mit einem Narkosemittel in seinem Blut tot aufgefunden. Eine Drogenlieferantin hatte ihn mit Ketamin versorgt. Jetzt muss sie für viele Jahre ins Gefängnis.

Perry wurde am 28. Oktober 2023 tot im Whirlpool seines Hauses in Los Angeles gefunden. (Archivbild)
Veröffentlicht am 9. April 2026 um 00:49 Uhr von dpa

Zweieinhalb Jahre nach dem Tod von «Friends»-Star Matthew Perry ist eine Drogenlieferantin zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die als «Ketamin-Königin» bekannte Frau hatte die Dosis des Narkosemittels Ketamin geliefert, die im Oktober 2023 zum Tod des Schauspielers führte.

Die zuständige Richterin in Los Angeles kam mit der langen Haftstrafe dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf 15 Jahre Gefängnis nach. Die Verteidigung argumentierte, dass die 42-Jährige seit ihrer Festnahme im August 2024 in Untersuchungshaft gesessen und damit bereits ausreichend Zeit hinter Gitter verbracht habe. 

Mit Ketamin versorgt

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Dealerin Perry in den Wochen vor seinem Tod über einen Mittelsmann mehr als 50 Dosen Ketamin verkauft. Am Tag seines Todes soll Perrys Assistent dem Star auf dessen Wunsch mindestens drei Dosen verabreicht haben. Als die Todesnachricht viral ging, habe die Frau ihre Helfer aufgefordert, alle SMS-Nachrichten über die Beschaffung zu löschen und Spuren zu verwischen. In ihrem Haus in North Hollywood seien große Mengen verschiedener Drogen, darunter auch Methamphetamin und Ecstasy, gefunden worden. 

Angehörige im Gericht

Angehörige und Freunde von Perry wohnten der Verkündung der Strafe im Gericht bei. Der Stiefvater des Schauspielers, Keith Morrison, sprach laut der «Los Angeles Times» über den schweren Verlust und die tiefe Trauer um Perry. Die Dealerin habe wissentlich einen Suchtkranken mit Drogen versorgt, sagte Morrison bei der Anhörung. 

Auch die Angeklagte ergriff das Wort und entschuldigte sich für ihr Vorgehen. Sie sei zutiefst beschämt, sagte die Frau laut US-Medienberichten. Sie selbst habe Suchtprobleme gehabt, habe aber seit ihrer Festnahme den Drogen abgeschworen. 

Bei der 42-Jährigen, die einen amerikanischen und einen britischen Pass besitzt, kamen weitere Umstände erschwerend hinzu. Sie hatte eingeräumt, im Jahr 2019 einem Kunden vier Fläschchen Ketamin verkauft zu haben, das Opfer starb wenige Stunden später an einer Überdosis. 

Weitere Angeklagte

Neben der Drogenlieferantin waren nach Perrys Tod auch zwei Ärzte, ein Assistent und ein Bekannter des Schauspielers festgenommen worden. Sie sollen unter anderem seine Suchtprobleme ausgenutzt haben, um sich zu bereichern. 

Einer der Ärzte erhielt im vorigen Dezember zweieinhalb Jahre Haft, sein Kollege wurde zu acht Monaten Hausarrest verurteilt. Die Strafen für die weiteren zwei Angeklagten stehen noch aus.

Tod im Whirlpool

Perry war am 28. Oktober 2023 im Alter von 54 Jahren tot im Whirlpool seines Hauses in Los Angeles gefunden worden. Mit der zwischen 1994 und 2004 in den USA produzierten TV-Serie «Friends» über sechs junge Freunde in New York - an der Seite von Courteney Cox, Matt LeBlanc, Jennifer Aniston, Lisa Kudrow und David Schwimmer - wurde er weltweit bekannt. 

Kampf gegen die Sucht

Der Schauspieler hatte öffentlich über seinen Kampf gegen Suchterkrankungen gesprochen und in seiner Autobiografie «Friends, Lovers and the Big Terrible Thing» darüber geschrieben. Berichten zufolge war er wegen Depressionen und Angstzuständen in Behandlung, auch durch eine Ketamin-Therapie unter ärztlicher Aufsicht. Zusätzlich soll er sich das Mittel auf dem Schwarzmarkt besorgt haben.

Ketamin ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Narkosemittel. Ebenso können Menschen mit therapieresistenten Depressionen unter bestimmten Voraussetzungen mit Ketamin behandelt werden. Manche Partygänger nutzen das Mittel auch als illegale Clubdroge.


Bildnachweis: © Brian Ach/AP/dpa
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