Unter zunehmendem Druck von Unternehmen und einigen Staaten, in den Tiefseebergbau einzusteigen, beginnt in Jamaika die Vollversammlung der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA). Im Mittelpunkt der von Montag bis Freitag geplanten Verhandlungen der 172 Mitgliedstaaten steht ein mögliches Regelwerk, das den Rohstoffabbau am Meeresgrund regulieren soll. Die ISA wehrt sich gegen Schritte vor allem des Nicht-Mitgliedstaates USA, Bergbauunternehmen den Abbau einseitig zu genehmigen. Die Behörde wurde durch das 1994 in Kraft getretene UN-Seerechtsübereinkommen (Unclos) zur Verwaltung des Meeresbodens auf Hoher See geschaffen. Dieser gilt jenseits der nationalen Hoheitsbefugnisse als gemeinsames Erbe der Menschheit. «Der Tiefseeboden braucht jetzt Regeln - in Form eines klaren, wirksamen und international vereinbarten Regulierungsrahmens», sagte ISA-Generalsekretärin, Leticia Carvalho im Vorfeld der Vollversammlung. Ohne Regeln besteht laut der brasilianischen Ozeanographin das Risiko, am Meeresboden dieselben Ungerechtigkeiten und Zerstörungen zu wiederholen wie an Land. Umweltorganisationen setzten sich für ein Moratorium ein Viele Staaten und Umweltorganisationen wie WWF und Greenpeace fordern jedoch anstelle des sogenannten «Mining-Codes» ein Moratorium. Damit wollen sie den Tiefseebergbau so lange verhindern, bis eindeutig nachgewiesen ist, dass der Abbau von Rohstoffen am Grund der Tiefsee die Meeresumwelt nicht beeinträchtigt. «Die beschleunigte Verabschiedung eines ISA-Regelwerks ist kein neutraler Verwaltungsschritt. Es handelt sich um einen einschneidenden, unumkehrbaren Auslöser, der den Weg für die Entgegennahme und Genehmigung kommerzieller Bergbauanträge ebnet», heißt es in dem Bericht «Outside The Rules» (Außerhalb der Regeln) von Greenpeace und dem US-Center for Biological Diversity. Beim Tiefseebergbau geht es vor allem um den Abbau von Manganknollen. Diese entstehen über Millionen von Jahren und enthalten Rohstoffe wie Mangan, Kobalt, Kupfer und Nickel, die etwa zur Herstellung von Batterien für Elektroautos verwendet werden könnten. Studien zeigen große Gefahren für die bislang wenig erforschten Ökosysteme der Tiefsee.
Bildnachweis: © Ingo Wagner/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Tiefseebergbau: Internationale Behörde ringt um Regeln
Um Rohstoffe am Meeresboden schwelt seit Jahren ein Streit. Unternehmen drängen auf Abbau, Umweltverbände warnen vor irreversiblen Schäden.
Meistgelesene Artikel
- 3. Oktober 2026
Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.
- 28. September 2026
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".
- 2. Oktober 2026
Schülerin bricht in Unterricht zusammen und stirbt
Eine 16-Jährige bricht während des Unterrichts zusammen und stirbt. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gibt es laut Polizei nicht. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln zur Todesursache.
Neueste Artikel
- 16. Oktober 2026
Flugverkehr über Italien stundenlang gestört
Im italienischen Luftraum gibt es Probleme mit dem Datennetz. Betroffen sind auch Verbindungen nach Deutschland. Hacker-Angriffe schließt die Flugsicherung aus. Am Nachmittag gibt sie Entwarnung.
- 16. Oktober 2026
Fehlalarm an Bahnhöfen fordert zu Evakuierung auf
Reisende sollen den Bahnhof verlassen: Diese Ansagen gab es an Bahnhöfen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Ein Fehlalarm, wie sich herausstellte.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. Oktober 2026
Flugverkehr über Italien stundenlang gestört
Im italienischen Luftraum gibt es Probleme mit dem Datennetz. Betroffen sind auch Verbindungen nach Deutschland. Hacker-Angriffe schließt die Flugsicherung aus. Am Nachmittag gibt sie Entwarnung.
- 16. Oktober 2026
Fehlalarm an Bahnhöfen fordert zu Evakuierung auf
Reisende sollen den Bahnhof verlassen: Diese Ansagen gab es an Bahnhöfen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Ein Fehlalarm, wie sich herausstellte.

