War es rüde Polizeigewalt oder umsichtiger Schutz für Badegäste? Egal, denkt sich der Franke – Hauptsache, er schmeckt! Der Zwei-Meter-Wels, der am Brombachsee für Aufsehen sorgte, ist jedenfalls Geschichte. Der Fisch wurde laut Gastwirt Hans Nerreter komplett verspeist – aufgeteilt in 120 Filetportionen, serviert mit Beilagen für je 22,50 Euro. «Es gab große Nachfrage», sagt Nerreter, der Wels - oft auch als Waller bezeichnet - normalerweise in seinem Gasthof «Zum Goldenen Lamm» nicht auf der Karte hat. Das Fleisch des 90-Kilogramm-Tieres sei sehr fest und zart gewesen, auch wenn er doch einiges habe abschneiden müssen. Ein so großer und alter Fisch enthalte auch viel Fett – und das sei nicht unbedingt auf dem Teller erwünscht. «Geschmacklich wirkt sich das aber nicht negativ aus», sagt Nerreter. Das Echo sei sehr positiv gewesen, den Gästen habe der Promi-Wels gemundet. Kritik von Tierschützern habe es aber auch gegeben. Der Fisch war vor gut einer Woche auffällig geworden, als er im Brombachsee - einem beliebten Badesee - Badegäste angriff. Fünf Menschen erlitten Bissverletzungen. Die Polizei entschloss sich, den Fisch mit Schüssen aus der Dienstpistole zu bändigen. Eine Sperrung des Badebereiches hätte nicht durchgehend überwacht werden können. Die Gefahr, dass ein Schwimmer durch Bisse in Panik gerät und ertrinkt, wäre laut Polizei gegeben gewesen. Tierschützer hatten Kritik an der Aktion geübt und sehen diese als unverhältnismäßig an. Die Tierrechtsorganisation Peta kündigte eine Strafanzeige an. «Wir sind schockiert vom Vorgehen der zuständigen Polizei und der Angler, die ganz offenbar für den extrem schmerzhaften, langsamen und vor allem auch unnötigen und gesetzeswidrigen Tod des Welses verantwortlich sind», teilte die Organisation mit.Zart und fest
Tierschützer erstatten Anzeige
Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Thema gegessen: Fränkischer Riesenwels komplett verspeist
Ein bissiger Wels im fränkischen Brombachsee, zur Strecke gebracht durch Polizeischüsse, schafft es tagelang in die Schlagzeilen. Nun landet er portionsweise auf dem Teller.
Meistgelesene Artikel
Ein Funk-Ausfall legt Züge lahm, die Deutsche Bahn sucht nach Antworten – und Fahrgäste nach Informationen. Was passiert ist und was noch ungeklärt bleibt.
- 29. Juni 2026
Strömung reißt drei Menschen in Österreich in den Tod
Ein Badeausflug endet für Vater, Sohn und einen Bekannten tragisch. Das Trio hat offenbar die tödliche Kraft einer Wasserwalze unterschätzt. Der Rettungsversuch eines Augenzeugen scheiterte.
Soest (ots) - Einsatzkräfte der Polizeiwache Soest führten am Dienstag (16.06.2026) einen Schwerpunkteinsatz im...
Neueste Artikel
- 10. Juli 2026
China und Taiwan wappnen sich für Taifun «Bavi»
Der zuvor als Super-Taifun eingestufte Sturm hat sich etwa abgeschwächt, bleibt aber gefährlich. In Taiwan fallen hunderte Flüge aus. Auch in China laufen die Vorbereitungen.
Der Brand in Almería gilt als der bislang schwerste in Andalusien. Feuerwehr und Rettungsdienste kämpfen gegen die Flammen – das Ausmaß der Tragödie wird erst nach und nach sichtbar.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 10. Juli 2026
China und Taiwan wappnen sich für Taifun «Bavi»
Der zuvor als Super-Taifun eingestufte Sturm hat sich etwa abgeschwächt, bleibt aber gefährlich. In Taiwan fallen hunderte Flüge aus. Auch in China laufen die Vorbereitungen.
Der Brand in Almería gilt als der bislang schwerste in Andalusien. Feuerwehr und Rettungsdienste kämpfen gegen die Flammen – das Ausmaß der Tragödie wird erst nach und nach sichtbar.

