Drei Jahre nach der weitgehenden Legalisierung von Cannabis in Thailand will die Regierung die Regeln wieder deutlich verschärfen. Um Marihuana und andere Cannabis-Produkte zu kaufen, ist künftig ein ärztliches Rezept erforderlich, berichtete die Zeitung «Bangkok Post» unter Berufung auf eine Verordnung von Gesundheitsminister Somsak Thepsuthin. Cannabis werde damit wieder als Betäubungsmittel eingestuft, sagte er. Künftig müssen zudem alle, die Marihuana verkaufen oder verarbeiten möchten, über entsprechende Lizenzen verfügen und die Herkunft und die Menge des in ihrem Besitz befindlichen Cannabis melden. Sobald die Ministerverfügung in der Royal Gazette, der Veröffentlichungsstelle für amtliche Bekanntmachungen, publiziert wird, tritt sie in Kraft. Dies könnte Medienberichten zufolge schon in den nächsten Tagen geschehen. Seit Thailand im Juni 2022 als erstes Land in Asien Cannabis legalisiert hatte, galt das Königreich als das neue Mekka für Marihuana-Fans aus aller Welt. Drohten früher drakonische Strafen, so schossen bald schicke Cannabis-Shops wie Pilze aus dem Boden. Mittlerweile gibt es rund 18.000 lizenzierte Läden, und die Branche hat sich zu einem riesigen Industriezweig entwickelt - gerade auch in Touristenregionen wie Phuket oder Pattaya. Ziel der Regierung war es, durch lizenzierten Anbau die pandemiegeschwächte Wirtschaft anzukurbeln. Dazu wurden zu Beginn sogar eine Million Hanfpflanzen an Privathaushalte verschenkt. Offiziell war Cannabis zwar nur für den medizinischen und industriellen Gebrauch freigegeben - aber da es von der Liste illegaler Drogen gestrichen wurde, war auch der Freizeitkonsum für alle über 20-Jährigen nicht mehr verboten. Damit sich Gras-Freunde im Dunst der Vorschriften zurechtfanden, wurde sogar ein Cannabis-Guide für Touristen herausgegeben. Nach Angaben des thailändischen Narcotis Control Board (Suchtstoffkontrollamt) soll die Zahl von Cannabis-Abhängigen nach der Entkriminalisierung aber deutlich gestiegen sein. Auch konsumieren demnach immer mehr Kinder und Jugendliche Marihuana als Freizeitdroge. Cannabis-Aktivisten planen am 7. Juli eine Massenkundgebung vor dem Hauptsitz des Gesundheitsministeriums in Bangkok.Wie Thailand zum Cannabis-Mekka wurde
Proteste geplant
Bildnachweis: © Carola Frentzen/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Thailand will Cannabis-Regeln wieder verschärfen
Seit drei Jahren gilt Thailand als Cannabis-Mekka. Statt drakonischer Strafen durfte plötzlich frei gekifft werden. Das will die Regierung nun wieder ändern. Was sehen die neuen Regeln vor?
Meistgelesene Artikel
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
Lippstadt. Am Mittwoch, 12. August, erwartet Himmelsbegeisterte ein besonderes Naturereignis: Eine partielle...
- 22. Juli 2026
100 Jahre Herbstwoche: Attraktive Fahrgeschäfte sorgen vom 16. bis 25. Oktober für Kirmesvergnügen
Die Vorfreude wächst: Die Herbstwoche feiert vom 16. bis 25. Oktober ihr 100-jähriges Bestehen. Jetzt stehen auch die...
Neueste Artikel
- 14. August 2026
Ätna kommt nicht zur Ruhe: Siziliens Tourismus unter Druck
Wegen des Ätna-Ausbruchs sind viele Urlauber auf Sizilien gestrandet. Es kommen aber auch viele nicht mehr an: Hotels senken bereits Preise, doch Stornierungen belasten die Branche massiv.
- 14. August 2026
Warum es gerade so brandgefährlich ist
Extreme Trockenheit und Hitze sorgen vielerorts für enorme Waldbrandgefahr. Warum jetzt schon ein Funke zum Inferno reicht – und was in Zukunft zu erwarten ist.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 14. August 2026
Ätna kommt nicht zur Ruhe: Siziliens Tourismus unter Druck
Wegen des Ätna-Ausbruchs sind viele Urlauber auf Sizilien gestrandet. Es kommen aber auch viele nicht mehr an: Hotels senken bereits Preise, doch Stornierungen belasten die Branche massiv.
- 14. August 2026
Warum es gerade so brandgefährlich ist
Extreme Trockenheit und Hitze sorgen vielerorts für enorme Waldbrandgefahr. Warum jetzt schon ein Funke zum Inferno reicht – und was in Zukunft zu erwarten ist.

