Weil er seinen Rollator und einen Einkaufswagen zur Tötung einer Nachbarin unter Strom setzte, ist ein 61-Jähriger in Freiburg zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte habe sich des versuchten Mordes schuldig gemacht, urteilte das örtliche Landgericht. Der Mann habe es billigend in Kauf genommen, die ihm verhasste Nachbarin zu töten, sagte der Vorsitzende Richter Arne Wiemann. «Gott sei Dank ist nichts passiert.» Das Gericht blieb etwas unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für viereinhalb Jahre Haft plädiert hatte. Auch andere Bewohner des Mehrfamilienhauses in Denzlingen nördlich von Freiburg seien mit der Stromfalle an Rollator und Einkaufswagen vor der Wohnungstüre des Mannes gefährdet worden, sagte der Vorsitzende Richter. Er erinnerte daran, dass an dem Tag der Tat im Juli vergangenen Jahres ein Kindergeburtstag im Haus gefeiert wurde. Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft, er wurde in einem Rollstuhl in den Gerichtssaal gefahren. Er nahm das Urteil gefasst auf. Es ist bisher nicht rechtskräftig - innerhalb einer Woche kann Revision eingelegt werden. Der Anwalt des Angeklagten, Robert Phleps, sagte am Rande, es sehe nach einer Revision aus - endgültig entschieden sei es aber bisher nicht. Der nicht vorbestrafte Angeklagte hatte vor Gericht eingeräumt, dass er der Frau in dem Nachbarschaftsstreit einen Stromschlag versetzen wollte. Er habe aber nicht die Absicht gehabt, sie zu töten. Der Rollator und der Caddie standen laut Gericht zusammengeschoben vor der Wohnungstür des Mannes im zweiten Obergeschosse des Hauses. Ein lebensgefährlicher Stromschlag habe bei gleichzeitigem Berühren bestimmter Stellen des Rollators und des Einkaufswagens gedroht.Auch Kinder waren gefährdet
Rollator und Caddie standen vor der Wohnungstür
Bildnachweis: © Christian Böhmer/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Stromfalle für Nachbarin - Vier Jahre Haft für 61-Jährigen
Er setzte einen Rollator und einen Einkaufswagen vor seiner Wohnungstür unter Strom. Potenzielles Opfer: eine Nachbarin. Nun wird der Mann wegen versuchten Mordes verurteilt.
Meistgelesene Artikel
- 3. Oktober 2026
Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.
- 28. September 2026
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".
- 2. Oktober 2026
Schülerin bricht in Unterricht zusammen und stirbt
Eine 16-Jährige bricht während des Unterrichts zusammen und stirbt. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gibt es laut Polizei nicht. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln zur Todesursache.
Neueste Artikel
- 14. Oktober 2026
Von HIV geheilter Patient ist Charité-Mitarbeiter
Der «Zweite Berliner Patient» wurde als einer von 13 Menschen weltweit von HIV geheilt. Ihm wurden Stammzellen einer gesunden Spenderin inklusive ihres Immunsystems übertragen.
- 14. Oktober 2026
Maskierte befreien Häftling aus Arztpraxis
Aus einem Besuch beim Arzt ist in Essen eine spektakuläre Gefangenenbefreiung geworden: Maskierte überwältigten die Bewacher und verhalfen einem 34-Jährigen zur Flucht.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 14. Oktober 2026
Von HIV geheilter Patient ist Charité-Mitarbeiter
Der «Zweite Berliner Patient» wurde als einer von 13 Menschen weltweit von HIV geheilt. Ihm wurden Stammzellen einer gesunden Spenderin inklusive ihres Immunsystems übertragen.
- 14. Oktober 2026
Maskierte befreien Häftling aus Arztpraxis
Aus einem Besuch beim Arzt ist in Essen eine spektakuläre Gefangenenbefreiung geworden: Maskierte überwältigten die Bewacher und verhalfen einem 34-Jährigen zur Flucht.

