26. Juni 2025 / Aus aller Welt

Streeck: Debatte über Drogen und Sucht ist kein Randthema

Am Weltdrogentag wird über die Gefahren beim Konsum gefährlicher Substanzen aufgeklärt. Vom Drogenbeauftragten der Bundesregierung kommen eindringliche Worte.

Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrick Streeck fordert mehr Anstrengungen im Kampf gegen den illegalen Drogenhandel. (Archivbild)
Veröffentlicht am 26. Juni 2025 um 03:10 Uhr von dpa

Der neue Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck warnt davor, Abhängigkeit als Randthema abzutun. Die Debatte über Drogen und Sucht sei eine gesamtgesellschaftliche, teilte der CDU-Politiker zum Weltdrogentag in Berlin mit. «Immerhin leiden fast zehn Millionen Menschen in Deutschland an einer Abhängigkeitserkrankung.» Weitaus mehr litten darunter im Umfeld der Betroffenen - wie Kinder, Eltern, Freunde und Kollegen. 

Streeck riet zugleich, «dem Thema nicht zuerst aus der Perspektive der Sitte oder des Rechts zu begegnen, sondern der Gesundheit». «Prävention hat nicht nur eine politische Priorität, sondern ist ein moralisches Gebot.» Die Jugend und Schwächsten müssten dabei besonders im Blick sein. 

Wie viele Menschen starben am Drogenkonsum?

Am Weltdrogentag soll über die Gefahren von Drogen aufgeklärt werden. 2023 hatte es bundesweit 2.227 Drogentote gegeben - doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Die Zahl für 2024 soll Anfang Juli vorgelegt werden. Die Vereinten Nationen werden um 8.00 Uhr den sogenannten Weltdrogenbericht vorlegen, in dem es um Produktion, Handel und Konsum verschiedener Substanzen geht. 

Streeck forderte in diesem Zusammengang mehr Anstrengungen im Kampf gegen den illegalen Drogenhandel. «Seit einigen Jahren gelangt immer mehr und immer billigeres Kokain nach Europa», gab er zu bedenken. Der Handel mit illegalen Drogen über das Darknet nehme weiter deutlich zu. Die Problematik mit Crack verschärfe sich dramatisch – mit gravierenden gesundheitlichen und sozialen Folgen. Streeck weiter: «Hier sind grenzüberschreitende Ansätze und gemeinsames Handeln über Staatengrenzen hinaus gefragt.»


Bildnachweis: © Michael Kappeler/dpa
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