10. Oktober 2025 / Aus aller Welt

Weiteres Erdbeben auf Philippinen - Tsunami-Entwarnung

Nur wenige Stunden nach einem schweren Erdbeben erschüttert ein weiteres die Philippinen. Erneut wird vor riesigen Flutwellen gewarnt.

Das Beben erschütterte die südliche Provinz Davao Oriental.
Veröffentlicht am 10. Oktober 2025 um 18:13 Uhr von dpa

Eine Erdbebenserie erschüttert den Süden der Philippinen: Bei einem ersten schweren Erdbeben der Stärke 7,4 in dem Inselstaat sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer starben alle in der südlichen Provinz Davao Oriental, in der sich das Beben am Morgen (Ortszeit) ereignet hatte, wie der Zivilschutz und die Polizei mitteilten. 

Nur wenige Stunden danach erschütterte ein weiteres Beben der Stärke 6,9 dieselbe Region, wie das Philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) mitteilte. Über das Ausmaß oder weitere Opfer dieses zweiten Erdbebens war zunächst nichts bekannt. Phivolcs warnte erneut vor Tsunamiwellen, hob die Warnung später aber auf. Bewohner der Küstengemeinden in den Provinzen Surigao Del Sur, Davao Orienta und Surigao Del Norte waren zuvor aufgefordert worden, sich unverzüglich in höher gelegene Gebiete zu begeben.

Erst vor einer guten Woche hatte ein starkes Erdbeben den Inselstaat erschüttert und Dutzende Menschen in den Tod gerissen.

Das Zentrum des ersten Bebens der Stärke 7,4 lag laut der US-Erdbebenwarte USGS in einer relativ geringen Tiefe von rund 58 Kilometer auf der Insel Mindanao. (Phivolcs) bezifferte die Stärke des Bebens sogar zunächst auf 7,6, revidierte dies aber später auf 7,4. Phivolcs gab auch hier eine Tsunami-Warnung für sieben Provinzen heraus, die später wieder aufgehoben wurde.

Schäden und Nachbeben befürchtet

Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol sagte im Radio, es sei mit Schäden und Nachbeben zu rechnen. In vielen betroffenen Gebieten fiel der Strom aus. In der Kleinstadt Manay wurden Gebäude beschädigt, darunter eine Kirche - das genaue Ausmaß der Schäden sei aber noch unklar, sagte Ednar Dayanghirang vom örtlichen Zivilschutz, der sich zum Zeitpunkt des Bebens in Davao City aufhielt. «Es war sehr stark, die Menschen waren in Panik und rannten aus den Gebäuden.» Dayanghirang erklärte im Radio, eines der Todesopfer sei von einer umstürzenden Betonwand erfasst worden.

Videos in sozialen Netzwerken zeigten, wie Decken einstürzten und Möbel in Häusern umkippten. In einigen Gebäuden zersplitterten Glasfenster und -türen. Ein Video zeigte schreiende und in Panik geratene Schüler, als Holzpaneele von der Decke ihres Klassenzimmers in Davao City fielen. Laut Behördenangaben wurden einige Schüler ohnmächtig und erlitten leichte Prellungen. Die Authentizität der Aufnahmen konnte zunächst nicht bestätigt werden.

«Das Beben war so stark, dass es schwierig war, aufrecht zu stehen. Wir fielen immer wieder, als wir unser Hotelzimmer evakuierten», sagte ein Augenzeuge einem lokalen Radiosender. Ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes betonte: «Das ist wahrscheinlich das stärkste Beben, das ich je erlebt habe.»

Dutzende Tote bei jüngstem Beben

Erst Ende September hatte ein Beben der Stärke 6,9 ​​die etwa 515 Kilometer entfernte Zentralprovinz Cebu erschüttert. Mindestens 74 Menschen kamen ums Leben, rund 550 weitere wurden verletzt. Es gab Tausende Nachbeben.

Die Philippinen liegen auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einem Vulkangürtel, der den Pazifik von drei Seiten umgibt. In der geologisch aktivsten Zone der Erde gibt es häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche.


Bildnachweis: © Manman Dejeto/AP/dpa
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