29. September 2025 / Aus aller Welt

SPD will Spenden von Lebensmitteln für Händler erleichtern

Elf Millionen Tonnen Essen landen jährlich im Müll. Warum Supermärkte bisher lieber wegwerfen als spenden – und was die SPD ändern will.

Noch immer landen in Deutschland viele Lebensmittel im Hausmüll, auch wenn sie zum Teil noch zu essen wären. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 29. September 2025 um 07:41 Uhr von dpa

Gegen die Verschwendung von Lebensmitteln beginnt heute die bundesweite Aktionswoche «Zu gut für die Tonne». Aus der SPD kommt dazu der Vorstoß, es Einzelhändlern leichter zu machen, noch genießbare Lebensmittel zu verschenken. «Es darf für Supermärkte nicht länger günstiger sein, Lebensmittel wegzuwerfen, als sie zu spenden», sagte der für Agrarthemen zuständige SPD-Fraktionsvize im Bundestag, Esra Limbacher, der «Rheinischen Post».

Elf Millionen Tonnen werden weggeworfen

«Wir können nicht ständig über Versorgungssicherheit diskutieren und gleichzeitig dieser massiven Lebensmittelverschwendung tatenlos zusehen», begründete er seine Initiative. Nach jüngsten Angaben von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) werden in Deutschland jedes Jahr fast elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen.

Nach Ansicht des SPD-Politikers Limbacher ist auch die Kriminalisierung des sogenannten Containerns – also des Rettens weggeworfener Lebensmittel aus Müllcontainern – «nicht mehr zeitgemäß. Jedes gerettete Lebensmittel ist ein wertvoller Beitrag zur Ressourcenschonung und zur sozialen Gerechtigkeit», sagte Limbacher.

Anlauf vor zwei Jahren gescheitert

Vor zwei Jahren gab es von der damaligen Bundesregierung einen Anlauf, um das «Containern» weitgehend zu legalisieren. Allerdings konnten sich die Bundesländer nicht auf eine einheitliche Linie verständigen.

Limbacher hat bereits vorgeschlagen, das Mindesthaltbarkeitsdatum für lang haltbare Lebensmittel abzuschaffen, da es kaum Aussagekraft habe. «Konserven, Tee, Nudeln oder Reis sind oft noch jahrelang nach Ablauf bedenkenlos verzehrbar», sagte er.


Bildnachweis: © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
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