15. Januar 2026 / Aus aller Welt

Sparkasse Gelsenkirchen-Buer öffnet nach Einbruch Foyer

Gut zwei Wochen nach dem Millionen-Einbruch haben Kunden wieder Zugang zu den Geldautomaten der Filiale. In der Sparkasse selbst laufen die aufwendigen Ermittlungsarbeiten der Polizei.

Kunden können in der Sparkasse Gelsenkirchen-Buer jetzt wieder die Geldautomaten nutzen.
Veröffentlicht am 15. Januar 2026 um 10:46 Uhr von dpa

Gut zwei Wochen nach dem Millionen-Einbruch hat die Sparkasse Gelsenkirchen-Buer am Morgen das Foyer mit dem Selbstbedienungsbereich wieder geöffnet. Kunden können dort jetzt wieder die Geldautomaten nutzen. Die Filiale selbst bleibe weiter geschlossen, teilte das Institut mit.

Auch der Bereich mit den Kundenschließfächern könne weiterhin nicht betreten werden. Grund seien die laufenden Ermittlungen der Polizei und die Schadens-Registrierung vor Ort.

Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden und sich direkt in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale gebohrt. Dort räumten sie rund 3.100 Kundenschließfächer aus. Wie den Einbrechern dies gelang, ohne den Einbruchalarm der Bank auszulösen, gilt als zentrale Frage bei den Ermittlungen.

Geprüft wird nach Angaben von Innenminister Herbert Reul unter anderem, ob die Alarmanlage der Bank ausgeschaltet oder kaputt war. Nach Angaben der Polizei wird zudem davon ausgegangen, dass die Täter durch eine manipulierte Fluchttür vom Parkhaus in das Gebäude gelangt sind. Diese eigentlich nur von innen zu öffnende Tür sei so manipuliert gewesen, dass sie nicht richtig schloss. Nach Informationen des Magazins «Spiegel» sollen die Täter zuvor durch ein Treppenhaus mit Bewegungsmeldern gekommen sein, die offensichtlich abgeklebt worden waren. Entdeckt worden war der Einbruch am 29. Dezember.

Einer der größten Kriminalfälle in der NRW-Geschichte

Die Polizei hat inzwischen 230 Beamte nur für diesen Fall abgestellt, der als einer der größten Kriminalfälle in der Geschichte des Landes NRW gilt. Im Tresorraum und dem danebenliegenden Archivraum sollen nach der Tat etwa 500.000 Gegenstände auf dem Boden gelegen haben. 

Nach Angaben eines Sparkassen-Sprechers vor Ort sollen die aufwendigen Ermittlungen und Sicherungsarbeiten im Keller der Bank noch Monate andauern. Die Polizei hat dazu mehrere sogenannte «Bearbeitungsstraßen» aufgebaut, um Spuren im Tresorraum aufzunehmen, zu digitalisieren und zu katalogisieren. Es werde in den verstreut liegenden Schließfachbehältern und auf dem Boden immer wieder auch Bargeld gefunden - aber auch andere Gegenstände wie Briefmarken, berichtete der Sprecher. 

Die Sparkasse arbeite derzeit an einem Konzept, wie man Dinge, die Kunden persönlich zugeordnet werden könnten, nach der polizeilichen Erfassung und Untersuchung, zurückgeben kann, sagte er weiter. Derzeit habe die Polizei allerdings noch keine solchen Stücke - etwa Dokumente oder registrierte Wertgegenstände - freigegeben.


Bildnachweis: © Christoph Reichwein/dpa
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