21. März 2026 / Aus aller Welt

Social-Media-Verbot: BKA-Chef fordert Folgen für Plattformen

In Deutschland wird seit Monaten über ein Social-Media-Verbot für Kinder diskutiert. BKA-Chef Holger Münch spricht sich für strengere Regeln für die Plattformen aus - und warnt vor Radikalisierung.

BKA-Präsident Holger Münch ist offen für die Debatte über ein Social-Media-Verbot. (Archivbild)
Veröffentlicht am 21. März 2026 um 03:00 Uhr von dpa

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, hat in der Debatte um ein Social-Media-Verbot für Kinder schärfere Konsequenzen für Plattform-Betreiber gefordert. Es sei offenbar «das Geschäftsmodell» großer Online-Unternehmen, «dass man nur tut, was man tun muss», sagte Münch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der BKA-Chef sprach sich dafür aus, dass klarer definiert werden müsse, «wann Meldungen an die Polizei erfolgen müssen. Wer sich nicht an Gesetze hält, muss mit Folgen rechnen.»

In den sozialen Netzwerken gebe es bislang keinen wirklichen Jugendschutz, urteilte der BKA-Chef. «Gesetzgeber und Plattform-Betreiber müssen gemeinsam austarieren, welche Apps, Funktionen und Inhalte jugendfrei sind – und was für Kinder gesperrt ist», forderte er.

CDU für Mindestalter von 14 Jahren

Grundsätzlich hält Münch die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche in Deutschland für richtig, auch wegen der Gefahr einer möglichen Radikalisierung Minderjähriger. «Auch junge Menschen bekommen extreme und gewaltverherrlichende Inhalte in ihr Profil gespült. Zugleich löschen die Betreiber kaum strafbare Inhalte.»

Australien hatte im Dezember ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt. Auch in Deutschland wird derzeit viel darüber diskutiert. Die CDU befürwortete im Februar ein Mindestalter von 14 Jahren für soziale Medien wie TikTok und Instagram. Auch die SPD hat sich für feste Altersgrenzen ausgesprochen und dafür ein abgestuftes Modell vorgelegt.

Digitalminister: Staat hat Fürsorgepflicht

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) forderte, die Debatte dürfe sich nicht nur um ein Verbot als einzige Option drehen. «Worum es geht: Ein übermäßiger Social-Media-Konsum heranwachsender Menschen kann mittelfristig enorme Schäden am Gehirn verursachen. Auch der Staat hat eine Fürsorgepflicht, damit sich junge Menschen gut entwickeln können», sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (NOZ). 

Dies könne auch «durch Regulierung, also strenge Vorschriften und Standardeinstellungen für Plattformen oder Smartphones, gelingen». Dazu gehöre aber auch Erziehung, «die kann der Staat durch ein Verbot nicht ersetzen. Aber in der Abwägung kann eine Altersgrenze ein Weg sein.»


Bildnachweis: © Bernd von Jutrczenka/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Feierabend trifft Sommerfeeling: Neue Konzertreihe der KWL startet im Kurpark Bad Waldliesborn
Stadt Lippstadt

Wenn die Temperaturen angenehm bleiben, die Sonne langsam untergeht und der Arbeitstag geschafft ist, gibt es kaum etwas...

weiterlesen...
100 Jahre Herbstwoche: Attraktive Fahrgeschäfte sorgen vom 16. bis 25. Oktober für Kirmesvergnügen
Stadt Lippstadt

Die Vorfreude wächst: Die Herbstwoche feiert vom 16. bis 25. Oktober ihr 100-jähriges Bestehen. Jetzt stehen auch die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fähre zwischen Bali und Lombok gerät in Brand
Aus aller Welt

Ein Feuer auf einer Fähre zwischen Bali und Lombok löst einen Großeinsatz aus. Mehrere Schiffe und ein Hubschrauber eilen zur Unglücksstelle. Die Strecke ist auch bei Urlaubern beliebt.

weiterlesen...
Waldbrand: Für Plauen «größter Brand der letzten 30 Jahre»
Aus aller Welt

Zahlreiche Feuerwehrleute sind im Vogtlandkreis bei einem Waldbrand im Einsatz. Warum sich die Löscharbeiten für die Einsatzkräfte als schwierig gestalten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fähre zwischen Bali und Lombok gerät in Brand
Aus aller Welt

Ein Feuer auf einer Fähre zwischen Bali und Lombok löst einen Großeinsatz aus. Mehrere Schiffe und ein Hubschrauber eilen zur Unglücksstelle. Die Strecke ist auch bei Urlaubern beliebt.

weiterlesen...
Waldbrand: Für Plauen «größter Brand der letzten 30 Jahre»
Aus aller Welt

Zahlreiche Feuerwehrleute sind im Vogtlandkreis bei einem Waldbrand im Einsatz. Warum sich die Löscharbeiten für die Einsatzkräfte als schwierig gestalten.

weiterlesen...