15. Juli 2026 / Aus aller Welt

Selbstjustiz - Juwelier muss nach tödlichen Schüssen in Haft

In einem italienischen Dorf raubt ein Kommando ein Juweliergeschäft aus. Als die Täter ins Fluchtauto steigen, fallen tödliche Schüsse. Jetzt das endgültige Urteil: keine Notwehr, fast 15 Jahre Haft.

Nach tödlichen Schüssen auf zwei Täter muss ein italienischer Juwelier ins Gefängnis. (Archivbild)
Veröffentlicht am 15. Juli 2026 um 18:23 Uhr von dpa

In Italien ist ein Juwelier, der bei einem Raubüberfall auf sein Geschäft in Selbstjustiz zwei Täter erschossen hatte, zu fast 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der heute 72-Jährige wurde vom höchsten italienischen Gericht in Rom in letzter Instanz endgültig für schuldig befunden. Auch aus Sicht der obersten Richter handelte er nicht mehr in Notwehr. Damit wurde ein Urteil aus früherer Instanz bestätigt.

Im April 2021 hatte ein Kommando aus drei Männern das Geschäft in dem norditalienischen Dorf Grinzane Cavour überfallen. Als sie mit ihrer Beute bereits wieder auf der Straße waren, erschoss der Besitzer zwei von ihnen, einen 44-Jährigen und einen 58-Jährigen. Der dritte Täter konnte zunächst fliehen, wurde dann aber gefasst.

Juwelier: «Geschossen, um mein Leben zu retten»

Der Fall sorgte in Italien bereits mehrfach für Schlagzeilen. Im Grunde ging es darum, ob der Juwelier bei dem Überfall in der 2000-Einwohner-Gemeinde Selbstjustiz verübte oder in Notwehr handelte. Der Kassationshof in Rom bestätigte nun das Urteil eines Berufungsgerichts von 14 Jahren und zehn Monate Haft. In erster Instanz war der Geschäftsmann sogar zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt worden. 

Der Juwelier behauptete, er habe seine Frau und seine Tochter, die sich ebenfalls in dem Geschäft aufhielten, zu Hilfe kommen wollen. Den Ermittlungen zufolge fielen die Schüsse aber erst, als die Täter gerade in ihr Fluchtauto steigen wollten. Vor Gericht hatte der Juwelier eine persönliche Erklärung verlesen. Darin behauptete er: «Ich hatte Angst. Ich habe geschossen, um mein Leben zu retten - nicht um zu töten, sondern nur, um nicht getötet zu werden.»

Der Juwelier war bereits 2015 Opfer eines Raubüberfalls geworden. Damals erbeuteten die Täter Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von 270.000 Euro.


Bildnachweis: © Christoph Sator/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Feierabend trifft Sommerfeeling: Neue Konzertreihe der KWL startet im Kurpark Bad Waldliesborn
Stadt Lippstadt

Wenn die Temperaturen angenehm bleiben, die Sonne langsam untergeht und der Arbeitstag geschafft ist, gibt es kaum etwas...

weiterlesen...
Polizei beendet Geiselnahme in Berlin - Frau gerettet
Aus aller Welt

Kurz vor Feierabend bringt ein Mann in einem Supermarkt eine Frau in seine Gewalt. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg. Die Polizei verhandelt - dann stürmt sie das Gebäude.

weiterlesen...
100 Jahre Herbstwoche: Attraktive Fahrgeschäfte sorgen vom 16. bis 25. Oktober für Kirmesvergnügen
Stadt Lippstadt

Die Vorfreude wächst: Die Herbstwoche feiert vom 16. bis 25. Oktober ihr 100-jähriges Bestehen. Jetzt stehen auch die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Einbruch auf Kardashian-Anwesen: Verdächtiger festgenommen
Aus aller Welt

Polizeieinsatz auf einem Grundstück von Kim Kardashian: ein mutmaßlicher Einbrecher soll Gegenstände in ein Fahrzeug geladen haben. Kardashian und ihre Familie waren aber nicht in Gefahr.

weiterlesen...
Erdbeben erschüttert Kolumbien: Mehr als 100 Tote
Aus aller Welt

Ein starkes Erdbeben erschüttert Kolumbien. Dutzende Tote werden aus den verschiedenen Städten gemeldet.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Einbruch auf Kardashian-Anwesen: Verdächtiger festgenommen
Aus aller Welt

Polizeieinsatz auf einem Grundstück von Kim Kardashian: ein mutmaßlicher Einbrecher soll Gegenstände in ein Fahrzeug geladen haben. Kardashian und ihre Familie waren aber nicht in Gefahr.

weiterlesen...
Erdbeben erschüttert Kolumbien: Mehr als 100 Tote
Aus aller Welt

Ein starkes Erdbeben erschüttert Kolumbien. Dutzende Tote werden aus den verschiedenen Städten gemeldet.

weiterlesen...