22. Mai 2026 / Aus aller Welt

Schwestern ertrinken in See - Eltern ohne Strafe verurteilt

Zwei Mädchen im Alter von sechs und sieben Jahren baden in einem See in Schweinfurt und ertrinken. Monate später stehen die Eltern vor Gericht. Haben sie gut genug aufgepasst?

Die Eltern der Mädchen waren wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.
Veröffentlicht am 22. Mai 2026 um 12:30 Uhr von dpa

Gut zehn Monate nach dem tödlichen Badeunfall von zwei sechs und sieben Jahre alten Schwestern in Unterfranken hat das Amtsgericht Schweinfurt die Eltern wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Es sah jedoch von einer Strafe ab, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. 

Aus Sicht des Gerichts sind die 33 Jahre alte Mutter und der 39 Jahre alte Vater vom Tod ihrer Kinder schon so schwer getroffen, dass das Verhängen einer Strafe verfehlt wäre. Eine Verurteilung wegen Verletzung der Fürsorgepflicht - wie von der Staatsanwaltschaft gefordert - erfolgte nicht. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Die Obduktion der sechs und sieben Jahre alten Mädchen hatte nach dem Unfall am 14. August 2025 ergeben, dass sie ertrunken waren. Die Kinder sollen laut Anklage mindestens zehn Minuten unter Wasser gewesen sein. 

Keine Schwimmhilfen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Eltern mindestens 15 Minuten lang am See nicht auf die beiden Schwestern aufgepasst hatten, die nicht schwimmen konnten. «Beide Kinder trugen auch keine Schwimmflügel oder ähnliche Schwimmhilfen, um zu verhindern, dass sie im Wasser untergehen», hieß es in der Anklage. Die Anklagebehörde hatte wie auch die Verteidigung in ihrem Plädoyer ein Absehen von Strafe für die Eltern beantragt. 

Badegäste als Helfer

Ein Badegast hatte die leblose Siebenjährige im Wasser treibend entdeckt, etwa 15 Meter vom Ufer entfernt. «Das Mädchen lag mit dem Kopf nach unten im See und bewegte sich nicht», so die Anklage. Kurz darauf fand ein weiterer Helfer auch das zweite Mädchen unter der Wasseroberfläche.

Beide Kinder wurden reanimiert und in Kliniken gebracht. Einen Tag später starb die Siebenjährige, der Tod ihrer Schwester wurde tags darauf gemeldet.


Bildnachweis: © Daniel Karmann/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Feierabend trifft Sommerfeeling: Neue Konzertreihe der KWL startet im Kurpark Bad Waldliesborn
Stadt Lippstadt

Wenn die Temperaturen angenehm bleiben, die Sonne langsam untergeht und der Arbeitstag geschafft ist, gibt es kaum etwas...

weiterlesen...
Polizei beendet Geiselnahme in Berlin - Frau gerettet
Aus aller Welt

Kurz vor Feierabend bringt ein Mann in einem Supermarkt eine Frau in seine Gewalt. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg. Die Polizei verhandelt - dann stürmt sie das Gebäude.

weiterlesen...
100 Jahre Herbstwoche: Attraktive Fahrgeschäfte sorgen vom 16. bis 25. Oktober für Kirmesvergnügen
Stadt Lippstadt

Die Vorfreude wächst: Die Herbstwoche feiert vom 16. bis 25. Oktober ihr 100-jähriges Bestehen. Jetzt stehen auch die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mehr Übergriffe auf Bahn-Personal in Regionalzügen
Aus aller Welt

Beschäftigte in Pendlerzügen kontrollieren Fahrscheine und bekommen viel Frust bei Verspätungen ab. Für mehr Schutz vor Aggressionen soll auch zusätzliche Technik sorgen.

weiterlesen...
Marius Borg Høiby bleibt mit Fußfessel im Hausarrest
Aus aller Welt

Das Bezirksgericht in Oslo verlängert die Untersuchungshaft für Marius Borg Høiby um vier Wochen, er bleibt im Hausarrest. Eine Freilassung ist damit erst einmal vom Tisch.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mehr Übergriffe auf Bahn-Personal in Regionalzügen
Aus aller Welt

Beschäftigte in Pendlerzügen kontrollieren Fahrscheine und bekommen viel Frust bei Verspätungen ab. Für mehr Schutz vor Aggressionen soll auch zusätzliche Technik sorgen.

weiterlesen...
Marius Borg Høiby bleibt mit Fußfessel im Hausarrest
Aus aller Welt

Das Bezirksgericht in Oslo verlängert die Untersuchungshaft für Marius Borg Høiby um vier Wochen, er bleibt im Hausarrest. Eine Freilassung ist damit erst einmal vom Tisch.

weiterlesen...