8. Dezember 2025 / Aus aller Welt

Schwerster Cholera-Ausbruch seit 25 Jahren im Kongo

Mehr als 64.000 Infizierte und fast 1.900 Tote: In der Demokratischen Republik Kongo grassiert der schwerste Cholera-Ausbruch seit Jahrzehnten. Besonders betroffen sind Kinder.

Die Erkrankung wird vor allem durch mangelnden Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen begünstigt. (Archivbild)
Veröffentlicht am 8. Dezember 2025 um 16:34 Uhr von dpa

Der schwerste Cholera-Ausbruch seit einem Vierteljahrhundert hat in der Demokratischen Republik Kongo seit Jahresbeginn mehr als 64.000 Menschen infiziert. Mindestens 1.888 Menschen seien gestorben, darunter 340 Kinder, teilte das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit. Die Infektionskrankheit, die zu schweren Durchfällen und lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen kann, ist eigentlich behandelbar.

In 17 der 26 Provinzen des Landes trete die Krankheit auf, darunter auch in der Hauptstadt Kinshasa, hieß es weiter. Besonders erschütternd sei ein Ausbruch in einem Kinderheim in Kinshasa gewesen, wo innerhalb weniger Tage 16 von 62 Kindern gestorben seien. Kinder machen den Angaben zufolge knapp ein Viertel der Cholera-Patienten in dem riesigen zentralafrikanischen Land aus, in einzelnen Provinzen liegt der Anteil deutlich höher.

Weniger als jeder Sechste hat Zugang zu Toiletten oder Latrinen

Die Erkrankung wird vor allem durch mangelnden Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen begünstigt. Nach Angaben einer aktuellen Studie haben nur 43 Prozent der rund 110 Millionen Einwohner der DR Kongo Zugang zu mindestens grundlegender Wasserversorgung. Lediglich 15 Prozent verfügen über sanitäre Anlagen. Dies sei der niedrigste Wert in Afrika.

Zusätzlich verschärfen Konflikte, Vertreibungen, Überschwemmungen sowie unkontrollierte Verstädterung die Lage. In Regionen mit wenig früherer Cholera-Erfahrung, etwa in Kinshasa, führten geringe Krankheitskenntnisse und späte Behandlungen zu besonders hohen Sterblichkeitsraten.

Auch weltweit nimmt die Zahl der Cholera-Fälle weiter zu. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden in diesem Jahr bis Ende Oktober mehr als 560.000 Fälle und mehr als 7000 Tote durch Cholera gemeldet. Für das gesamte Jahr 2024 hatten die WHO-Länder mehr als 6.000 Tote durch Cholera gemeldet, doppelt so viele wie im Jahr davor.


Bildnachweis: © Moses Sawasawa/AP/dpa
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