21. August 2026 / Aus aller Welt

Schweizer verunglimpft Feiertag auf Bali – ein Jahr Haft

Am Feiertag Nyepi steht die Urlaubsinsel still - auch für Touristen. Ein Mann aus der Schweiz ärgert sich im Internet über die Regeln. Dafür muss er nun ein Jahr ins Gefängnis.

Am Vorabend des Feiertags Nyepi ziehen riesige Dämonenfiguren, sogenannte Ogoh-Ogoh, durch die Straßen. Dann wird es still. (Archivbild)
Veröffentlicht am 21. August 2026 um 09:36 Uhr von dpa

Ein Mann aus der Schweiz ist auf der indonesischen Insel Bali nach abfälligen Online-Kommentaren über einen wichtigen hinduistischen Feiertag zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Ein Richter befand den 26-Jährigen am Donnerstag in der Stadt Denpasar für schuldig, sich in den sozialen Medien beleidigend über den Feiertag Nyepi - den «Tag der Stille» - geäußert zu haben, wie örtliche Medien berichteten.

Am höchsten Feiertag auf der Insel, der auch das balinesische Neujahr markiert, gelten strenge Regeln - nicht nur für die tief religiöse Bevölkerung, sondern auch für Touristen. Niemand darf auf die Straße, der Verkehr ruht komplett, und selbst der internationale Flughafen Ngurah Rai bleibt geschlossen. Am Vorabend wird es dagegen noch einmal laut: Bei traditionellen Paraden ziehen riesige Dämonenfiguren, sogenannte Ogoh-Ogoh, durch die Straßen.

Video sorgte für Empörung

Der 26-Jährige sei bei seiner Ankunft auf Bali im vergangenen Februar vom Hotelpersonal über die Regeln des Feiertags aufgeklärt worden, hieß es unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Als er Hunger bekam und das Hotel nicht verlassen durfte, sei er in Rage geraten. Er habe daraufhin ein Video vor dem Hotel aufgenommen und in seiner Instagram-Story veröffentlicht. Der Beitrag habe laut Übersetzung die Worte enthalten: «Scheiß auf den Nyepi-Tag und scheiß auch auf eure Regeln».

Das Video habe sich schnell verbreitet und für große Empörung gesorgt. Im März sei der Mann dann festgenommen worden. Die fünf Monate, die er seitdem in Untersuchungshaft verbracht habe, würden von der einjährigen Haftstrafe abgezogen, hieß es. 

Glaube ist auf Bali tief verankert

Bali ist innerhalb Indonesiens - dem größten muslimischen Land der Erde - die einzige Insel mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit. Entsprechend tief ist der Glaube im Alltag verankert. Am «Tag der Stille» kontrollieren lokale Sicherheitskräfte die Einhaltung der Vorschriften. Von Besuchern wird erwartet, dass sie sich ruhig und respektvoll verhalten - Touristen dürfen sich aber meist in ihren Hotelanlagen frei bewegen.

Die «Insel der Götter» zieht jährlich Millionen ausländischer Besucher an. Der Massentourismus sorgt aber auch zunehmend für Probleme. Immer wieder beklagt die Regionalregierung Vorfälle mit Touristen, die sich respektlos gegenüber Einheimischen und religiösen Traditionen verhalten. Mittlerweile greifen die Behörden immer härter durch und reagieren unter anderem mit Abschiebungen.


Bildnachweis: © Firdia Lisnawati/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Aus aller Welt

Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.

weiterlesen...
Schülerin bricht in Unterricht zusammen und stirbt
Aus aller Welt

Eine 16-Jährige bricht während des Unterrichts zusammen und stirbt. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gibt es laut Polizei nicht. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln zur Todesursache.

weiterlesen...
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Lokalnachrichten Lippstadt

Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".

weiterlesen...

Neueste Artikel

Linienbus brennt - Schüler retten sich vor den Flammen
Aus aller Welt

In einem Bus in Oberfranken bricht ein Feuer aus. Mehr als 30 Schüler können sich vor den Flammen retten. Die Polizei spricht von einem «Vollbrand».

weiterlesen...
Fünf Tote bei Gewalttat an Grundschule in Oregon
Aus aller Welt

An einer Grundschule im Westen der USA tötet mutmaßlich ein Teenager drei Kinder und eine Lehrkraft. Auch der Tatverdächtige selbst wird erschossen – noch bevor die Polizei eintrifft.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Linienbus brennt - Schüler retten sich vor den Flammen
Aus aller Welt

In einem Bus in Oberfranken bricht ein Feuer aus. Mehr als 30 Schüler können sich vor den Flammen retten. Die Polizei spricht von einem «Vollbrand».

weiterlesen...
Fünf Tote bei Gewalttat an Grundschule in Oregon
Aus aller Welt

An einer Grundschule im Westen der USA tötet mutmaßlich ein Teenager drei Kinder und eine Lehrkraft. Auch der Tatverdächtige selbst wird erschossen – noch bevor die Polizei eintrifft.

weiterlesen...