25. Januar 2026 / Aus aller Welt

Schweiz reagiert beschwichtigend nach Kritik aus Rom

Nach der Brandkatastrophe in der Schweiz ist Club-Betreiber Moretti unter Auflagen auf freiem Fuß. Italien zeigte sich «empört». Der Schweizer Bundespräsident reagiert auf die scharfe Kritik.

Der Schweizer Bundespräsident betont, es sei nicht Aufgabe der Politik, in das Justizsystem einzugreifen.
Veröffentlicht am 25. Januar 2026 um 15:35 Uhr von dpa

Nach der Kritik von Italiens Regierung an der Aufhebung der Untersuchungshaft für den Besitzer der Bar in Crans-Montana, in der bei einem Brand 40 Menschen ums Leben kamen, reagiert die Schweiz beschwichtigend. «Wir können die Empörung natürlich verstehen», sagte der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin der italienischen Zeitung «Corriere della Sera».

Allerdings seien die Justizsysteme in der Schweiz und Italien und die Methoden der Ermittlungen unterschiedlich. Auf die Frage, wie er die Freilassung von Bar-Besitzer Jacques Moretti unter Auflagen einschätze, sagte er: «Wir alle (...) messen der Gewaltenteilung und der Nichteinmischung große Bedeutung bei. Es ist nicht Aufgabe der Politik, in unser Justizsystem einzugreifen.»

Rom «zutiefst empört» über Freilassung von Moretti

Italiens Regierung hatte am Samstag die Entscheidung eines Schweizer Gerichts, Bar-Besitzer Jacques Moretti gegen Kaution freizulassen, scharf kritisiert. Sie stelle einen schweren Affront und einen weiteren Schmerz für die Familien der Opfer und die Verletzten dar, hieß es. Man sei «zutiefst empört». Sechs italienische Teenager waren bei dem verheerenden Brand ums Leben gekommen.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beorderte den italienischen Botschafter in der Schweiz zurück nach Rom, um «die weiteren zu ergreifenden Schritte festzulegen». Im «Corriere della Sera» forderte sie, dass unverzüglich ein gemeinsames Ermittlungsteam gebildet wird, das auch auf die Expertise von Italiens Behörden zurückgreife.


Bildnachweis: © Fabrice Coffrini/AFP POOL/KEYSTONE/dpa
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