16. März 2025 / Aus aller Welt

Rückkehr-Mission für gestrandete Astronauten erreicht ISS

Seit mehr als neun Monaten sind Suni Williams und Barry Wilmore im Weltall - eigentlich sollte es nur gut eine Woche sein. Nun rückt die Rückkehr der Gestrandeten näher.

Das Standbild aus einem Video der Nasa zeigt, wie sich die Astronauten begrüßen.
Veröffentlicht am 16. März 2025 um 16:50 Uhr von dpa

Die seit mehr als neun Monaten im Weltall gestrandeten US-Astronauten Suni Williams und Barry Wilmore sind ihrer Rückkehr zur Erde einen großen Schritt nähergekommen. Eine Raumkapsel mit einer neuen Besatzung für die Internationale Raumstation ISS erreichte in der Nacht zu Sonntag den Außenposten der Menschheit. 

Das Raumschiff «Crew Dragon» des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk dockte nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Morgen um 5.04 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) knapp 420 Kilometer über dem Atlantik an der Raumstation an. Live-Bilder der Nasa zeigten das Manöver und auch, wie sich die ankommenden Raumfahrer und die Besatzung der Raumstation zur Begrüßung umarmten.

Die «Crew 10» soll die «Crew 9» ablösen

Mit der «Crew Dragon» kam die vierköpfige «Crew 10», bestehend aus den US-Astronautinnen Anne McClain und Nichole Ayers sowie dem japanischen Astronauten Takuya Onishi und dem russischen Kosmonauten Kirill Peskow. Ursprünglich war der Start schon für den vergangenen Mittwoch geplant gewesen, er musste aber wegen eines hydraulischen Problems am Boden verschoben werden. Das Problem konnte später gelöst werden.

Die «Crew 10» soll in der Internationalen Raumstation die «Crew 9» ablösen - die US-Astronautin Suni Williams, ihre Kollegen Barry Wilmore und Nick Hague sowie den russischen Kosmonauten Alexander Gorbunow. Nach einigen gemeinsamen Tagen an Bord der ISS soll die «Crew 9» dann ab Mittwoch zur Erde zurückkehren, während die «Crew 10» bis zum Herbst im All bleiben soll. Schlechtes Wetter könnte die Rückkehr aber noch etwas verzögern.

Weiter an Bord der ISS bleiben planmäßig auch der US-amerikanische Astronaut Don Pettit und die beiden russischen Kosmonauten Alexej Owtschinin und Iwan Wagner, die dort im September angekommen waren. 

Pannenserie am «Starliner»-Raumschiff

Hague und Gorbunow sind seit Ende September an Bord der ISS - Williams und Wilmore dagegen schon seit Anfang Juni. Sie waren mit einem «Starliner»-Raumschiff zur ISS geflogen. Eigentlich sollten sie nur rund eine Woche dort bleiben. Wegen verschiedener technischer Probleme am «Starliner» entschied die Nasa jedoch aus Sicherheitsgründen, das Raumschiff im September leer zurück zur Erde zu holen.

Der «Starliner» war von Boeing im Auftrag der Nasa entwickelt worden, um als Alternative zum «Crew Dragon» von SpaceX Astronauten zur ISS zu transportieren. Doch bei dem Projekt kam es zu mehreren Rückschlägen und jahrelangen Verzögerungen. Bemannte Testflüge wurden mehrfach wegen verschiedener technischer Probleme an Raumschiff und Rakete verschoben.

Erst im Juni flogen Williams und Wilmore dann an Bord des Raumschiffs zur ISS - um dort dann monatelang festzuhängen. Die 58-jährige Williams und der 61-jährige Wilmore waren zuvor jeweils schon zweimal im All.


Bildnachweis: © Uncredited/NASA/dpa
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