Das Forschungsschiff «Polarstern» des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven startet am Wochenende im chilenischen Punta Arenas zu einer Expedition in die Antarktis. Bis Anfang April untersucht ein internationales Forschungsteam den nordwestlichen Teil des Weddellmeeres, wie eine Sprecherin des Instituts mitteilte. In den vergangenen Jahren ging demnach die sommerliche Meereisausdehnung dort stark zurück, vermutlich durch wärmeres Oberflächenwasser. Die Expedition trägt den Titel «Summer Weddell Sea Outflow Study» (SWOS). «Das Ziel von SWOS ist es zu untersuchen, warum das Meereis in der Antarktis in den letzten Jahren so stark zurückgegangen ist und wie sich das auf das Ökosystem auswirkt», sagte Christian Haas vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, der die «Polarstern»-Expedition leitet. Geplant sind umfassende Beobachtungen vom Meeresboden bis in die Atmosphäre. Im Mittelpunkt stehen die Wechselwirkungen zwischen Meereis, Schelfeis und Ozean sowie deren Auswirkungen auf Hydrographie, Nährstoffhaushalt und Kohlenstoffflüsse. Darüber hinaus sollen die regionale Meereisdickenverteilung und Schneeeigenschaften bestimmt, Wassermassen charakterisiert und Austauschprozesse zwischen dem flachen Schelf und Tiefseebecken untersucht werden, wie die Sprecherin weiter mitteilte. Zum Einsatz kämen moderne und klassische Messsysteme, darunter Hubschrauber zur Vermessung der Meereisdicke, verschiedene Schleppnetze und Bodenbeprobungs- und -beobachtungsgeräte. Das Weddellmeer liegt laut AWI zwischen der Antarktischen Halbinsel und der Ostantarktis. Es ist demnach ein Gebiet von zentraler Bedeutung für das globale Klima- und Ozeansystem, das wegen schwieriger Eisbedingungen jedoch ausschließlich von Forschungseisbrechern wie der «Polarstern» vor Ort erkundet werden kann.Beobachtungen vom Meeresboden bis in die Atmosphäre
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Neue Expedition des Forschungsschiffs «Polarstern»
Geplant sind Untersuchungen zum rapiden Wandel von Meereis und Ökosystemen im antarktischen Weddellmeer. Das Gebiet ist von zentraler Bedeutung für das globale Klima- und Ozeansystem.
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