Bei dem Fährunglück am Sonntag vor der Insel Zypern mit mehreren Toten waren auch deutsche Staatsbürger an Bord. Nach dpa-Informationen handelt es sich um eine einstellige Zahl Deutscher auf der Fähre, sie haben das Unglück überlebt. Einige wenige mussten stationär versorgt werden. Beim Auswärtigen Amt hieß es dazu, die Berichte über das Fährunglück seien bekannt. «Unsere Botschaft in Nikosia und unsere Auslandsvertretungen in der Türkei betreiben Sachverhaltsaufklärung, insbesondere auch zu der Anzahl der Betroffenen mit deutscher Staatsangehörigkeit.» Man stehe mit den Betroffenen und Familienangehörigen in Kontakt und für eine konsularische Betreuung zur Verfügung. Die Express-Fähre «Filo Jet» war am Sonntag kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia (türkisch: Girne) im Norden Zyperns auf dem Weg ins südtürkische Mersin gekentert. Aus noch ungeklärten Gründen drang Wasser ein, der Katamaran lief voll, kippte zur Seite - und sank schließlich wenige Kilometer vor der Küste. Das Wrack liegt in rund 500 Metern Tiefe. Bei dem Unglück kamen offiziellen Angaben zufolge acht Menschen ums Leben, 239 Menschen konnten gerettet werden, 20 Personen, darunter mindestens zwei Kinder, werden noch vermisst. Der Verkehrsminister der nur von der Türkei anerkannten Republik Nordzypern, Erhan Arikli, hatte am Sonntag in einem Fernsehinterview gesagt, es seien fünf Deutsche an Bord gewesen, außerdem drei Iraner und elf Personen aus Nordzypern. Bei den verbleibenden Passagieren handelt es sich demnach um türkische Staatsbürger. Vor der Mittelmeerinsel begann unterdessen der Taucheinsatz eines Spezialschiffes, mit dessen Robotertechnik das in 500 Metern Tiefe liegende Wrack erreicht werden soll. Auch die vermissten Personen sollen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu der Türkei lokalisiert werden. Einige gerettete Passagiere hatten schwere Vorwürfe gegen die Besatzung erhoben. Gegen den Kapitän und acht weitere Verdächtige wurde am Montag eine dreitägige Untersuchungshaft angeordnet. Ihnen wird «Tötung durch Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit» vorgeworfen. Zypern ist seit 1974 nach einem Putsch nationalistischer griechischer Zyprer und einer darauffolgenden türkischen Militärintervention de facto geteilt. Im Jahr 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) proklamiert, die weltweit nur von der Türkei anerkannt wird.Wrack in 500 Metern Tiefe
Taucheinsatz mit Spezialausrüstung begonnen
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Fährunglück vor Zypern: Deutsche unter den Passagieren
Am Sonntag sank eine Fähre vor Zypern - mindestens acht Menschen starben. Nun wird erstmals bekannt, dass auch Deutsche an Bord waren - sie überlebten. Die Suche nach Vermissten geht weiter.
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