6. April 2026 / Aus aller Welt

Nach Baumunglück: Ermittler suchen nach Ursache

Mehrere Menschen sterben, als ein Baum nahe Flensburg bei starken Böen auf eine Gruppe fällt. Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Reste einer Polizeiabsperrung sind in dem betroffenen Waldstück zu sehen.
Veröffentlicht am 6. April 2026 um 03:55 Uhr von dpa

Nach dem tödlichen Unglück durch einen umgestürzten Baum am Ostersonntag im nördlichen Schleswig-Holstein dauern die Ermittlungen der Polizei an. Dabei waren drei Menschen bei der Ostereiersuche in einem Waldstück getötet worden, darunter eine Mutter und ihr Baby. Nach Polizeiangaben stürzte bei starken Windböen ein etwa 30 Meter hoher Baum auf eine Gruppe.

Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. «Zur Ursache können wir noch keine verlässlichen Angaben machen», sagte ein Polizeisprecher. Zum Unfallzeitpunkt hätten starke Böen geherrscht. «Dadurch ist vermutlich dieser Baum dann umgestürzt.» Die Landesforsten seien über den Vorfall bereits informiert worden. Noch ist unklar, ob der umgestürzte Baum Vorschäden oder eine Krankheit aufwies.

Zehn Monate altes Baby stirbt

Bei dem Unglück wurden nach Polizeiangaben vier Menschen unter dem umgestürzten Baum eingeklemmt. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war im Einsatz. Trotzdem starben noch am Unglücksort eine 16-Jährige und eine 21 Jahre alte Frau. Die zehn Monate alte Tochter der 21-Jährigen wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Kiel gebracht, wo sie später ihren Verletzungen erlag.

Schwere Verletzungen zog sich eine 18-Jährige zu. Sie wurde in ein Krankenhaus nach Heide geflogen, wo sie nach Polizeiangaben operiert wurde. «Nach meinen Erkenntnissen ist die Person außer Lebensgefahr, wird aber weiterhin behandelt», sagte der Sprecher. Weitere Personen erlitten leichte Verletzungen. Zur genauen Zahl der Betroffenen konnte ein Polizeisprecher am Sonntag keine Angaben machen.

Rund 50 Bewohner einer Wohngruppe unterwegs

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hielten sich rund 50 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Betreuungspersonen einer nahegelegenen Wohneinrichtung in dem Waldstück auf, um Ostereier zu suchen. Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Betreuungskräfte wurden vor Ort durch Notfallseelsorger betreut.

Der private Kitaträger Sternipark sprach in einer Stellungnahme von einem tragischen Unglück während eines Ausflugs. «Ein umstürzender Baum hat das fröhliche Ostereiersuchen fürchterlich beendet.» Die Einrichtung dankte allen Einsatzkräften der Feuerwehren und Polizei, den Notfallseelsorgern und Mitarbeitern, die vor Ort alles Menschenmögliche unternommen hätten, um zu helfen, zu retten und im Schmerz beizustehen. «Die Bewohner, Kinder, Jugendlichen, Angehörigen und Mitarbeitenden brauchen jetzt Zeit und unsere ganze Unterstützung, das furchtbare Unglück zu verarbeiten.»

Mitglieder der Landesregierung sprachen Angehörigen und Verletzten ihre Anteilnahme aus. «Das furchtbare Unglück bei Satrupholm am Ostersonntag erschüttert uns zutiefst», erklärten Ministerpräsident Daniel Günther, Innenministerin Magdalena Finke (beide CDU) sowie Jugend- und Familienministerin Aminata Touré (Grüne). Aus einem gemeinsamen, freudigen Feiertag sei binnen weniger Augenblicke eine entsetzliche Tragödie geworden.


Bildnachweis: © Daniel Reinhardt/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Aus aller Welt

Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.

weiterlesen...
Neue Bauordnung NRW: Was Bauherren in Lippstadt jetzt wissen müssen
Politik & Rathaus

Seit dem 1. September gilt in NRW eine neue Bauordnung: kürzere Fristen, Bauantrag nur noch digital, Dachausbau oft ohne Genehmigung.

weiterlesen...
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Lokalnachrichten Lippstadt

Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".

weiterlesen...

Neueste Artikel

Schlag gegen Goldschmuggler - Durchsuchungen bei Juwelieren
Aus aller Welt

Eine Bande soll jahrelang mit schmutzigem Geld Altgold angekauft und dieses dann zu Barren eingeschmolzen haben. So sollen die Verdächtigen Gold im Millionenwert in die Türkei gebracht haben.

weiterlesen...
Behörde: Untersuchungen in Irkutsk zeigen keine Pestfälle
Aus aller Welt

Fast 5.000 Tests, aber keine gefährlichen Erreger gefunden: Russische Behörden informieren über die Seuchenvorbeugung nach dem Todesfall in Sibirien.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Schlag gegen Goldschmuggler - Durchsuchungen bei Juwelieren
Aus aller Welt

Eine Bande soll jahrelang mit schmutzigem Geld Altgold angekauft und dieses dann zu Barren eingeschmolzen haben. So sollen die Verdächtigen Gold im Millionenwert in die Türkei gebracht haben.

weiterlesen...
Behörde: Untersuchungen in Irkutsk zeigen keine Pestfälle
Aus aller Welt

Fast 5.000 Tests, aber keine gefährlichen Erreger gefunden: Russische Behörden informieren über die Seuchenvorbeugung nach dem Todesfall in Sibirien.

weiterlesen...