10. April 2026 / Aus aller Welt

Mordprozess: Mann soll Ehefrau in Badewanne ertränkt haben

Eine 58-Jährige ertrinkt im Dezember 2021 in der eigenen Badewanne. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihr Ehemann sie ermordet hat. Jetzt hat der Prozess in Köln begonnen.

Ein Mann ist wegen Mordes an seiner Ehefrau angeklagt. (Symbolfoto)
Veröffentlicht am 10. April 2026 um 15:21 Uhr von dpa

Vor dem Kölner Landgericht hat ein Prozess gegen einen Angeklagten wegen heimtückischen Mordes begonnen. Er soll seine Frau zunächst mit einem Schlafmittel sediert und sie dann in der Badewanne unter Wasser gedrückt haben, um einen Suizid vorzutäuschen. 

Am ersten Verhandlungstag bestritt der 63-Jährige in einer mehrstündigen Einlassung vehement die Vorwürfe und verwies auf frühere Suizidversuche seiner Frau. Sie habe seit Jahren an chronischen Schmerzen gelitten und sich in einem Verzweiflungszustand befunden. 

Schlaftabletten in Kaffee aufgelöst

Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass der Bauingenieur aus Wermelskirchen aufgrund einer «über Jahre andauernden und sich zum Schluss zuspitzenden schwierigen familiären Situation» beschlossen habe, seine Ehefrau zu töten. 

Dazu habe er am 28. Dezember 2021 zehn Schlaftabletten in ihrem Morgenkaffee aufgelöst, den die 58-Jährige noch im Bett liegend zu sich genommen habe. Nachdem sie eingeschlafen war, soll er sie vollständig bekleidet in eine mit warmem Wasser gefüllte Badewanne gelegt haben, «so dass sich ihr Kopf unterhalb des Wasserspiegels befand». 

Widersprüchliche rechtsmedizinische Gutachten

Für den Angeklagten überraschend sei seine Frau dann noch einmal wach geworden, mit dem Kopf aufgetaucht und habe nach Luft gerungen. «Daraufhin ergriff der Angeklagte die Oberarme der Geschädigten und drückte sie gewaltsam mit dem Kopf unter Wasser, bis der Tod eintrat», hieß es in der Anklage. Erst wesentlich später habe der Mann den Notruf gewählt und behauptet, er habe seine Frau leblos im Badezimmer vorgefunden.

Dass es erst jetzt, rund viereinhalb Jahre nach dem Tod der Frau, zur Hauptverhandlung gekommen ist, erklärte ein Landgerichtssprecher am Rande des Prozesses damit, dass im Ermittlungsverfahren zahlreiche widerstreitende rechtsmedizinische Gutachten vorgelegt worden seien. 

Urteil könnte im Juni fallen

Insbesondere gehe es um die Frage, ob die Verletzungen an der Leiche durch das von der Staatsanwaltschaft angenommene Unterwasserdrücken der Frau zu erklären seien. Oder aber, ob die Hämatome am Oberarm auch durch einen Suizid und die anschließenden Rettungsbemühungen der Sanitäter erklärt werden könnten, sagte der Gerichtssprecher. 

Der Angeklagte hatte zunächst in Untersuchungshaft gesessen, befindet sich seit März 2022 jedoch wieder auf freiem Fuß. Für den Prozess sind weitere sieben Verhandlungstage bis zum 22. Juni angesetzt.


Bildnachweis: © Rolf Vennenbernd/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Feierabend trifft Sommerfeeling: Neue Konzertreihe der KWL startet im Kurpark Bad Waldliesborn
Stadt Lippstadt

Wenn die Temperaturen angenehm bleiben, die Sonne langsam untergeht und der Arbeitstag geschafft ist, gibt es kaum etwas...

weiterlesen...
Polizei beendet Geiselnahme in Berlin - Frau gerettet
Aus aller Welt

Kurz vor Feierabend bringt ein Mann in einem Supermarkt eine Frau in seine Gewalt. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg. Die Polizei verhandelt - dann stürmt sie das Gebäude.

weiterlesen...
100 Jahre Herbstwoche: Attraktive Fahrgeschäfte sorgen vom 16. bis 25. Oktober für Kirmesvergnügen
Stadt Lippstadt

Die Vorfreude wächst: Die Herbstwoche feiert vom 16. bis 25. Oktober ihr 100-jähriges Bestehen. Jetzt stehen auch die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Waldbrand am Gardasee: Mehr als 200 Menschen evakuiert
Aus aller Welt

Am Westufer von Italiens größtem See, wo derzeit auch viele Deutsche Urlaub machen, bricht ein großes Feuer aus. Betroffen sind auch Touristen. Jetzt dürfen alle Evakuierten wieder zurück.

weiterlesen...
Street Parade: Zürich wird zur riesigen Tanzfläche
Aus aller Welt

Es ist die größte Techno-Party der Welt: Zürich wird zum Schauplatz für ein riesiges ausgelassenes Fest. Doch nach dem Anschlag in Berlin wacht die Polizei mit erhöhter Aufmerksamkeit über die Party.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Waldbrand am Gardasee: Mehr als 200 Menschen evakuiert
Aus aller Welt

Am Westufer von Italiens größtem See, wo derzeit auch viele Deutsche Urlaub machen, bricht ein großes Feuer aus. Betroffen sind auch Touristen. Jetzt dürfen alle Evakuierten wieder zurück.

weiterlesen...
Street Parade: Zürich wird zur riesigen Tanzfläche
Aus aller Welt

Es ist die größte Techno-Party der Welt: Zürich wird zum Schauplatz für ein riesiges ausgelassenes Fest. Doch nach dem Anschlag in Berlin wacht die Polizei mit erhöhter Aufmerksamkeit über die Party.

weiterlesen...