6. März 2025 / Aus aller Welt

Missbrauchsprozess von Avignon: Tochter zeigt Haupttäter an

Weil er seine Frau Gisèle Pelicot von Dutzenden Fremden vergewaltigen ließ, erhielt ein Rentner in Frankreich 20 Jahre Haft. Nun hat auch seine Tochter ihn wegen Vergewaltigung angezeigt.

Gisèle Pelicot wurde durch den Prozess gegen ihren Ehemann international bekannt. Nun hat auch ihre Tochter ihren verurteilten Vater wegen Missbrauchs angezeigt. (Archivbild).
Veröffentlicht am 6. März 2025 um 16:39 Uhr von dpa

Die Tochter des Haupttäters im Vergewaltigungsprozess von Avignon in Südfrankreich hat ihren Vater Dominique Pelicot wegen Vergewaltigung sowie Verabreichung betäubender Mittel angezeigt. Sie werfe ihrem Vater vor, sich während eines Zeitraums von mutmaßlich zehn Jahren an ihr vergangen und sie jeweils zuvor mit Medikamenten bewusstlos gemacht zu haben, sagten die 46-Jährige sowie ihre Anwältin dem Sender BFMTV. Die Anzeige wurde demnach bei der Staatsanwaltschaft in Versailles gestellt.

Ende Dezember war Dominque Pelicot nach einem aufsehenerregenden Prozess wegen schwerer Vergewaltigung zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Der Rentner hatte seine damalige Frau Gisèle fast zehn Jahre lang immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und von Dutzenden Fremden vergewaltigen lassen. 50 mitangeklagte Männer verurteilte das Gericht zu Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.

Fahnder fanden Bildmaterial der Tochter

Bei dem Rentner, der eine Vielzahl von Taten per Video aufgezeichnet hatte, fanden die Fahnder auch Bildmaterial der Tochter, allerdings keinen expliziten Beleg für deren Missbrauch. Diesen hatte der Rentner vehement vor Gericht bestritten. Das Gericht verurteilte ihn hinsichtlich der Fotos von seiner Tochter allerdings wegen Verletzung der Intimsphäre durch Aufnahmen mit sexuellem Charakter.

Der Haupttäter hatte das Urteil im Dezember angenommen. Da eine Vielzahl der Mitangeklagten aber Berufung einlegten, ist im letzten Quartal des Jahres ein Berufungsprozess im südfranzösischen Nîmes geplant.


Bildnachweis: © Clement Mahoudeau/AFP/dpa
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