11. Juni 2025 / Aus aller Welt

Luxusjacht «Bayesian» soll Ende Juni geborgen werden

Die Superjacht galt als unsinkbar, doch seit 2024 liegt die «Bayesian» vor Sizilien auf dem Meeresgrund. Nach Verzögerungen und dem Tod eines Tauchers soll nun der Rumpf wieder ans Tageslicht.

Das Wrack der «Bayesian» liegt tief auf dem Meeresboden - die Bergung gilt als technisch aufwendig. (Archivbild)
Veröffentlicht am 11. Juni 2025 um 19:52 Uhr von dpa

Fast ein Jahr liegt die Superjacht «Bayesian» in rund 50 Metern Tiefe vor der Küste Siziliens – nun soll das Wrack Ende Juni geborgen werden. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurde der Plan nach einem Treffen mit Behörden in Palermo vom britischen Bergungsunternehmen TMC Marine bestätigt.

Die als «unsinkbar» deklarierte Jacht war im August 2024 bei einem schweren Unwetter vor dem Hafen von Porticello, an der Nordküste Siziliens, gesunken. Sieben Menschen kamen dabei ums Leben, darunter der britische Unternehmer Mike Lynch und seine Tochter.

Tod eines Tauchers führte zu Verzögerungen

Die Bergung gilt als technisch anspruchsvoll. Zunächst soll das Heck der 56 Meter langen Jacht leicht angehoben werden, damit schwere Stahlgurte unter dem Rumpf angebracht werden können. Anschließend wird der 72 Meter hohe Mast abgetrennt. Erst dann kann die Jacht komplett aus dem Wasser gehoben und an Land gebracht werden.

Die Bergung war ursprünglich für den vergangenen Monat geplant, wurde jedoch nach einem tödlichen Unfall am 9. Mai gestoppt: Ein niederländischer Taucher kam bei Arbeiten an dem Wrack ums Leben. Laut Ansa wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Danach wurden viele Arbeiten auf ferngesteuerte Unterwasserroboter übertragen. Dem Bergungsunternehmen zufolge müssen jedoch noch einige Aufgaben von Tauchern ausgeführt werden.

Schon einige Wrackteile geborgen

In den vergangenen Wochen haben Spezial-Teams rund um die «Bayesian» insgesamt 17 lose Teile gefunden und geborgen – darunter eine Rettungsinselhülle und Möbel vom Deck. Auch ein Anker und der Großsegelbaum wurden bereits an Land gebracht.

Bei der Bergung hat laut TMC Marine der Schutz von Menschen und Umwelt oberste Priorität. Im Wrack lagern rund 18.000 Liter Treibstoff – bislang wurden aber keine Hinweise auf eine Umweltverschmutzung festgestellt. Der Meeresgrund wird dennoch weiter überwacht.


Bildnachweis: © Alberto Lo Bianco/IPA via ZUMA Press/dpa
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