30. Mai 2026 / Aus aller Welt

«Kuddelmuddel» ist plattdeutsches Wort des Jahres

Auf Plattdeutsch kann man hervorragend schimpfen, Gemütslagen auf den Punkt bringen und Gesamtzustände wortmalerisch beschreiben. Auch für Durcheinander und Home-Office gibt es wunderbare Worte.

Auch Plattdeutsch hat seine Regeln. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 30. Mai 2026 um 00:30 Uhr von dpa

«Kuddelmuddel» ist das plattdeutsche Wort des Jahres 2026. Das teilten das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen und der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern mit. 

«Kuddelmuddel» habe überzeugt als ausdrucksstarkes, humorvolles und zugleich sehr gebräuchliches Wort für Situationen, in denen alles ein wenig durcheinandergerate. Der Vorschlag stammt vom Plattdeutschkurs des Evangelischen Schulzentrums Demmin «Katharina von Bora» und wurde von der stellvertretenden Schulleiterin Bianka von Pokrzywnicki eingereicht.

In der Kategorie Redewendung/Sprichwort setzte sich die Weisheit «Man möt ierst krupen, ihrer man löppt» durch. Auf Hochdeutsch heißt das: «Man muss erst kriechen, bevor man läuft.» Die Redewendung bringe in knapper, anschaulicher Form eine Lebenserfahrung auf den Punkt: Entwicklung brauche Zeit, Geduld und kleine Schritte. Eingereicht wurde der Beitrag von Gerlinde Block aus Lübz. 

Was bedeutet «gnaddelig»?

Der Jugendpreis 2026 ging an Jule Bolz (16) aus Siedenbrünzow, die das Wort «gnaddelig» einschickte. Das bedeutet so viel wie «mürrisch» oder «schlecht gelaunt». 

Auch eine Wortneuschöpfung wurde ausgezeichnet - die sollten alle kennen, die im Home-Office arbeiten: Das wird auf Plattdeutsch als «Tauhusmarachen» bezeichnet, wobei «marachen» für rackern oder schwer arbeiten steht. Das Wort wurde von Siegfried Kasten aus Goldenstädt eingereicht. 

Die offizielle Verkündung sollte heute ab 10.00 Uhr im Schloss der Reuterstadt Stavenhagen stattfinden. 2025 gab es rund 100 Einsendungen aus dem In- und Ausland. Die Entscheidung trifft eine Fachjury.


Bildnachweis: © Sina Schuldt/dpa
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