Auch in der Nacht zum Donnerstag und womöglich auch noch in der zum Freitag stehen die Chancen auf Polarlichter über Deutschland gut. Die Intensität eines auf die Erde treffenden Sonnensturms könne noch einige Stunden lang zulegen, hieß es am Mittwochmittag vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). «Bei klarem Himmel besteht in den kommenden Nächten erneut die Chance, in Deutschland Polarlichter zu beobachten – insbesondere in den nördlichen Regionen.» Ein heftiger Sonnensturm hatte am frühen Mittwochmorgen für Polarlichter bis weit in den Süden gesorgt. Webcams in den Alpen zeichneten das Spektakel zwischen 4.00 und 5.00 Uhr auf. Auch über Baden-Württemberg seien rötliche, pinke und teils grüne Lichteffekte zu sehen gewesen, sagte Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg. Der Sonnensturm habe zu Signalunterbrechungen bei der Funkkommunikation und bei Satellitennavigations-Anwendungen in Gebieten Europas, Afrikas und Asiens geführt, die zum Zeitpunkt des Ereignisses der Sonne zugewandt waren, hieß es vom Weltraumsicherheits-Programm der europäischen Raumfahrtagentur Esa (Esa Space Safety). Heftige Sonnenstürme können die Funktion von GPS-Systemen beeinträchtigen und die Übertragung von Hochfrequenz-Funksignalen - die von Amateurfunkern und vielen Branchen wie Fluggesellschaften genutzt werden - blockieren. Auch Störungen der Stromversorgung sind möglich. Größere Blackouts gab es nach Sonnenstürmen schon etwa in Kanada und Schweden. Polarlichter entstehen, wenn nach Eruptionen auf der Sonne Wolken aus elektrisch geladenen Teilchen Richtung Erde rasen. Vom schützenden Magnetfeld unseres Planeten werden sie zu den Polen gelenkt. In der oberen Atmosphäre treffen die geladenen Teilchen auf Luftmoleküle und regen sie an, Licht auszusenden - zu sehen als bunte, tanzende Lichter am Himmel. «Die nächsten zwei Nächte kann man durchaus noch mal auf Alarmstellung bleiben», meint Liefke. Eine Garantie gebe es aber nicht - und auch die genaue Zeit lasse sich schwer vorhersagen. Blicken sollte man Richtung Norden. Wenn nichts oder kaum etwas zu sehen ist, kann es dennoch lohnen, eine Aufnahme mit dem Smartphone zu machen. Polarlichter wirken auf Handy-Fotos oft viel farbiger und kräftiger, weil Smartphones mit speziellen Nachtmodi und längerer Belichtungszeit arbeiten. Die Kamera sammelt das schwache Licht über mehrere Sekunden. Polarlichter wirken auf dem Foto darum ausdrucksvoll und bunt, während wir sie mit bloßem Auge manchmal nur als grauen oder blassen Schein sehen.Sonnenteilchen + Atmosphären-Moleküle = Polarlicht
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Polarlichter verpasst? Neue Nacht, neue Chance!
Bis nach Bayern waren am Mittwochmorgen Polarlichter zu sehen. Wer das Spektakel verpasst hat, muss nicht traurig sein: Experten zufolge stehen die Chancen für weiteres Lichtgebritzel gut.
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