3. Juni 2026 / Aus aller Welt

Kokain im Wert von halber Milliarde Euro beschlagnahmt

Dem Zoll gelingt einer der größten Kokainfunde der letzten Jahre. Vizekanzler Klingbeil spricht von einem harten Schlag gegen den internationalen Drogenhandel - und macht Versprechungen.

Der deutsche Zoll hat beim Kampf gegen den internationalen Rauschgiftschmuggel Kokain in großen Mengen sichergestellt.
Veröffentlicht am 3. Juni 2026 um 12:09 Uhr von dpa

Dem deutschen Zoll ist in Wilhelmshaven einer der größten Kokainfunde der vergangenen Jahre gelungen: Mehr als acht Tonnen der Droge mit geschätztem Straßenverkaufswert von rund 500 Millionen Euro wurden sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft Aurich und die Generalzolldirektion in Köln mitteilten. Der Fund im Jade-Weser-Port blieb aus ermittlungstaktischen Gründen bisher geheim und wurde bereits am 9. Februar gemacht.

Durch die anschließende internationale Zusammenarbeit konnten schließlich Mitte Mai zwei mutmaßliche Drahtzieher bei einer fingierten Containerübergabe in der spanischen Provinz Almería durch spanische Behörden festgenommen werden. Einer der Beschuldigten ist Geschäftsführer eines Importunternehmens.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) würdigte den Erfolg: «Acht Tonnen Kokain in einem einzigen Aufgriff – das ist ein harter Schlag gegen den internationalen Drogenhandel». Der Vizekanzler dankte den Einsatzkräften und kündigte an, dem Kabinett in Kürze das Zollfinanzgerechtigkeitsgesetz vorzulegen. Damit solle der Zoll neue technische und rechtliche Instrumente für den Kampf gegen die Organisierte Kriminalität erhalten.

Die Drogen befanden sich nach Angaben von Zoll und Staatsanwaltschaft in einem Seecontainer aus Westafrika, der laut Frachtpapieren mit Kakaobohnen beladen und für Spanien bestimmt war. Beim Röntgen fielen der Kontrolleinheit des Hauptzollamtes Oldenburg laut eigenen Angaben Unregelmäßigkeiten auf, woraufhin Beamte über 400 mit schwarzer Folie umwickelte Pakete entdeckten.

Jedes Paket enthielt den Angaben zufolge rund 20 hartgepresste Kokainblöcke. Um einen gewaltsamen Rückholversuch durch Kriminelle auszuschließen, wurde das Rauschgift unter strengen Sicherheitsvorkehrungen noch in Deutschland vernichtet. Die Täter hatten die Pakete mit GPS-Sendern versehen, um den Standort der Fracht jederzeit überwachen zu können.


Bildnachweis: © Rolf Vennenbernd/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Aus aller Welt

Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.

weiterlesen...
Neue Bauordnung NRW: Was Bauherren in Lippstadt jetzt wissen müssen
Politik & Rathaus

Seit dem 1. September gilt in NRW eine neue Bauordnung: kürzere Fristen, Bauantrag nur noch digital, Dachausbau oft ohne Genehmigung.

weiterlesen...
Lippstädter Moonlight Shopping im Herbst 2026
Lokalnachrichten Lippstadt

Moonlight Shopping am 9.10. bis 22 Uhr: shoppen und Wein verkosten in der Lippstädter Innenstadt, dazu das Jubiläumsglas „100 Jahre Herbstwoche".

weiterlesen...

Neueste Artikel

Lungenpest-Verdacht: Trump will mit Putin telefonieren
Aus aller Welt

Starb eine junge Wissenschaftlerin in Sibirien an Lungenpest? Der undurchsichtige Fall sorgt weltweit für Aufmerksamkeit. Trump will deshalb sogar mit Putin telefonieren.

weiterlesen...
Gegen Kurzsichtigkeit helfen weder Training noch Karotten
Aus aller Welt

Kurzsichtigkeit lässt sich nicht rückgängig machen. Der Faktencheck zeigt: Übungen, bestimmte Lebensmittel oder Sonnenlicht ersetzen keine Brille.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Lungenpest-Verdacht: Trump will mit Putin telefonieren
Aus aller Welt

Starb eine junge Wissenschaftlerin in Sibirien an Lungenpest? Der undurchsichtige Fall sorgt weltweit für Aufmerksamkeit. Trump will deshalb sogar mit Putin telefonieren.

weiterlesen...
Gegen Kurzsichtigkeit helfen weder Training noch Karotten
Aus aller Welt

Kurzsichtigkeit lässt sich nicht rückgängig machen. Der Faktencheck zeigt: Übungen, bestimmte Lebensmittel oder Sonnenlicht ersetzen keine Brille.

weiterlesen...