Sie forschte zur Rolle mechanischer Kräfte bei der Entwicklung von Zellen: Für ihre Entdeckungen ist der in Münster und Helsinki tätigen Medizinerin Sara Wickström der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2026 verliehen worden. Die 50-Jährige fand heraus, dass Zellen auf mechanischen Druck oder Zug reagieren und bestimmte Gene an- oder abschalten, wie die Körber-Stiftung mitteilte. «Daraus ergeben sich neue Ansätze für die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen», sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Der Forschungspreis, der im Rathaus der Hansestadt übergeben wurde, ist mit einer Million Euro dotiert. Die ziehende oder drückende Belastung werde von den Zellen bis in ihr Erbgut hinein verarbeitet und habe damit einen entscheidenden Einfluss darauf, wie sich eine Zelle entwickle oder wie Gewebe nach Verletzungen heile, teilte die Stiftung weiter mit. Diesen bis dahin unbekannten Mechanismus entdeckte Wickström bereits 2016. Bis dahin war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass Zellen vor allem durch ihr genetisches Programm und chemische Botenstoffe gesteuert werden. Damit gilt Wickström als eine der Begründerinnen der Zellkern-Mechanobiologie, die den Einfluss physischer Kräfte auf Zellen untersucht. Langfristig kann ihre Forschung zur Entwicklung neuer Therapien gegen Krebs, Organvernarbungen und andere, häufig altersbedingte Erkrankungen beitragen. Die finnische Medizinerin und Zellbiologin möchte das Geld nutzen, um auch zum Gedächtnis der Zellen zu forschen. Damit kann sie erkunden, wie sich Vernarbungen an Organen wie Haut, Lunge und Nieren verhindern und behandeln lassen. Wickström ist Direktorin am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und Forschungsdirektorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Helsinki. Der Körber-Preis wird seit 1985 verliehen. Er geht stets an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die wichtige Erkenntnisse in den sogenannten Physical oder Life Sciences gewonnen haben.Wenn Drücken oder Ziehen übers Heilen entscheidet
Körber-Preis wird seit 1985 verliehen
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Körber-Preis an finnische Zellbiologin Wickström verliehen
Unsere Zellen nehmen ihre Umgebung wahr und reagieren darauf. Bei der Preisverleihung im Hamburger Rathaus wurde deutlich, warum diese Erkenntnisse der finnischen Biologin Wickström bahnbrechend sind.
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