4. April 2026 / Aus aller Welt

Backhaus: «Wir begleiten den Wal Tag und Nacht»

Trotz Verletzungen bleibt die Hoffnung: Umweltminister Backhaus betont, der gestrandete Wal werde nicht getötet. Wie lange das Tier noch überlebt, ist laut Experten ungewiss.

Einsatzkräfte der Feuerwehr benetzen den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt.
Veröffentlicht am 4. April 2026 um 17:00 Uhr von dpa

Der vor Wismar gestrandete Buckelwal lebt weiterhin. Er atme, mal alle zwei Minuten, mal alle vier bis fünf Minuten, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Samstag nach einem Besuch des vor der Insel Poel im flachen Wasser gestrandeten Buckelwals. Er habe auch wieder gerufen. «Aber man sieht eben auch, dass seine Aktivitäten geringer werden.»

«Er hat auch Verletzungen», sagte Backhaus – wahrscheinlich durch Schiffsschrauben. «Das hatten wir vorher überhaupt nicht gesehen.» Zudem gebe es Abdrücke wahrscheinlich von einem Netz. Am Morgen hatte bereits ein Ministeriumssprecher erklärt, dass sich der Zustand des Tieres nicht verändert habe. Es habe in der Nacht keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Experten sollen nach Ostern Wal noch einmal begutachten

Backhaus sagte, dass nach den Ostertagen noch einmal Fachleute den Gesundheitszustand des Tieres begutachten sollen. «Das ist für alle weiteren Planungen wichtig.» Der Minister schloss jedoch kategorisch aus, dass der Wal getötet werde. «Das wird hier nicht stattfinden. Wir können ihn nicht einfach erlösen durch was auch immer.» 

Seit Freitag benetzen Einsatzkräfte der Feuerwehr die verletzte Haut des Tieres regelmäßig mit Wasser, um die Schmerzen zu lindern. «Dort, wo er tatsächlich benetzt wird, ist die Temperatur auf der Oberfläche deutlich geringer.» Backhaus sprach von sechs bis sieben Grad. Das zeige die Wärmebildkamera. 

 

«Da sich die Windverhältnisse geändert haben, wurde nach eingehender Beratung entschieden, die Sprinkler so zu versetzen, dass die Befeuchtung weiter gegeben ist», sagte Backhaus. Denn wegen des Nordwestwindes gebe es deutlich niedrigere Wasserstände. Dadurch rage das etwa 1,70 Meter hohe Tier noch weiter aus dem Wasser, obwohl es sich durch sein Eigengewicht von etwa 12 Tonnen inzwischen schon 50 Zentimeter in den Boden eingegraben habe. 

Backhaus: «Wir kümmern uns – bis zur letzten Minute.»

Erneut wies er Kritik am Umgang mit dem Wal zurück. «Wir kümmern uns – bis zur letzten Minute.» Die Walwache durch die Polizei und die Mitarbeitenden sei sichergestellt. «Die Situation ist für alle beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverständlich.» Backhaus betonte: 
«Wir begleiten den Wal Tag und Nacht.»

Der Minister bedankte sich für alle bereits eingereichten Konzepte zur Rettung oder Bergung des Tieres. «Alle ernstzunehmenden Konzepte werden von uns sorgfältig geprüft, und zwar aus technischer Sicht aber auch im Hinblick auf den Tierschutz.»

Sirenen haben nichts mit dem Wal zu tun

Gleichzeitig wies er zur Vorbeugung von Gerüchten darauf hin, dass die in Rostock heulenden Sirenen nichts mit dem Wal zu tun hätten. Die gehörten vielmehr zum kommunalen Warntag, bei dem in Rostock und Schwerin Sirenen, Warnapps und Stadtinformationstafeln getestet worden seien.

Seit Anfang März hatte sich der Buckelwal viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet.

Rettungsversuche eingestellt

Am Mittwoch waren jegliche Rettungsversuche des am Dienstag vor Poel gestrandeten Wals eingestellt worden. Nach Angaben der Fachleute und Meeresschützer vor Ort wird das Tier wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen.


Bildnachweis: © Marcus Golejewski/dpa
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