12. September 2026 / Aus aller Welt

Jüngster König der Welt in Uganda beigesetzt

Mit drei Jahren wurde Oyo zum König gekrönt, mit nur 34 starb er. Nun wurde der Monarch in Uganda mit alten Ritualen beigesetzt.

Während des Trauerzugs wurde ein Porträt des verstorbenen Königs gezeigt.
Veröffentlicht am 12. September 2026 um 16:46 Uhr von dpa

Neun Tage nach seinem Tod ist der zu Lebzeiten wohl jüngste regierende Monarch der Welt im Westen Ugandas beigesetzt worden. König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV. vom traditionellen Tooro-Königreich war Ende August im Alter von nur 34 Jahren an Krebs gestorben. Tausende Menschen nahmen an den Trauerritualen und seiner Beisetzung teil.

Oyo war 1995 im Alter von nur drei Jahren gekrönt und im vergangenen Jahr vom Guinness-Buch der Rekorde als jüngster König der Welt anerkannt worden. Ugandas traditionelle Könige dürfen sich nicht politisch betätigen und übernehmen vor allem gesellschaftliche und zeremonielle Aufgaben.

Oyo engagierte sich unter anderem für Umweltschutz und im Kampf gegen HIV/Aids. Die anglikanische Church of Uganda kündigte an, zu seinem Gedenken 15 Millionen Bäume pflanzen zu wollen.

Streit um Nachfolge

Um Oyos Nachfolge war nach seinem Tod ein Streit entbrannt. Zeitweise war auch ein in London lebender Amateur-Fußballer als möglicher neuer König im Gespräch. Mit der Beisetzung wurde nun Prinz Edward Rukidi Kijanangoma als sein Nachfolger eingeführt. Teile der königlichen Familie, darunter Oyos Mutter, hatten sich gegen die Wahl des 56-Jährigen gewandt, der als Produzent und Nachrichtensprecher beim staatlichen Fernsehsender UBC arbeitet.

Ein Oberpriester führte bei der Beisetzung Sarg und Thronfolger zu Fuß zu den sechs Kilometer entfernten Königsgräbern. Dort legte der künftige König Rindentuch auf Oyos Leichnam, warf neun Kaffeebeeren ins Grab und goss Milch aus einer Kalebasse auf den Boden. Damit werde der neue König den Geistern vorgestellt und es werde um deren Schutz gebeten, sagte der Tooro-Älteste Adam Nyakaana der Deutschen Presse-Agentur.


Bildnachweis: © Patrick Onen/AP/dpa
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