Rund ein Jahr nach den tödlichen Polizeischüssen auf den 21-jährigen Lorenz haben Hunderte Menschen in Oldenburg gegen Polizeigewalt demonstriert. Die Demonstranten erinnerten an den jungen Mann, der bei einem Polizeieinsatz in der Nacht zum 20. April 2025 in der Fußgängerzone erschossen wurde. Der Polizist ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Ob der Fall vor Gericht verhandelt wird, entscheidet das Landgericht Oldenburg. Der gewaltsame Tod des Schwarzen hatte weit über die Grenzen der niedersächsischen Stadt hinaus für Entsetzen und Anteilnahme gesorgt. Unter dem Titel «Ein Jahr ohne Lorenz» versammelten sich auf dem Pferdemarkt nach Angaben der Polizei rund 700 Menschen. Die Initiative «Gerechtigkeit für Lorenz» hatte im Vorfeld der angemeldeten Kundgebung rund 5.000 Teilnehmer erwartet. Auf Bannern und Plakaten von Demonstrationsteilnehmern war etwa «Gerechtigkeit für Lorenz» und «Gerechte Aufklärung jetzt!» zu lesen. Die Initiative «Gerechtigkeit für Lorenz» und andere Aktivisten befürchten, dass die Schüsse auf den Schwarzen einen rassistischen Hintergrund haben. «Mit der Demonstration wollen wir unsere Solidarität mit den Angehörigen von Lorenz ausdrücken und ein würdevolles und kraftvolles Zeichen in Gedenken an Lorenz setzen», teilte die Initiative mit. Gleichzeitig will die Initiative darauf aufmerksam machen, dass der gewaltsame Tod von Lorenz aus ihrer Sicht kein Einzelfall ist. Dazu beteiligten sich an der Kundgebung auch Gruppen, die an andere durch Polizeigewalt ums Leben gekommene Menschen erinnern. «Wir fordern einen strukturellen Wandel», teilte die Initiative mit. Dazu gehöre unabhängige Ermittlungsstellen auf Bundes- und Landesebene, die vollständig von Polizei und Staatsanwaltschaft getrennt seien, sowie zivilgesellschaftlich getragene Untersuchungskommissionen bei jedem tödlichen Polizeieinsatz. Außerdem spricht sich die Initiative unter anderem für eine bundesweit verbindliche Bodycam-Pflicht und verpflichtende rassismuskritische Inhalte in der Polizeiausbildung aus. Der 21 Jahre alte Lorenz war in der Nacht zum Ostersonntag 2025 erschossen worden. Die Kugeln trafen den Deutschen von hinten in Oberkörper, Hüfte und Kopf. Der deutsche Beamte, der schoss, soll den Ermittlungen zufolge irrtümlich geglaubt haben, sich in einer Notwehrlage zu befinden. Laut der Staatsanwaltschaft wollte der 21-Jährige zum Zeitpunkt der Schüsse fliehen, um nicht festgenommen zu werden. Freunde und Familie des Getöteten fordern eine Anklage wegen Totschlags.Was die Demonstranten fordern
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Hunderte erinnern bei Demonstration an getöteten Lorenz
Der gewaltsame Tod des 21-jährigen Lorenz bei einem Polizeieinsatz bewegt Oldenburg auch ein Jahr danach. Eine Initiative fordert grundsätzliche Änderungen in der Polizeiarbeit.
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