1. Mai 2026 / Aus aller Welt

Höhlen-Drama auf der Alb: Wanderer stirbt nach Notfall

Dunkel, nass, kein Funk: In der Falkensteiner Höhle ist ein Mann nach einem medizinischen Notfall auf Hilfe angewiesen. Mehrere Rettungsteams kämpfen sich durch das Labyrinth. Vergeblich.

Die Begleiter des Mannes und die Tour-Guides konnten die Höhle nach einem aufwendigen Rettungseinsatz verlassen.
Veröffentlicht am 1. Mai 2026 um 17:38 Uhr von dpa

In der schwer zugänglichen Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb ist ein Wanderer an den Folgen eines medizinischen Notfalls gestorben. Wie der Bürgermeister der Stadt Grabenstetten mitteilte, war der 61-Jährige mit einer Gruppe bereits rund 1.300 Meter tief in die Höhle im Kreis Reutlingen geklettert, als es passierte. «Hinweise auf Fremdverschulden oder ein vorwerfbares Verhalten Dritter ergaben sich nicht», teilte die Polizei mit. 

Die Begleiter des Mannes und die Tour-Guides konnten die Höhle nach einem aufwendigen Rettungseinsatz selbst und unverletzt verlassen. Die Bergung der Leiche werde noch mehrere Stunden in Anspruch nehmen, sagte Bürgermeister Patrick Docimo. 

Meterhohe Kletterpartien

Bergwacht und Rettungsdienst waren nach dem Notruf mit Spezialkräften zum Ort des Einsatzes geeilt. Insgesamt waren laut Polizei über 100 Einsatzkräfte vor Ort eingesetzt. Allerdings gestalteten sich die Rettung der Gruppe und die Versorgung des Mannes schwierig. 

Die Höhle in Grabenstetten ist nur zu Fuß über unwegsames Gelände zu erreichen. Allein der Weg zum Patienten soll etwa eineinhalb Stunden in Anspruch genommen haben. Teilweise müssen in der Höhle Höhenunterschiede von mehreren Metern überwunden werden. Im Innern gibt es zudem keinen Funkempfang. 

Nach Angaben Docimos bestand die Gruppe aus sechs Besuchern und drei Tour-Guides. Kontakt hatten die Einsatzkräfte lediglich mit einem der Guides, der auch den Notruf abgesetzt hatte. 

Genehmigung nötig für Höhleneintritt

Die Schwäbische Alb ist für ihre Höhlen bekannt - die Falkensteiner Höhle ist dabei besonders beliebt. Der Eingang wirkt wie ein Schlund in einer Wand aus Stein, im kilometerweiten Innern ist es stockdunkel, verwinkelt und nass. Denn die Höhle ist eine «aktive Wasserhöhle», aus der der Fluss Elsach ins Freie entspringt.

Seit 2018 ist der Zugang zur Falkensteiner Höhle wegen der Gefahr plötzlicher Hochwasser offiziell verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung der Gemeinde Grabenstetten möglich. 

Spektakuläre Rettung vor einigen Jahren 

Laut Stadtverwaltung handelt es sich um eine sogenannte wilde Höhle. Sie ist nicht das erste Mal Schauplatz eines großen Rettungseinsatzes. Zuletzt waren im vergangenen Mai zwei Männer vom Wasser überrascht und eingeschlossen worden. 

Für bundesweite Schlagzeilen sorgte eine Rettungsaktion in der Höhle vor sieben Jahren. Im Sommer 2019 waren ein Führer und sein Kunde aus der Höhle gerettet worden. Nach starken Regenfällen saßen sie etwa 650 Meter vom Höhleneingang entfernt fest, weil der Rückweg durch den starken Wasseranstieg in der Höhle versperrt war. Erst nach 24 Stunden konnten sie aus der Höhle gebracht werden.


Bildnachweis: © Marius Bulling/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Kreative Aktion zur Sonnenfinsternis - Familienbüro lädt Kinder zum Basteln ein
Stadt Lippstadt

Lippstadt. Am Mittwoch, 12. August, erwartet Himmelsbegeisterte ein besonderes Naturereignis: Eine partielle...

weiterlesen...
100 Jahre Herbstwoche: Attraktive Fahrgeschäfte sorgen vom 16. bis 25. Oktober für Kirmesvergnügen
Stadt Lippstadt

Die Vorfreude wächst: Die Herbstwoche feiert vom 16. bis 25. Oktober ihr 100-jähriges Bestehen. Jetzt stehen auch die...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fall Jason Arday: Trauer nach Tod von Cambridge-Professor
Aus aller Welt

Vor drei Jahren wurde er als jüngster schwarzer Professor der Uni Cambridge gefeiert, nun ist Jason Arday tot. Vergangene Woche war er inmitten zahlreicher Vorwürfe zurückgetreten.

weiterlesen...
Mehrere Verletzte nach Schüssen an US-Universität
Aus aller Welt

Schüsse auf einem Uni-Campus in Virginia: Mehrere Menschen werden verletzt, der Campus abgeriegelt. Die Polizei sucht nach mehreren Verdächtigen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fall Jason Arday: Trauer nach Tod von Cambridge-Professor
Aus aller Welt

Vor drei Jahren wurde er als jüngster schwarzer Professor der Uni Cambridge gefeiert, nun ist Jason Arday tot. Vergangene Woche war er inmitten zahlreicher Vorwürfe zurückgetreten.

weiterlesen...
Mehrere Verletzte nach Schüssen an US-Universität
Aus aller Welt

Schüsse auf einem Uni-Campus in Virginia: Mehrere Menschen werden verletzt, der Campus abgeriegelt. Die Polizei sucht nach mehreren Verdächtigen.

weiterlesen...