Auf Deutschlands höchstem Berg Zugspitze hat sich auf der Tiroler Seite eine bislang unbekannte Mengen Gestein gelöst und eine große Staubwolke verursacht. Der am Dienstag begonnene Abbruch auf einem Kamm an der deutsch-österreichischen Grenze setzte sich auch am Mittwoch fort: «Da löst sich immer wieder was», sagte der stellvertretende Bereitschaftsleiter Franz Dörfler von der Bergwacht Grainau. «Man hört es zwischendurch immer wieder rumpeln, dass was nachkommt.» Wie viel Gestein bislang herabgestürzt ist, ist noch nicht bekannt. Die Stelle liegt hinter einem Grat und ist daher relativ schlecht einsehbar. Der Abbruch hatte durch verstärkten Wind am Dienstagnachmittag zu einer weithin sichtbaren Staubwolke geführt. Bei dem Felssturz wurde nach Angaben der Bergwacht niemand verletzt. Überraschend seien solche Ereignisse längst nicht mehr, die Dimension jedoch sei ungewöhnlich für die Zugspitze, sagte Dörfler. Als Ursache nannte er den auftauenden Permafrost. Fels- und größere Bergstürze gibt es in den Alpen aufgrund der natürlichen Erosion des Gesteins schon seit jeher. Zu erkennen ist das auch für Nichtgeologen leicht an den großen Schutthalden und Felskaren, die sich vielerorts unterhalb steiler Wände finden. In hochalpinen Lagen sind Felsgrate sehr häufig zersplittert - das Gestein wurde im Laufe der Jahrmillionen von Frost und Blitzschlag gesprengt. Bei Permafrost handelt es sich um dauerhaft gefrorene Böden, die neben den Polarregionen auch in hohen Gebirgslagen vorkommen. Da mit dem Klimawandel und den steigenden Temperaturen der Permafrost schwindet, nehmen Gesteinsabbrüche alpenweit zu. «Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass die Steinschlagaktivität in alpinen Gebieten, die vom Auftauen des Permafrosts und vom Gletscherschwund betroffen sind, zunimmt, was in erster Linie auf steigende Sommertemperaturen zurückzuführen ist», heißt es in einer Studie in der Fachzeitschrift «Earth-Science Reviews» von 2024. Auch das Gestein auf der Zugspitze wird vom Permafrost zusammengehalten. Taut dieser auf, fehlt der «Kleber» und Schutt und Felsen donnern zu Tal. Nach Gewittern und Starkregen steigt zudem die Gefahr von Muren.Dimension ungewöhnlich für die Zugspitze
Steinschlagaktivität nimmt zu
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Stein und Staub: Großer Felssturz an der Zugspitze
Eine riesige Staubwolke, bröckelnde Felsen und trotzdem keine Gefahr für Wege oder Gebäude – was steckt hinter dem ungewöhnlichen Felssturz an der Zugspitze?
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